Givenchy und Marina Abramović: "The Artist Is Present"
Einen Anlaß zum Feiern gibt es glücklicherweise immer und wenn es nicht die Vernissage zur Ausstellung sein kann, dann eben das Closing. Die serbische Performance-Künstlerin Marina Abramović zeigte in den vergangenen beiden Monaten die Ausstellung "The Artist Is Present" im MoMa, deren Ende nun mit Ricardo Tisci und Givenchy in New York zelebriert wurde.
Zur Party erschienen die weiblichen Gäste selbstredend in Givenchy, doch das scheint nicht immer auch ein Garant für Stilsicherheit zu sein... Björk kam unvorteilhaft als verkleidete Rocherkugel, Model Joan Smalls nahm es mit der Transparenz ihres Kleides ein wenig zu genau und präsentierte unter dem weissen Stoff ihr Unterhöschen und Mariacarla Boscono erschien im BH-Kleid, das, bei aller Liebe, auch ein Supermodel nicht auf einem abendlichen Event tragen kann...
Glücklicherweise kamen dann noch Gäste, die Givenchy für sich zu nutzen wussten: Liv Tyler und Malgosia Bela zum Beispiel, Tiscis Muse Ciara (den Grund dafür werden wir wohl nie erfahren) sowie Christina Ricci setzten auf hübsche schwarze Abendkleider und der Gastgeberin Marina sah man ihr Alter nicht einmal annähernd an - was auch an ihrer Lederjacke zum langen Abendkleid gelegen haben könnte.
Meine persönliche Überraschung war Natasha Poly, die von Kopf bis Fuß in weiß gekleidet war. Normalerweise sagt mir die Farbe im Ganzkörperlook nie zu, hier wirkt es aber sehr stilsicher. Wer sonst noch so da war: Terence Koh, Michael Stipe oder James Franco.














Evelyn
Verdammt,...das BH Kleid geht mal gar nicht.....*fremdschäm*
hanni
Ciara als Muse.."den Grund dafür werden wir wohl nie erfahren" ..
Na wie ist die Luft da oben?! Ihr seid ja auf jeden Fall DIE Fashionistas schlechthin mit unglaublich viel Stilgespür!!
Johanna
In den in der Retrospektive gezeigten Performances geht es oft um die Gewalteinwirkung auf dem weiblichen Körper, gerade auch durch Klischeevorstellungen von Schönheit. Ich finde es toll, wenn die Künstlerin (trotzdem) Lust auf Mode hat, mag aber auch ein ironisches Verhältnis dazu, wie z.B. bei Björk. Es passt zur Ausstellung.
Jennifer
Das weiße Kleid, getragen von Natasha Poly, gefällt mir sehr!!! Ein anderes Outfit als das, dass Björk trug hätte mich überrascht. Ich glaube, ohne abgefahrenes (und oftmals unpassendes) Outfit würde ich sie gar nicht erkennen ;)
Astrid
Ähnlich wie Jennifer denke ich auch, dass Björks Kleid weniger unvorteilhaft als mehr "zu-ihr-passend" und polarisierend wirkt :-)
So wie sie und ihre Musik auch ist, oder?
Astrid
Ergänzung: Aber mal ehrlich, Ciara und Christina Ricci sehen (insbes. vom Gesicht her) ja mal verdammt gut aus, oder? Ricci ist mit der Zeit immer heißer geworden.
raffaela
ich war da und die performances waren einfach atemberaubend. traurig nur die prüden amerikaner, die eher über die nackten künstler debattierten als sich für marinas poetische werke interessierten. ich freu mich sehr, die grande dame "in action" gesehen zu haben und kanns nur weiterempfehlen. marina ist so stark und wunderschön - hach.
Linda
total uncool wie ihr mit artikeln kein mobbing auf blogs supported auf der einen seite und dann wie die billigste klatschzeitung über promi outfits herzieht und wer seid ihr dass ihr behauptet zu wissen was erlaubt ist und was nicht-würd mich echt mal interessieren, was ihr dazu sagt?
Federico
Björk sieht toll aus. Das Kleid ist fantastisch. Stellt euch mal die armen Designer vor, die all diese Kleider machen, wenn es keine Leute wie Björk, Iris Apfel oder Anna Piaggi gäbe, das wäre der Horror. Wenn ich mal ein Kleid entwerfe und Björk es tragen würde, sei es auch noch so hässlich, wäre es für mich eine viel größere Ehre als wenn ich "bezaubernde" Kleidchen machen würde und diese von tausenden von dummen Ziegen getragen werden wrüden!
BAM ;)
Bridget Moerth Macklin
Wollt ihr Partizia Riekel beerben?
Gut, das ist hier ein Modeblog, aber etwas mehr Substanz in den Berichten täte der Sache das eine oder andere Mal schon gut. Man kann sich Red Carpet Themen und der Kritik am Look der Gäste auch ohne Trichterblick nähern.
Eine der spannendsten Künstlerinnen der Welt, deren Performances sich häufig mit der Bewusstseinserweiterung durch geistige und körperliche Grenzerfahrungen beschäftigen, fordert euch als Thema gerade mal dazu dazu heraus, euren offensichtlich schon mehrfach mit Berlinergold vergoldeten Stylisten Daumen rauf oder runter zu bewegen.
Besonders anrührend finde ich übrigens die Vermutung, das blendende Aussehen der Künstlerin "könne an der Lederjacke, die sie zum langen Abendkleid trug....."..
Oh Mann, Jessie, niemand, der nicht auch ohne diese Lederjacke schon blendend aussieht, tut das mit ihr ....
....ich vermute, die Gene, ihre Attraktivität und vor allem ihre Haltung und die gesitige Spannung bewahren Marina Abramovic davor, so auszusehen, wie Frauen, deren größte Leidenschaft darin besteht, abends mit Modemagazinen und der Tratschpresse auf dem Sofa abzuhängen und Rotwein dazu zu trinken....
Schade, dass ihr schon so konservativ zu sein scheint. Und das nicht nur bei euren eigenen Outfits. Wie alt seid ihr eigentlich?
@raffaela
Möglicherweise bist du ja noch sehr jung...aber dennoch... "traurig, nur die prüden Amerikaner.." das ist erstens Unsinn und zweitens ist so eine Aussage rassistisch, wenn man die Definition von Rassismus kennt. Die von Künstlern wie Abramovic beabsichtigte, mitunter sehr verstörende Wirkung der Darstellungen, ist schon weltweit zu beobachten gewesen.... andersherum wäre es für die Künstlerin schlimm...
raffaela
b.m.m. ich mein das nicht rassistisch, ich gehör selbst dieser nationalität an. der punkt ist, dass im rahmen des moma, wo es von touristen und familien nur so wimmelt, meinen beobachtungen nach kein angemessenes publikum vorhanden war. der unterschied ist genau, dass sich niemand über die verstörenden oder von mir aus provokanten szenen einliess, sondern immer nur empörung beziehungsweise erstaunen über die nackten performer zu bemerken war. ebenso war es mit der amerikanischen presse, die grössenteils über die "nackten menschen" im museum berichteten und ganz nebenbei die imposanten werke an und für sich kommentierten. so wussten auch fast alle, mit denen ich ins gespräch kam, dass irgendwelche unbekleideten "skurrilen" künstler im moma weilen, aber worum es ging oder wer das war konnte kaum einer wiedergeben. somit, ja, ich erlaube mir, nach eigener feldforschung die amerikaner als prüde zu bezeichnen.
Bridget Moerth Macklin
@raffaela
Das glaube ich dir natürlich! Mir ging es um den Hinweis auf den schmalen Grat, auf dem solche Vorurteile entlanggehen. Und zu deinen Beobachtungen kann ich nur sagen: Die hättest du auch anderswo auf der Welt machen können. Kunst will und soll ja polarisieren und segmentierend wirken. Daher werden wir es nie erleben, dass ein größerer Teil irgendeiner Bevölkerung restlos begeistert auf eine Performance von Marina Abramovic reagiert. Den Ort, In The Middle Of Nowhere, gibt es in jedem Land mehrmals...und die Menschen dort finden eben, wahre Kunst sollte gefällig, dekorativ und schön sein.... um der eigenen Biedermeier-Waldmüller-Häkeldeckchen-Volksmusik-und Gartenzaun-Romantik zu dienen .... die Leute wollen glücklich sein und sich dabei nicht stören lassen :-)
Ricarda
Danke für den Beitrag/Fotos. Aber es ist schon sehr enervierend, wie über eine großartige Kunstausstellung berichtet wird. Im Stil von "Gala" oder "Bunte". Ist das Absicht? Der Beitrag erinnert an Zickengespräche aus den 50er Jahre-Filmchen garniert mit Häme und einer Überdosis Neid. Man hätte was daraus machen können, schließlich war das keine SatC2-Premiere. Peinlich.