von Julia in Kategorie: Lifestyle 3Kommentare

Magazinwatch: 032c "William T. Vollmann Issue" No. 19

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Jessie war vom neuen Cover der 032c so gar nicht begeistert und fragte sich einen Tag lang, aus welchem Grund Danko Steiner die von uns so heiss geliebte Anja Rubik so merkwürdig an dem eleganten Stuhl posieren ließ. Ihr "Crystal and Chain"-Dress von Prada erinnerte uns mehr an diese Türgirlanden aus Plastik als an Pret-A-Porter, doch die High-Heels von Nicholas Kirkwood retteten das letzte Quentchen Wohlgefallen und verzeihen auch die nach hinten gegelten Haare.

Während meine Kollegin noch vom Kopfzerbrechen blockiert war, blätterte ich fix durch die im Vergleich zur "Thomas Demand Issue" noch dicker gewordene Bibel und hatte wie immer Schwierigkeiten meine Highlights herauszupicken. By the way: Auch Suzy Menkes war begeistert.

Mittlerweile macht das anfängliche Blättern durch die Anzeigen fast mehr Spass als bei den grossen Modemagazinen, so dass ich erst nach 10 Doppelseiten Balenciaga, Missoni, Dior und Tom Ford beim Vorwort angekommen bin. Dort im Fokus: die Anekdote zum Vogue-Editorial mit dem Künstler Cy Twombly aus den späten 60ern und das übergreifende Motto fürs vor mir liegende Heft "...celebrating the challenges and contradictions of life in the 2010's".

Unübersehbar gut ist vor allem das Special von Alexander Provan über den Schriftsteller William T. Vollmann, den ich natürlich vorher nicht kannte und jetzt zu schätzen weiss (so soll es sein). Seit 1987 hat der 1959 geborene Kalifornier in seinen Romanen und Essays vor allem Abgründe und Grenzwertiges in Gebieten wie Afghanistan, dem Balkan oder Kambodia festgehalten.

Modisch wird es dann wieder durch das grosse Interview mit dem Designer Rick Owens, in dem er munter über Selbstinszenierung, die perfekte Form und kopierte Entwürfe bei COS plaudert ("I can't hold onto something forever once it's in the air"). Das schon im Begrüßungstext erwähnte Fotoshooting von Horst P. Horst in dem Apartment von Cy Twombly lässt mich staunen und stiehlt den folgenden, aktuellen Produktionen fast die Schau. Eigentlich müssten sich diese aber auch nicht verstecken: Alisdair McLellan knipst wunderhübsche Modelgesichter, Daniel Sannwald kehrt zurück in die Steinzeit und Danko Steiner feiert mit Carmen Kass, Anja Rubik und Hannelore Knuts ein "Olympic Garden Cabaret".

In Sachen Architektur gibt es einen Artikel über Arno Brandlhuber, der vor einer Weile die Berliner Brunnenstrasse mit seiner neuen Kreation bereicherte (und die Redaktion von 032c nun dort als Mieter begrüßen darf). Um das kulturelle Themenportfolio komplett zu machen, gibt es einen filmischen Blick auf 30 Jahre American Gigolo und für die Kunst hält Matthew Barney seinen Kopf hin, der im kommenden Herbst eine neue Installation durchführen wird.

Die neue Kategorie "Select" im hinteren Teil des Heftes bewährt sich nach ihrer Premiere im letzen Heft wie erwartet. Dort finden sich kleine Links und Infos, die wir uns merken sollten: Ryan McGinley veröffentlicht nun das gleichnamige Buch zu seiner Fotoreihe "Moonmilk", genauso wie Bernhard Willhelm mit Jutta Kraus nach seiner Ausstellung im Museum Groningen in den Druck geht und die Galerie Gagosian zur Gruppenausstellung "Crash" den Katalog zum Verkauf anbietet. Tilda Swinton launcht ein Parfum und Hiroki Nakamura verrät Spannendes über sein fast schon geheimnisvolles Label Visvim.

Am Ende der Lektüre bleibt der Kopf erstmal für den Rest des Tages geschlossen. Gott sei Dank bleibt ja noch genug Zeit zum Nachblättern bis die neue Ausgabe in sechs Monaten erscheint. Wer bis dahin unter dem fehlenden Informationsnachschub leidet, kann mit mir dem Relaunch der Website entgegenfiebern.

Tags: 032c, anja rubik, matthew barney, rick owens
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3 Kommentare

  • Pina

    Die letzte Seite in Rot ist ja mal interessant.
    Da merkt man auch warum ein lieber Lehrer niemals ne Arbeit mit roten Blättern herausgeben sollte, da die Schüler sonst damit extreme Probleme haben werden und der Klassendurchschnitt mindestens um 3% Punkte fällt...
    Für Böse Lehrer ist da natürlich genau richtig....
    auf alle Fälle sehr schön

  • Eva

    Ich bin großer Fan eurer Magazinwatch-Rubrik und würde mich als Gestalterin freuen, wenn in Zukunft neben Fotografen, Models, Anzeigenkunden auch die Büros/Artdirektoren der Magazine Erwähnung finden würden. Bei 032c, Apartamento oder Gentle Woman ist mir das zufällig bekannt aber eine Style and The Family Tunes habe ich für einen Blick ins Impressum nicht so schnell zur Hand wie ihr! Das wäre super!

  • Julia

    @Eva: Danke für deine Anregung, wir versuchen das in Zukunft zu berücksichtigen. Also im Falle von 032c steckt Mike Meiré als Art Director dahinter, bei der Style and the Family Tunes ist es Jaybo.

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