Opening und Video: Stefan Strumbel "Home Sweet Home"
Anfang der Woche war Stefan Strumbel noch in meiner Heimat Düsseldorf, um beim Opening seiner Hauptgalerie Springmann dabei zu sein, die in Nordrhein-Westfalen ihre neue Dependance und die Ausstellung von JR feierte. Ein paar Tage später sitzen wir in der Sonne im Café "Altes Europa" in Berlin und plaudern während des Aufbaus seiner aktuellen Ausstellung "Home Sweet Home", die ab heute Abend in der Circleculture Gallery zu sehen sein wird, über japanische Buchbindungen und bunte Tattoos.
Seitdem sich Karl Lagerfeld vor ein paar Jahren als Fan seiner bunten Kuckucksuhren geoutet hat, ging es mit der Karriere von Strumbel aufwärts. Niemand verarbeitet das Thema Heimat und deutsche Tradition so zugänglich und ansehnlich, wie der ehemalige Grafitti-Sprüher. Seinen Eltern habe er damals ganz schön viel Ärger bereitet, als es Anzeigen zwecks Vandalismus und Hausdurchsuchungen regnete und so versuche er als brav arbeitender Künstler nun einiges wieder gut zu machen.
Ob sich das Traditonsetikett nicht besonders gut in den Staaten verkauft, möchte ich wissen und er belehrt mich eines besseren: Seit seinem (übrigens sehr tollen) Home-Special in der New York Times hat er allerdings keinen raketenhaften Umsatz verzeichnen können.
Dabei veranstaltete er zur letzten Art Basel in Miami Beach schon einfallsreiche Aktionen mit dem Titel Who The Fuck Stole My Clock? und liess über Nacht ein Exemplar klauen. Was lag da näher als mit Flyern um Hilfe zu bitten und dazu noch eine Party zu organisieren? Vorbildlich schafft Strumbel es also, traditionelle Werte in die Neuzeit zu übertragen. Die schreienden Farben und die Sprechblase mit englischer Fragestellung ("What the Fuck is...") sind wiederkehrende Elemente, die er einsetzt, um Kitsch auf eine Art und Weise zu zelebrieren, wie man sie gar nicht ablehnen kann.
Im Videointerview gab er uns weitere interessante Einblicke:
Was bedeutet Heimat für euch? Die Besucher einer Ausstellung in Freiburg geben Antwort (gefunden bei der Badischen Zeitung):
Hier einige Bilder der Ausstellung:
Update: Editionen gibt es seit eben auch im Online-Shop...












Catherine
Ist ja toll hier einen Artikel über Strumbel zu finden. Er kommt aus meiner Heimatstadt Offenburg und ist wirklich ein grandioser Künstler. Bei der Langen Nacht der Museen in Heidelberg konnte man auch eine überdimensionale quietschfarbene Uhr bewundern. Thumbs up to Stefan Strumbel!
Sarah
Wow! Schade, dass ich nicht in Berlin wohne ...
mimi
Aus Tradition macht er Modern Art . Toll ! Strumbel kannte ich noch gar nicht .Das hätt ich auch gern in meinem Wohnzimmer.
Werde ich mir ansehen.
piga
als dekorativer kitsch ist das was der gute strumbel macht ja ganz nett (aber auch nicht neu und schon an anderer stelle x-fach gesehen). ne interessante künstlerische position und qualität seh ich da nicht.
aber wenn sichs offensichtlich vermarkten und verkaufen lässt, hübsch für ihn.
boris truppka
sorry..aber ich finde es keunstlerisch ganz weit vorne...alleine von seinen inhalten - aber auch handwerklich*
und solche objekte habe ich noch nie gesehen - da ist jemand neidisch?
Mia
manchmal muss man kunst eben erleben und interpretieren, für sich selberm vielleicht aus der sicht des künstlers..das ist das was kunst ausmacht...im vergleich zu deko und kitsch hat kunst was "in der birne"