von Julia in Kategorie: Lifestyle 9Kommentare

Filmtipp: "A Single Man" von Tom Ford

header_asingleman.JPG Vorsichtig vorbeurteilt war mir klar, dass man an der Bildsprache von "A Single Man" nichts zu kritisieren haben würde. Der Film, der auf Grundlage des gleichnamigen Romans von Christopher Isherwood unter der leitenden Hand von Tom Ford realisiert wurde, hatte schon vor Monaten die Mode- und Filmwelt in den Wartezustand der Vorfreude getaucht. Kein Wunder, dass auch ich morgens aus dem Bett sprang und die Preview am Abend kaum erwarten konnte.

Und so sass ich dort 100 Minuten im bequemen Kinosessel und wartete vergeblich darauf, etwas zu entdecken, was ich bemängeln könnte. Leicht abgelenkt von dem immer wieder kehrenden, so pervers gut sitzenden, weissen massgeschneiderten Hemd, versuchte ich mich, auf den Inhalt zu konzentrieren.

Der Universitätsprofessor George Falconer (Colin Firth) verliert seinen (scharfen) Lebensgefährten (Matthew Goode) durch einen Autounfall. Er versucht einsam zurückgelassen den Verlust zu verarbeiten und beschliesst zunächst, sich mit einer Pistole das Leben zu nehmen. Er trifft alle Vorkehrungen, hält eine letzte Vorlesung und verabredet sich am Abend mit seiner besten Freundin (die gealterte, aber immer noch in guter Verfassung befindliche Juliane Moore). Es kommt am Ende alles anders und das ist auch das Besondere an diesem Film. Nicht eine Sekunde ist es langweilig, die Wendungen sind trotz ihrer Subtilität in der Lage, das Unerwartete konstant werden zu lassen.

Hat man trotzdem für einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit schweifen lassen, dann sorgt das Farbspiel der Kamera-Ablendungen zwischen 60er-Jahre-Grauschleier und edlem Filter mit starken Farbkontrasten für lebhafte Optik. Herr Ford enttarnt sich also als Meister der Ästhetik (was für eine Überraschung) und so ist es nicht verwunderlich, dass die atmosphärische Perfektion vor allem noch durch die Musik von Abel Korzeniowski unterstrichen wird. Und als wäre das alles nicht genug, schafft der Film vor allem eins: er überträgt dem Zuschauer die innere Gefühlswelt des Protagonisten. Ein Prosit geht also an Mister Firth und dem Rest des Projekts wünsche ich einen Regen voller Auszeichungen.

Hier der Trailer zu "A Single Man":

Mehr dazu bei der ZEIT, FAZ, imdb und in der NY Times.

Tags: a single man, filmtipp, kino, tom ford

9 Kommentare

  • Rene Schaller

    die faz war leider am sonntag nicht ganz so euphorisch, aber selbst ein bild machen ist eh die beste lösung :-)


  • Julia L.

    Danke für den Tipp! Habe schon gedacht, dass ich in nächster Zeit, das Kino nicht wirklich zu besuchen brauche. Schon jetzt glaube ich, dass es ein Klassiker werden wird.

  • hannah

    ich steh allein schon auf die farbwelt des films!

  • drikkes

    Mir hat er auch nicht besonders gefallen. Hat aber vielleicht auch - wie so oft - an der Erwartungshaltung gelegen.

  • Polina

    Danke für den Tipp! Tolle Bilder! Werde mir den Film anschauen.

  • Yulia

    Ich habe den Film auch schon gesehen und bin wirklich begeistert, dass kann aber an Colin Firth liegen.
    Er hat schauspielerisch alles gegeben und es ist wunderbar geworden.

  • Sarah

    Ein ganz, ganz toller Film!

  • Stephanie

    Also ich werde mir den Film auf jeden Fall ansehen. Er klingt doch wirklich interessant.

  • marielle

    ich fand ihn grossartig. (selbstverständlich ist der film besser im originalton...)

    colin firth = oscarwürdig gespielt!!

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