von Julia in Kategorie: Lifestyle 25Kommentare

Rückblick: Launchparty "Axolotl Roadkill"

Zur Einstimmung in diesen Aritkel möchte ich vorausgreifend sagen, dass jegliche Kommentare zum Thema, die nicht sachlich sind, hier zur Not auch nachträglich gelöscht werden. Die Diskussion um Helene Hegemanns Buch "Axolotl Roadkill" hat in den letzten Tagen und Wochen die Feuilletons, Small-Talks und Facebook-Pinnwände besetzt wie ein Sondereinsatzkommando der GSG 9 in einer Notfallevakuierung. Deshalb meine große Bitte: Kommentare nur on topic.

Letzten Freitag fand im Berliner Club Tresor eine Launchparty statt, die mit dem 18. Geburtstag der Autorin zusammenfiel. Mit 1.000 weiteren Gästen lauschten wir zuerst ein paar vorgelesenen Passagen aus dem Buch, bis es dann später auf die Tanzfläche ging. Bei Bier und Zuckerwatte verbrachten wir hier ein paar nette Stunden und hatten beim Verlassen der Veranstaltung fast den ganzen Trubel vergessen. Schade eigentlich, denn es war so schön, dabei gewesen zu sein. Endlich ist mal wieder was los im eingeschlafenen Literaturzirkus!

Meine Interviewanfrage wurde wegen der Medienexplosion bedauerlicherweise ins Ungewisse verschoben, während meine Linksammlung im Backend auf eine lange Liste anwuchs. Wer sich viel Querleserei sparen möchte, der lese einfach den Beitrag von Iris Radisch in der ZEIT, der das ganze Debakel gut zusammenfasst.

Allen anderen, die sich in die Unvoreingenommenheit retten konnten, empfehle ich aus tiefstem Herzen "Axolotl Roadkill" tatsächlich zu lesen. Es hat mich aus dem Hier und Jetzt gesogen und das war mir Erlebnis genug. Helene for president. Spannungsbogen is the new thing.

Mehr Informationen über Helene und wie alles begann gibt es hier. Weitere Fotos der Geburtstagsfeier hat Trevor veröffentlicht.

Der Trailer spricht für sich:

Tags: axolotl roadkill, berlin, buchtipp, helene hegemann, party

25 Kommentare

  • karla

    ok, ich versuche on topic: ich finde ich schade, dass die Zusammenfassung in der Zeit "Strobo" nicht erwähnt und auch nicht verlinkt. oder habe ich das übersehen? irgendwie erscheint mir das in dem Zusammenhang wichtig.

  • Rene Schaller

    es ist kaum möglich unvoreingenommen an das thema ranzugehen, schließlich wurde man schon morgens beim zähne putzen im radio damit konfrontiert.

    ich glaube die diskussion ist den verkaufszahlen durchaus zuträglich und es werden doch ein paar mehr leute lesen wollen was sie schreibt, ob das wirklich so krass ist wie in den medien berichtet. mich hat das buch vorher nicht tangiert, und auch jetzt tut es das nicht. es liegt unter anderem auch am alter der dame, ich glaube nicht das es mit etwas gibt oder meine weltsicht nachhaltig beeinflusst.

  • Amanda

    Sollte man nicht gerade als Blogger dieser ganzen Sache kritisch gegenüberstehen - gelinde gesagt ?

    Ich werd das Buch jedenfalls aus Prinzip nicht lesen.

  • vera

    in der Zeit (Print) Feuilleton wird das Thema in mehreren Artikeln ausfüüüührlichst abgehandelt und Strobo auch erwähnt. Iris Radisch geht hier jedoch primär auf die Hetze der älteren Feuilleton-Herren ein, sie kritisiert das Frauenbild dieser Kritiker und thematisiert weniger das Copyright-Problem. Aber ich kanns auch nicht mehr hören ... gähn.

  • Leila

    Alleine der Trailer ist kompletter Mist und spricht nur für das Alter der Autorin. Ganz tolle Idee Kinder über Heroin quasseln zu lassen. Ein kläglicher Versuch revolutionär zu sein.

  • Pina

    Also sollte die Autorin dieses ganze Medienspektakel mit dem Copyright und so weiter alles eingeplant haben, dann würde ich hier aufjedenfall zu einer überaus gelungenen Marketing strategie gratulieren, denn gerade hier gilt der Spruch:

    Auch schlechte Publicity, ist gute Publicity!

    Denn sie schafft es immerhin das sich so viele Leute darüber unterhalten, was ganz natürlich ihre Verkaufszahlen in die Höhe treiben wird, wie man bei Feuchtgebiete sieht.

    Darin hinein würde dann auch die Eröffnungsparty und der Viedeo Trailer passen.
    Ich kann mich gar nicht mehr errinnern, wann ich das letzte mal einen Trailer zu einem Buch gesehen habe!

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    Was ich mich aber frage, ist, warum man hier nur zu diesem bestimmten Thema posten soll und nicht zu dem gesamten? Besteht nicht gerade ein Blog aus den kontroversen Diskussionen in den Kommentaren? Und wie soll man das eine mit dem anderen schon auseinander halten?

  • anne

    hier noch ein tipp zum thema (on topic!) http://www.sueddeutsche.de/kultur/702/503920/text/

  • Mary

    Amanda, zum Glück gehört man als Blogger eben keiner meinungsgleichen Masse an, sondern bildet sich die eigene Meinung. Auch gibt es keine geschlossenen Reihen, aus denen jetzt jemand (vermeintlich) getroffen wurde. Wie schlimm wäre es, wenn hier Sippenhaft gelten würde.

    Ich habe an der ganzen Diskussion nie verstanden, wieso sich an Strobo aufgehangen wird, als gäbe es nur diese Referenz. Sie zählt sogar zu einer der schwächeren Referenzen im Buch. (Disclaimer - natürlich habe ich es verstanden, es geht hier um die Konstruktion eines vermeintlichen David-Goliath-Kampfes, den "die Blogger" nutzen um sich ein weiteres mal ihrer Legitimation zu versichern. Wer hier sagt, als Blogger sollte man wissen, auf welcher Seite man steht, hat das ganze System nicht verstanden)

  • Mary

    das war off-topic. ich habe aber auch on-topic leider gar nix zu sagen, weil ich nicht da war. ich hoffe nur, der rené und der lars haben sich gut geschlagen.

  • Karen

    Julia, ich finde es super, dass Du auf den Artikel von Iris Radisch verweist. Diesen Beigeschmack des "jemenitischen Teehauses" wird man tatsächlich nicht los, wenn man bedenkt, wie über Hegemann vor dem Textklau geschrieben wurde.

    @Leila: Das Video finde ich auch sehr schwach. Aber man sollte von dem Erzählstil des Videos nicht auf den Erzählstil des Buches schließen, da liegt viel dazwischen.

  • paula

    Plagiat hin oder her, sie ist gerade mal 18 gworden und hat es innerhalb von ein paar Wochen geschafft auf eine Art zu polarisieren, wie damals Charlotte Roche. Klar beim Lesen fällt auf, dass alle statement unheimlich erwachsen wirken, aber das Gefühl, wie es im ersten kapitel beschrieben wird, aufzuwachen und von sich selbst gelangweilt zu sein kennt manchmal jeder Jugendliche. Die Sprache ist heftig aber die beschriebene gesellschaft ist es genauso. Die Frage ist, ob sich dieses jugendliche Wunderkind auch nach ihrem ersten Skandal bewähren kann und zwar statt mit leeren Worten der Entschuldigung mit Texten, die beschäftigen und Aussage haben.

  • Julia

    Ich habe das Buch direkt am Anfang - noch vor den Plagiatsvorwürfen - gelesen, und ja, ich war ebenso hineingesogen in das Buch, hab es quasi in einem Rutsch verschlungen. Für mich zeigte sich hier eindeutig ein Schreibtalent, auch wenn sich viele Wortbandwürmer sicherlich auch in vielen Tagebüchern sprachbegabter 18-jähriger finden.

    Umso überraschter war ich, als es Plagiats-Vorwürfe hagelte, denn es handelt sich hierbei ja nicht nur um ein oder zwei nicht gekennzeichnete Zitate, sondern um ganze abgeklaubte Passagen. Das ganze schlicht "Intertextualität" zu heißen ist dann tatsächlich weniger stilvoll.

    Viel lustiger sind allerdings die wundervoll geführten Debatten in den Feuilletons, die von "Das neue Wunderkind!!" rasant umschwenkten zu "Hab ich's nicht gesagt?!"

  • Amanda

    Hey Mary! :)
    Mir geht es in allererster Linie um das Abschreiben, wenn es denn so geschehen ist. M.E. ist das auch keine Intertextualität. Aber vielleicht kennt sich die Autorin ja mit postdramatischen Stilmitteln besser aus, schließlich ist sie mit Herrn Pollesch per Du. ;)

    Ja, ich muss dir recht geben, natürlich wird hier ein "David vs. Goliath"-Kampf aufbeschworen, meiner Meinung nach zwar nicht ganz zu unrecht - aber ja, es geht um das genrelle Problem des Plagiatvorwurfs, egal ob nun von einem Blogger abgeschrieben wurde, oder sonst wo.

  • Lilly Rose

    Meiner Ansicht nach hat sie jetzt genug (unbeabsichtigte) Publicity für ihr erstes Buch durch das Aufliegen der ganzen Sache. Ihren Ruf als Schriftstellerin hat sie sich aber gleichzeitig kaputt gemacht.
    Oder glaubt jemand, dass sie jetzt zur festen Größe in der deutschen Literaturszene wird?

  • Mia

    Abseits vom Buch und der Plagiats-Causa: Laut Johannes Thumfarts Artikel "Zuckerwatte statt Koks" (Zeit Online) gab es 700 geladene Gäste (darunter sehr viele Journalisten), das Geburtstagsfest wurde von der renommierten Agentur K-MB ausgerichtet und war anscheinend eine reine Verkaufspräsentation des Buches. Ich frage mich ob man Hegemann in der Kunstszene noch ernst nimmt, entwickelt sich die ganze Publicity in eine Richtung, die an Paris Hilton erinnert. Es fehlt nur noch das Sex-Tape.

  • Mathis

    Es wundert doch schon sehr, dass kürzlich noch ein Artikel zu textilen Plagiaten zu lesen war und nun für unvoreingenommenheit gegenüber einem literarischen teilweise Plagiat gebeten wird.

  • juju

    "der trailer spricht für sich", zum Glück nicht für das Buch... Der Trailer ist für mich ein reiner Marketingtrick und vorhersehbar langweilig, erstaunlich, da ihr Film Torpedo ziemlich klasse ist. Das Buch ist egal wieviel darin zusammengeflickt wurde aus Zitaten und aufgeschnappten Redewendungen etwas ganze Eigenes, Spannendes, was tatsächlich einen Sog entwickelt und einen entlässt wie drei durchfeierte Nächte mit kristallklaren Momenten, an die man sich anschließend nur dumpf erinnern kann. Absolute Leseempfehlung.

  • Antonia

    Meiner Meinung nach kann man hier auch nicht mehr von Intertextualität sprechen. Da ist zuviel geklaut worden - und im vorhinein zu viel hoch gelobt worden. Trotzdem wird sie wohl ein gewisses Talent ( zum berühmten Namen) haben und hoffentlich im nächsten Werk dann auf ihr eigenes Können berufen.

  • Eva

    Nachdem ich mir einige Stimmen zu beiden Büchern durchgelesen habe, möchte ich hier nur kurz anmerken, das mich die Thematik an sich kalt läßt.
    Warum? Tja warum muß man einen Selbstzerstörerischen Lifestyle so thematisieren und ganze Bücher darüber schreiben, sodass ein 16 jähriges Mädchen (jetzt 18 ich habs gelesen!) sich inspiriert fühlt auf diesen Zug aufzuspringen.

    Das ganze dann noch als große Literatur zu loben halte ich für maßlos übertrieben und zeigt, was in unserer verkorksten Konsum- und Schönheitsoriebtierten Gesellschaft offensichtlich den Nerv der jungen Leserschaft trifft...
    Fraglich, wie ich finde!!

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    Da mein Beitrag sicher als "off Topic" eingestuft wird kann er wegen mir gelöscht werden.

  • laura

    ich habs gelesen und war anfangs negativ überrascht. aber unterm strich hats die gute helene sprachlich, und damit meine ich hauptsächlich ihren sehr ausgeprägten wortschatz, für ihr doch noch zartes alter, ziemlich drauf!

  • Jana

    @Antonia - perfekt zusammengefasst.

  • anne

    ich stimme mathis wirklich zu. das textile plagiat werde nun "bestimmt nicht mehr" getragen, hat die autorin empört kommentiert.

  • Mya

    Hab gehört, dass Airen auch dort war. Find ich klasse!

  • Katharina Marie

    Die eine oder andere Leserin wird sich wohl wiedererkennen!

    "Aus der beleuchteten Luke lugen in Augenhöhe infernalisch lächelnde Kastenbrillenträgerinnen. Das Gehege ihrer Zähne ist hinter grell rot geschminkten Lippen in leichenhaft bepuderten Faces eingesperrt.Hinter mir quetscht sich eine aus ihren zu engen Klamotten quillende, bebrillte Frau mit kurzen schwarzen Haaren an mich, die in diesem Augenblick der hässlichste Mensch zu sein scheint, den ich je gesehen habe. Dunkles Geheimnis Heterosexualität, ich könnte kotzen."

    Zitat aus "Anything Ghost", dem Artikel von Gustyv Seibt in der Süddeutschen Zeitung(sehr zu empfehlen)
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/702/503920/text/

  • kathi

    mathis bringt es auf den punkt. auch wenn es mir selbst nicht aufgefallen ist, jetzt wo es so gesagt wird...vielleicht liegt es daran, dass die textilplagiat-firma nicht zu einer exklusiven geburtstagsparty geladen hat?! übrigens schade, früher hat es mehr spaß bei euch gemacht. als man noch seine freie meinung äußern durfte.

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