Montag, 08. Februar 10 | 16:01 Uhr | Jessie | 39 Kommentare | Kategorie: Mode
Lesetipp: What The Independent Article Didn't Tell Us
Mit dem Artikel "Fluff flies as fashion writers pick a cat fight with bloggers" im Londoner The Independent begann Ende Januar ein kleiner Trubel in der internationalen Modeblogosphäre. In dem Artikel wirft die Autorin Susie Mesure den Bloggern grob zusammengefasst vor, von Modehäusern benutzt worden zu sein, um positiv über die jeweiligen Haute-Couture-Schauen zu berichten oder PR-Geschichten zu streuen. Die Geschichte wurde aktuell am Beispiel von Tavi Gevinson erzählt, die doch noch dazu die "Dreistigkeit" besaß, mit ihrer Haarschleife den Blick auf die Kreationen zu stören.
Und da fängt er an, der hochgespielte Kampf zwischen Vertretern aus den klassischen Modemagazinen und den Fashionbloggern, der doch eigentlich keiner sein sollte und dürfte. Eine Managerin von Selfridges, Sarah McCullough, brachte den Ball ins Rollen: "It's mind-blowing that bloggers like Tavi are at the couture shows and being showered with all kinds of gifts. It has soured things a little bit for me."
Ein Redakteur vom GQ Magazine setzt drauf: "As soon as they've been invited to the shows, they can no longer criticise because then they won't be invited back."
Das ist auch schon die Überleitung zu meinem Lesetipp von Imran Amed, der auf Business of Fashion täglich über die Modeindustrie berichtet. Schon oft unterhielten wir uns in der Vergangenheit über die "Käuflichkeit" von Bloggern und sein Artikel "What The Independent Article Didn't Tell Us" beleuchtet all die wichtigen Kriterien, die (nicht nur) ein gutes Blog angesichts des obenstehenden Vorwurfes ausmachen sollte. Seine These:
In theory, there is nothing wrong with bloggers building relationships with brands and gaining special access. But, if these relationships become so cozy that bloggers stop saying what they really think, they risk losing the audiences that have grown to love them.
Amy Odell von The Cut nahm sich dem Thema an und stellt ehrlich und offen fest: "It's hard to find anyone in the fashion industry who doesn't fear pissing off a designer within an inch of their life. It's also hard to find people who will turn down a lovely gift from Christian Dior. If even the industry veterans and studied critics, as Johnson says, "know what's good," it doesn't matter a whole lot if they can't say what's not." Und weil sie kein Blatt vor den Mund nimmt, gehört das Blog des NY Mags zu meiner täglichen Pflichtlektüre.
Auch Blica wirft die Frage nach der Unabhängigkeit von Fashionblogs auf, und Michaela antwortet, dass das "absolut kein blogspezifisches Thema" sei, wozu ich ihr sofort beipflichte.
Kommentatorin Lälah sieht das anders und schreibt: "Bezahlte Blogs sind schon einmal per se nicht unabhängig. Wenn ein großes Blog, das einem Verlag angehört und einem Netzwerk, das alleine 3, 4 Frauen nur für das Marketing beschäftigt, drei Posts hintereinander einer namenhaften Marke und einer ihrer Interessen widmet sehe ich da keine Unabhängigkeit mehr."
Nicht ganz unwahrscheinlich, dass Lälah diese Aussage vielleicht auch auf LesMads bezieht und genau da muss ich sie leider enttäuschen: Ja, in gewisser Hinsicht sind wir abhängig - weil das Bloggen inzwischen unser Beruf geworden ist und wir für unsere Arbeit bezahlt werden. Doch redaktionell sind wir in größtem Maße unabhängig; mangelnde Authentitzität bezahlt schon lange keine Rechnungen mehr. Potenzielle Werbekunden werden, wie bei jeder journalistischen Publikation, an den Vermarkter verwiesen und Werbung als solche gekennzeichnet.
Susanna Lau von Stylebubble weiss, was der Blogosphäre sonst blüht: "It is up to the blogger how they handle it and how they portray themselves. They are accountable to their readers and if they choose to do something that strikes [readers] as being biased or 'bought by brands,' then they have to suffer the consequences."
Und dann wäre da noch das Thema der Bestechlichkeit, das auch auf Modebeitrag diskutiert wurde. Hierzu kann ganz eindeutig gesagt werden: Als angestellte Redakteure unterliegen wir sehr deutlich formulierten Regelungen zur Annahme von Geschenken, die bei Verstoß bis zur Kündigung reichen könnten. Und wenn wir eine Presseeinladung annehmen, stimmen wir diese im Vorfeld ab, schauen, ob das Thema in unser Blog passt, kommunizieren es offen und sind dabei vor allen Dingen auf Einblicke in unbekannte Umgebungen gespannt.
Nur wer zu dem steht, was er schreibt - und das tut, ohne sich von einem Marketingbudget verführen zu lassen - kann sich auch nachhaltig einen Namen in der Branche erarbeiten. Und dafür gibt es schliesslich auch unter Bloggern einige prominente Beispiele.
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mirjam | 08.02.10 · 16:41 Uhr (#)
wer ist schon unabhängig...
Rene Schaller | 08.02.10 · 16:52 Uhr (#)
ihr habt eine schöne diskussion aufgenommen und ich hoffe sehr, dass hier zahlreich kommentiert werden wird (ohne die oft vorherrschenden angiftungen!), schließlich ist das wirklich ein spannendes thema.
ihr als angestellte seit natürlich an verträge gebunden, da wird zum einen die 'bestechlichkeit' geregelt (untersagt) und zum anderen ein gewisses verhalten erwartet. wie julia mal in einem interview (ich glaube es war zdf) gesagt hat, versucht kritik eher diplomatisch zu äussern oder vielleicht einfach das thema erst gar nicht anzuschneiden. ich verstehe das auch vollkommen, ihr macht einen job und da sind halt gewisse regeln inbegriffen.
als freier blogger ist man 'nur' sich selbst verplichtet und da ist die sache weitaus schwieriger. natürlich träumen viele davon auch mal bei den schauen dabei sein zu dürfen, die erste reihe ist dann wahrscheinlich sowas wie der siebte himmel. es ist relativ leicht seine besucherzahlen zu steigern und somit für die industrie interessant zu werden, und dann lauern die gefahren. ich möchte nicht schon wieder die jungen blogger vorführen, aber natürlich sind leute wie tavi (gibt es ein deutschen equivalent dazu?) dann idole. sie macht alles wovon andere träumen, trägt klamotten die sich vielleicht einige wünschen und trifft leute die andere (auch ich) gerne mal treffen würden. wie schnell ist dann hier mal ein geschenk angenommen und da mal der für die pr-agentur passende post dazu geschrieben!? und schnell gewöhnt man sich an diese gängeleien und kann nicht mehr ohne. plötzlich tauchen produkte auf die eigentlich gar nicht zur person die sie vorstellt passen und die er/sie vielleicht selbst nie nehmen würde. aber nein sagen geht dann auch nicht mehr, die angst mal nichts mehr zu bekommen ist zu groß. letzte woche habe ich ein tolles bespiel dafür gefunden, da wird die komplette 'product range' eines deoherstellers unter die leute gebracht. wer gewinnen will muss natürlich schön verlinken, so wird zum einen das produkt zigfach erwähnt und der blogger steigert seine besucherzahlen. die glaubwürdigkeit ist dann aber auch dahin!
einladungen zu shows, mit geschenken gleichgesetzt, halte ich allerdings nicht für bestechung, zumindest solange sie nicht mit flug und übernachtungen einhergehen. man muss auch als blogger die möglichkeit haben sich selbst ein bild zu machen, nur von fotos lässt sich ein produkt schwerer kritisch beurteilen. es ist klar, dass 99% nicht das geld haben einfach zweimal im jahr vier wochen auf modenschauen in verschiedenen städten zu sein, das ist der vorteil wenn man zu einem verlag gehört und in keinster weise verwerflich.
noch kurz zu mir: ich bin froh einen job zu haben den ich genauso mag wie das bloggen, er finanziert mir mein leben und der blog ist somit komplett mein hobby. ich habe dadurch die freiheit zu posten was ich mag und zu schreiben (kritisieren) was ich will, ohne befindlichkeiten berücksichtigen zu müssen.
Theresa | 08.02.10 · 17:00 Uhr (#)
Warum sollten Blogger kein Geld verdienen, sie sind dann trotzdem immer noch unabhängiger als Redaktionen...
elishes | 08.02.10 · 17:02 Uhr (#)
ich finde den beitrag sehr gut! das thema ist wohl überhaupt in aller munde. man merkt eurer arbeit auf jeden fall an, wo ihr herkommt und das ihr das, was ihr macht, sehr gut macht. ich bewundere eure arbeit und bin mir als leser definitiv darüber bewusst, dass es sehr schwer ist die balance zu halten. ich mag euren stil sehr und wünsch euch weiterhin viel mut!
Leila | 08.02.10 · 17:38 Uhr (#)
"Nicht ganz unwahrscheinlich, dass Lälah diese Aussage vielleicht auch auf LesMads bezieht und genau da muss ich sie leider enttäuschen: Ja, in gewisser Hinsicht sind wir abhängig - weil das Bloggen inzwischen unser Beruf geworden ist und wir für unsere Arbeit bezahlt werden. Doch redaktionell sind wir in größtem Maße unabhängig; mangelnde Authentitzität bezahlt schon lange keine Rechnungen mehr. Potenzielle Werbekunden werden, wie bei jeder journalistischen Publikation, an den Vermarkter verwiesen und Werbung als solche gekennzeichnet."
Erstmal muss ich sagen ich erquicke mich nicht an Bestechlichkeit diverser Blogs. Deswegen bin ich auch nicht enttäuscht.
Ich möchte einfach nur Folgendes sagen:
der Anschein, bei Blogetten handelte es sich um im revolutionäre Internethippies, die ein kaptialistisches und hierarchisch ausgerichtetes System ( in diesem Fall Printmedien) zum Einsturz brächten und großem Ideal hinterherliefen, wie z.B Unanbhängigkeit und Authentizität, ist meiner Ansicht nach ein künstlich fingiertes Bild karrierebewusster Frauen, die die Gunst der Stunde oder die des Zeitgeistes auszunutzen wissen.
Ich bin nicht der Meinung Magazine sind per se bestechlich. Auch das ist ein Bild dass vor allem von Bloggern gemalt wird. Wenn Vogue Marc Jakobs verreißen will wird sie es tun und ich glaube nicht er wird sie deswegen ausladen. Wäre er ja auch schön blöd. Es ist ja die Vogue. Wie Jessie auch sagt, um sich zu verkaufen muss auch ein Qualitätssiegel vorzuweisen sein. Das ist ungefähr wie mit Stiftung Warentest.
Trotzdem sind bezahlte Medien darauf ausgerichtet möglichst viele Klicks zu erreichen und gleichzeitig auch ein Image nach außen zu vertreten. Genauso wie auch im Print.
Der Unterschied ist, bei den Printmedien steht ein Name hinter dem Blatt. Bei einem Blog die Blogautoren. Das macht es einfach authentischer und dem Anschein nach ehrlicher. Ob das dann so ist kann man dahinstellen.
Aber etwas an meiner Kernaussage vorbei. Denn nicht die bezahlten Blogs alleine sind die schwarzen Schafe. Insgesamt denke ich Blogs sind genauso festgefahren in ihrem Inhalt und von Profit getrieben, wie auch die Printmedien. Und deswegen wird das Modeblog auch ein zeitgenössisches Phänomen bleiben. Denn wenn Geld ins Spiel kommt verflüchtigt sich der Revolutionsgeist- und Willen.
Leila | 08.02.10 · 17:41 Uhr (#)
Und noch ein weiteres:
Publizieren im Internet ist einfach ein neuer Jobsektor, in dem die gleichen Regeln gelten, wie in jedem anderen Berufsfeld das auf Selbständigkeit basiert auch. Mucho Ego, bisschen Passion, sehr viele Dollareszeichen.
Lisa | 08.02.10 · 17:43 Uhr (#)
Lähla ist doch eine (sogar recht bekannte) Bloggerin. Sie macht gemeinsam mit Sarahlapetite das Blog Surrounded. Das kann man auch über Ihren Kommentar bei Blica nachverfolgen, und ich denke Ihr wisst das auch, also:
Warum verlinkt Ihr alle anderen Blogger und benennt diese als solche, Sie jedoch nicht?
Sehr eigenartig- klar, die Kritik äusserte sie in Kommentarform, dennoch ist Sie in erster Linie Bloggerin und nicht Kommentatorin. Bleibt doch einfach professionell.
tatushana | 08.02.10 · 18:04 Uhr (#)
Leute, ich finde eure Beiträge extrem werbelastig.
Und dass Kommentare, die auch nur ein Hauch kritisch sind nicht veröffentlicht werden oder die Kommentarfunktion ganz abgeschaltet wird ist ein absolutes Blog No-Go!
Julia | 08.02.10 · 18:04 Uhr (#)
...und warum verfolgt ihr deren Blog überhaupt noch, wenn er nich mehr im Blogroll gelistet ist?
Damals noch einer eurer Lieblinge, später dann bei den Gesammelten - und dann gar nicht mehr!
..hat mich doch sehr verwundert
@tatushana Kommentare werden nur dann nicht veröffentlicht, wenn sie anonym und ohne gültige Emailadresse verfasst werden. Wenn Personen uns offen kritisieren
möchten, stellen wir uns sehr wohl der Diskussion.
@leila kann dir in vielen Aspekten zustimmen, allerdings kann man auch nicht alle Blogs über einen Kamm scheren, wie auch schon Rene sagte – es gibt schliesslich allerhand unterschiedliche Ansätze. Da kann man auch noch Revolutionsgeist finden ;)
@lisa sowohl die Links zu Lähla als auch zu Michaela haben wir inzwischen ergänzt.
@julia da hat ja jemand sehr genau aufgepasst. Es geht hier um Kommentare auf anderen Blogs. Mehr zur Blogroll hier.
Lisa | 08.02.10 · 18:16 Uhr (#)
sehr gut, dass Ihr das noch gemacht habt
Floris | 08.02.10 · 18:46 Uhr (#)
Wenn Julia die Leser so anzickt wie hier, frage ich mich sowieso, für wen ihr eigentlich schreibt.
Da kommts auf ein bischen mehr oder weniger Glaubwürdigkeit wegen PR nicht mehr an.
Lisbeth | 08.02.10 · 19:40 Uhr (#)
@Floris Danke, Julias Antwort hat mich auch schwer geärgert! Und um jeglichen Verdacht gleich auszuräumen, ich gehöre nicht zu denen, die unter jeden ihrer Posts einen bösartigen Kommentar setzen.
Marie | 08.02.10 · 20:07 Uhr (#)
Mädels, bekommt von mir aus 5000 Euro im Monat - Ich muss es ja nicht bezahlen.
Ihr erspart mir vielmehr Geld, denn dank euch kann ich jetzt auf die ein oder andere Modezeitschrift am Kiosk gut verzichten.
An dieser Stelle also "Danke"! :)
Sonja | 08.02.10 · 20:18 Uhr (#)
@Floris
Also als "anzicken" würde ich das jetzt nicht gerade bezeichnen... Sie verteidigt sich nur und das ist auch ihr gutes Recht.
Mia | 08.02.10 · 20:57 Uhr (#)
`Unabhängigkeit´ und `Objektivität´ zwei Schlagworte, die sooft im Journalismus verwendet werden, dass einem der Reizhusten kommt. Es ist einfach lächerlich anzunehmen jemand könnte diese beiden Attribute - auch wenn sie noch so löblich sind - erreichen. Schon gar nicht in der Mode, die per se ein subjektives Empfinden ausdrückt.
Rene Schaller | 08.02.10 · 21:38 Uhr (#)
es gibt in der mode keine objektive meinung, es gibt keine messlatte die man anlegen kann und die dann bestimmt zu wieviel prozent ein kleidungsstück oder look gut ist. stiftung warentest kann das vielleicht bei thermoanzügen, aber das ist dann das wort mode auch fehl am platz...
es geht aber auch nicht darum wie etwas bewertet wird, sondern ob die meinung die eigene ist oder beeinflusst wurde. und sachgeschenke helfen natürlich etwas nicht so gutes besser dastehen zu lassen.
Karen | 08.02.10 · 22:17 Uhr (#)
Kleiner Nachtrag: Tavi hat mit folgenden Worten auf die Anfeindungen reagiert:
"I'm going to New York on Saturday. I will be wearing some more hats. If you happen to be sitting behind me and you'd like to be able to see, just ask."
Tinka | 08.02.10 · 22:35 Uhr (#)
Hat den Artikel damals keiner gelesen?
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,561518,00.html
Journalismus ist doch das, was zwischen der Werbung steht? Oder steht zwischen den Werbeanzeigen die PR? Mmmh....
Floris | 08.02.10 · 22:55 Uhr (#)
@Sonja - "einige von euch haben einen an der Meise", "seid doch mal froh, dass wir hier was für euch thematisieren".
Für solche Formulierungen existiert ein Fachbegriff: zickig.
Die Leser erst beschimpfen und dann zur Dankbarkeit ermahnen - nicht professionell.
JulianaS | 08.02.10 · 23:06 Uhr (#)
@Floris
Du kritisierst sehr heftig. Aber ich muss dir leider recht geben - und das passt in diese Blog-Diskussion.
Ein Weblog ist nichts anderes als ein Tagebuch online. Kein differenzierter Journalismus, sondern rein subjektive Betrachtungen. Wer von dieser Selbstdarstellung lebt, muss auch Kritik abkönnen ... und sollte seine Leser nicht niedermachen.
johanna | 08.02.10 · 23:23 Uhr (#)
Weblog = Tagebuch
Sind wir mal ehrlich: mit dem Schreibstil bekommt in einer "echten" Moderedaktion nicht mal einen Job als Empfangsassistentin.
cosima | 08.02.10 · 23:32 Uhr (#)
Also ich kann mich nicht erinnern jemals in der Vogue, weder im In-noch im Ausland je auch nur einen kritischen Artikel zu einer Kollektion gelesen zu haben. Von den weniger exklusiven Magazinen die eine sog. "Modestrecke" (örks) ihr eigen nennen, ganz zu schweigen.
Mag sein, das es sowas gelegentlich mal gab, an mir ist es jedenfalls vorübergegangen, und ehrlich gesagt, komme ich mir von den Printmagazinen verarscht vor. Was soll das, dass ich mir jedes Frühjahr wieder Lobeshymmnen auf die gleichen Marine/Hippie Looks durchlesen soll, wie letztes Jahr?
Das sich so etwas überhaupt Journalismus nennt ist in meinen Augen eine bodenlose Frechheit. Und auch wenn sich das Blatt mit zunehmender Bedeutung der einzelnen Blogger wenden mag, sie trauen sich wenigstens mal, eine Kollektion zu kritisieren. Das ist für mich im Moment Grund genug sie zu lesen.
TamaraFrancesca | 09.02.10 · 00:11 Uhr (#)
@cosima
natürlich kritisiert Vogue keine durchschnittlichen Kollektionen - sondern die werden einfach ignoriert. Dafür produziert Vogue Modestecken. Vogue macht Models, Fotografen und auch Designer zu Stars. Bringt Mode in einen neuen Kontext.
Darüber plappern dann die Blogger.
Blogger haben ihre Berechtigung, aber sie kreieren nichts und sind darum nicht mit einer klassischen Moderedaktion zu vergleichen. Sie blubbern vor sich hin und fotografieren sich gegenseitig in ihren neuen H&M Klamotten.
marie antoinette | 09.02.10 · 00:15 Uhr (#)
the day the holy blog-hype died.....
seit h&m modeblogger (hopehope, bits ans bobs, les mads) im multipack nach paris und in ihre showrooms einladen, und danach alle blogger schön brav nicht nur einmal, sondern im 3tagesrhythmus die highlights der h&m kollektionen anpreisen, dann ist das sicher ein guter finanzieller deal für die modeblogger, aber ein armseliges zeugnis der meinungsfreiheit. und gerade DAS hat doch die blogs von all den jungen kreativen frechen männer und frauen von den unendlich betulichen, von pr-agenuren orchestrierten printmedien unterschieden.
wer alles genauso mitmacht, was die modegiganten diktieren, der soll ins PR-Fach wechseln - und zwar unverzüglich. king scott und queen garance sollten doch vorbilder sein, wie mann und frau es richtig machen könnten. das hat stil, das hat klasse.
«i,m not a pr-slut» schreibt die schweizerin playlust auf ihrem blog. recht hat sie! und hier zeigt sich mal wieder, wo sich die spreu vom weizen trennt. hat hier ausser mir auch jemand diese difuse vorahnung, dass der extreme hype der modeblogs sich selbst langsam, aber sehr sicher das grab schaufelt. Und wieder mal hat eine revolution die eigenen Kinder gefressen... r.i.p. bloghype
Mauri | 09.02.10 · 00:31 Uhr (#)
Natürlich, oft wird das Geld was man mit einem Post verdienen kann wichtiger als die eigene Meinung.
Gute Blogger machen das allerdings nicht!
Man sollte sich selbst doch wohl immer treu bleiben und auffällig ist es jawohl vorallem, wenn man eigentlich gegen etwas ist und plötzlich eine komplette Kollektion gut findet.
Schwachsinn!
Ob dadurch allerdings direkt der komplette Bloghype gestoppt wird denke ich kaum.
morris | 09.02.10 · 00:45 Uhr (#)
@Marie Antoinette
Genau. So ist es. Und es wurde auch langsam Zeit. Fashion 2.0 will nur Kuchen essen - und
das Volk verhungert .... daran ändert auch ein 13jähriges Wunderkind nichts. Man kann nur hoffen, dass sie ohne psychischen Knacks da rausfindet....
http://www.stylelist.com/2010/02/08/tavi-a-13-year-old-blogger-is-the-fashion-worlds-latest-obsession-something-wrong-with-this-picture/
antoine marionette | 09.02.10 · 02:21 Uhr (#)
Hier wird viel über die Berechtigung des Blogs diskutiert - anstatt über die Beiträge und über Mode.
Das beweist: inhaltlich sind die Beiträge zu schwach. Hier ein wenig copy/paste, da schnell ein Schnappschuss dazu, angereichert mit dünnem Tegebuchgeschreibsel - das reicht nicht aus.
Bloggermarionetten für Öffentlichkeitsarbeit, die "User-generatet-Content" und Leserdaten generiert.
Nadine | 09.02.10 · 06:55 Uhr (#)
Ich habe mir jetzt alle Artikel zu diesem Beitrag durchgelesen und bin echt ein wenig schockiert. Es ist doch wirklich ganz verständlich, wenn sich Blogs am deutschen Markt durchsetzen wollen, der noch wie ich finde noch lange nicht ausgereizt ist, dann ist doch wohl klar das man Einladungen zu den verschiedensten Events der großen Modemarken bekommt. Ich vermute nicht gleich hinter jedem Artikel, dass sich dort ein gewisses Product Placement wieder findet.
Mal ganz ehrlich, wenn man sich einen Namen in der Bloggerszene machen will, dann muss man muss man ein bestimmtes Image kreieren und man auch für das gerade stehen, was man jeden Tag schreibt. Den die Leser möchten sich mit der Person die hinter einem Blog steht identifizieren können. Es ist doch einfach Tatsache, dass der momentane Markt von sehr vielen Blogs überschwemmt wird. Dort die richtigen heraus zu kristallisieren ist schwierig, weil wie ich finde es noch viel zu wenig gute Blogs gibt, vor allen Dingen in Deutschland sei hier mal angemerkt.
Nun einmal zu dem Kommentar: Sich in der H&M Umkleidekabine fotografieren und dann einen Artikel darüber schreiben. Klar ist doch, Outfitpost erhöhen die Leserschaft eines Blogs ungemein und regen die Leser zum kommentieren an. Genau das ist der Punkt mein sollte ein gutes Gleichgewicht finden zwischen nur Outfitspost und wirklichen Contentpost, wenn man diesen Dreh raus hat, dann passiert es von ganz allein das sich die Leserschaft einen Blogs erhöhen wird.
Nur noch eine Frage an euch: Wenn ich als Modebloggerin, Goodie Bags annehme die auf den Fashion Weeks verschenkt werden, bin ich dann käuflich?
Mir ist es auch wichtig das meine Leser das erlebte mit mir teilen können und deswegen mach ich auch Gewinnspiele, wo die Leser diese Tüten gewinnen können. Hierbei sei wohl bei angemerkt um die Daten geht es mir nicht.
Nadine | 09.02.10 · 06:58 Uhr (#)
@ Jessie und Julia Einen großen Dank für diesen Post. Keep on your good work!
corinna | 09.02.10 · 08:21 Uhr (#)
Ein guter und mutiger und guter Artikel - Chapeau! Allerdings hätte ich als Leserin an dieser Stelle nicht schon wieder einige angreifende Kommentare vermutet. Warum das nicht? Vielleicht weil Ehrlichkeit prinzipiell erst einmal schwer etwas gegenzusetzen ist? Bestimmt!
Ansonsten bleibt mir nicht viel anderes übrig als vor allen Dingen Rene zuzustimmen:
"wie schnell ist dann hier mal ein geschenk angenommen und da mal der für die pr-agentur passende post dazu geschrieben!? und schnell gewöhnt man sich an diese gängeleien und kann nicht mehr ohne. plötzlich tauchen produkte auf die eigentlich gar nicht zur person die sie vorstellt passen und die er/sie vielleicht selbst nie nehmen würde. aber nein sagen geht dann auch nicht mehr, die angst mal nichts mehr zu bekommen ist zu groß"
Da hat er Recht, denn viele vermeintlich "unabhängige" Blogs sind heute doch nur noch eine billige Werbeprojektionsfläche?! Diese Blogger geben sich noch nicht einmal Mühe das vorgestellt Produkt auch nur ansatzweise mit eigenen Worten zu beschreiben und hauen einfach die Fakten wie Name, Hersteller, Preis, und wo gibt's was zu kaufen raus. Ok, eine lustige Pose muss natürlich auch noch mit erscheinen. Aber genau da unterscheiden sich die Blogs: schreibt es ein Werbebloggermädchen oder Werbebloggerjungs, oder ein Bogger mit einem kritischen Ansatz, der das Produkt kritisch betrachtet, es in einen Kontext stellt und dazu eine kleine Abhandlung verfasst.
Wenn ab und an ein Produkt bewusst vorgestellt oder ein Gewinnspiel veranstaltet wird les' ich das sogar ziemlich gerne, in Printform wie auch Online. Und so etwas hat noch lange nicht etwas mit "Bestechlichkeit" zu tun, denn es bleibt weiterhin dem Autoren vorbehalten zu entscheiden, ob er dies seinen Lesern vorstellt oder nicht und in den meisten Fällen besteht genau hierbei (wie bei meinem Vorredner schon geschrieben) die Kritik.
Würdet Ihr vier Wochen lang nur ausgewählte Kunst und das Best-of-Catwalks vorstellen wäre hier sicherlich die Hölle los - viele, viele Leser wollen Eure Outfits sehen, Eure Empfehlungen lesen Eure subjektive Meinung keinen.
Das dies alles wesentlich besser in einem Weblog als in einem Printmagazin vereinbar ist, ist bekannt. Der schlimme Nachteil des Web2.0 ist nur, wie schnell Leser ihre gute Erziehung vergessen und in Kommentaren, die schnell rausgehauen werden die Netiquette über Bord werfen und einem die subjektive Sichtweise, auf die er doch eigentlich sehr epicht ist sie zu kennen und auseinanderpflücken zu können, um den Kopf zu hauen.
Schreiben die vielen anonymen Kommentatoren jetzt an die Redaktion der Maxi oder Petra, wenn sie in ihren nächsten Ausgaben über das Sonya Rykiel / H&M Event in Paris berichten und werfen den Redakteurinnen Bestechlichkeit vor sich, indem sie sich überhaupt angemaßt haben nach Paris zu fahren? Nein, das sind sie sicherlich zu faul zu und spätestens beim Aufsetzten einer eMail abstrahiert er und merkt, dass er mit dieser Anfeindung vielleicht doch nicht richtig lag. Und überhaupt, diese steten Vorwürfe von "Bestechlichkeit" nerven selbst mich als Leserin Eures Blogs an, die kalabrische Phantasie scheint bei Leuten, die so etwas meinen behaupten zu können, durchzugehen.
In allen anderen Dingen, die ich gerade noch schreiben wollte schließe ich mich Nadine an.
Keep on writing girls!
PS: Hunde die bellen, beißen nicht.
vera | 09.02.10 · 08:32 Uhr (#)
@Rene: Ich glaube nicht, dass das Schreiben über Mode eine rein subjektive Angelegenheit ist vgl. Frau Menkes. Es gibt sehr wohl Kriterien jenseits des persönlichen Geschmacks, Mode zu kritisieren. (Wie übrigens auch Musik und Kunst) Zum Beispiel: historisches Wissen, Wissen über Herstellungsprozesse, Wissen über Textilien und Modetechnologie, Wissen über andere Labels, Marken, Wissen über den Markt etc.. Auch wenn man etwas subjektiv häßllich oder geschmacklos findet, kann man objektiv einen innovativen oder "revolutionären" Ansatz erkennen oder nicht. Manche Blogger (wie lesmads immer öfter) können das, andere reden nur von Tragbarkeit und ihrem Geschmack. Das wollen viele Leser vermutlich auch nur lesen. Darum allerdings müssen sich Blogger meiner Meinung nach immer wieder rechtfertigen, weil manche Leute denken "Warum wird der oder die dafür bezahlt, einfach nur ihren Geschmack zu äußern? Das kann ich auch." oder "Was machen die Kinder in der Frontrow?Wozu habe ich mich jahrelang in Redaktionen hoch geschuftet?". Man entkräftet diese enervierende Kritik ganz leicht, wenn man Qualität vorweisen kann. Wer mit den "Großen" der Print-branche Champagner mittrinken und ernst genommen werden will und die gleichen Privilegien genießen will, macht sich gegen Angriffe unangreifbarerer, wenn er das gleiche oder modernere Know-How auch in sprachlicher und fachlicher Kompetenz vorweisen kann. Korruption hingegen gibt es überall, das ist nicht eine Frage des Mediums.
Jana | 09.02.10 · 13:03 Uhr (#)
Ich finde die Ausmaße, die die Diskussion um die Unabhändigkeit der Blogger angeht, erstaunlich. Und dabei fällt mir immer wieder auf, dass es drei Gruppen sind, die diese Diskussion anheizen: Blogger selbst, PR-Leute (einschließlich ihrer Berufsverbände) und Journalisten. Bei den beiden letzen Gruppen verwundert mich das sehr. Zwischen diesen beiden Gruppen sind Pressereisen, Einladungen und Pressegeschenke seit Jahren Tagesgeschäft. Und dennoch beharren beide Seiten auf ihre Professionalität und ich denke die meisten Leser geben ihnen recht. "Die Medien sind die Vierte Macht" - und sie leben davon. Aber bei den Bloggern ist eine Presseeinladung zu einer Show oder einer Messe mit Profssionalität nicht zu vereinbaren?!
Das sehe ich anders. Denn gerade Gruppe 1, das Netzwerk alle Hobby- und Berufsblogger, sorgt doch in Diskussionen wie diesen immer wieder dafür, dass Transparenz entsteht.
Aber auch diese Gruppe an Kritikern möchte ich bitten, nicht mir zweierlei Maß zu messen: Lest ihr keine Magazine? Lasst ihr euch nicht von Verkäuferinnen und Steuerberatern beraten? Lügen alle diese Leute, weil sie mit ihrer Arbeit Geld verdienen?
barbara | 09.02.10 · 13:09 Uhr (#)
Liebe Les Mads,
erstmal ist sehr gut, dass ihr die Diskussion so schön objektiv zusammengefasst habt und ich gebe in fast alle Punkten der Kommentatorin Corinna Recht.
@Johanna: Zu Deinem Kommentar "Sind wir mal ehrlich: mit dem Schreibstil bekommt in einer "echten" Moderedaktion nicht mal einen Job als Empfangsassistentin." kann ich nur sagen: Echte Moderedakteurinnen schreiben nur in den seltensten Fällen und können es auch meistens nicht. Die Texte werden von Autoren oder "echten Journalisten" verfasst, denn die Moderedakteurinnen sind mit den Shootings beschäftigt und von Haus aus meist Stylisten und keine Journalisten. Außerdem finde ich, dass heute in vielen Blogs wirklich gute Texte stehen und seit Spiegel Online und seinem leicht ironischem Stil hat sich auch der Printjournalismus radikal gewandelt. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, denn ich mache beides.
Schade finde ich, dass die Diskussion nun so um die Bestechlichkeit kreist. Sache ist doch, dass manche Printer oder auch die Dame von Selfridges nicht das Aufkommen dieser Online-Angebote in der Mode akzeptieren wollen. Sie halten das für Firlefanz. Das merke ich auch bei vielen PR-Frauen, mit denen ich zu tun habe. Die hören erst richtig hin, wenn man eine Anfrage für ein Printmedium stellt. Tatsache ist aber, auch wenn man die Blogs nun tot reden will, dass es sie gibt und das Rad nicht mehr zurück gedreht werden kann. Print wird weiter sterben, das haben inzwischen auch die Verlage akzeptiert. An den Bloggern kommt man nicht mehr vorbei. Natürlich wird es auch hier Veränderungen geben: Nach der Boomphase werden nur einige weitermachen, denn viele, die einen Blog beginnen, unterschätzen die Arbeit, die damit verbunden ist. Mich erinnert der ganze Wirbel ein bisschen an die aktuelle Facebook-Diskussion. Alle sagen und schreiben, dass die Ära Facebook vorbei sei, doch Tatsache ist, dass die ganze Jungen total drauf stehen und dass Facebook wohl eine glorreiche Zukunft hat.
Kurzum: Für viele Printjournalisten ist es nunmal schwer zu verdauen, dass da eine neue Generation heranwächst, die keine Journalistikschule oder Modeschule absolviert hat, die sich das Thema aber mehr und mehr aneignet und die die Leser hat, die sich viele Printmedien wünschen. Ich kann nur den Hut ziehen vor der Modeindustrie, die sich nicht den neuen Medien verschließt, die Zeichen der Zeit erkennt und Leute wie Tavi in die Front Row setzt.
LindaLove | 09.02.10 · 13:39 Uhr (#)
was ich noch ganz wertfrei einwerfen möchte ist die Frage, wie diejenigen, die bei allem Professionellen, wo auch Geld eine berechtigte Rolle spielt, gleich den Underground-Zeigefinger auspacken, zu den vorweihnachtlichen Verlosungen hier stehen. Komisch, dass dort immer wieder die 500 Kommentare-Marke geknackt wurde, scheinbar werden die teils naiven "PR-Bedenken" über Bord geworfen sobald Chancen auf persönliche Vorteile bestehen. Und: ist es Unabhängigkeit, wenn Horden von Hobbybloggern (wieder:wertfrei) stolz ihre H&M Trend Errungenschaften posten, samt Preisangabe, weil sie sich Acne nicht leisten können, und Abhängigkeit bzw. Bestechlichkeit, wenn dafür, weil Werbung, Geld=pfui gezahlt wird? Einfacher kann man sich seine Welt ja nicht machen.
Lilly Rose | 09.02.10 · 19:05 Uhr (#)
Corinna hat das schon sehr gut rübergebracht.
Ich möchte gerne anfügen, dass es in erster Linie nicht um Käuflichkeit, sondern
subtiler: um Neid geht. Jeder, der erkennbar erfolgreich ist und dafür auch noch Geschenke bekommt (nicht nur in der Mode), ist von einer Schar von Eifersüchtigen umgeben.
Was die "Blogs-sind-tot"-Diskussion angeht: Der Punkt an Blogs ist doch nicht, dass manche mit Modehäusern zusammenarbeiten. So lange das nicht überhand nimmt, denke ich mir: "Klasse, eine von uns hat es wieder geschafft!". Indem Blogger über ihren eigenen Geschmack (egal in welcher Preissparte) schreiben, Anekdoten aus ihrem Leben erzählen, eigene Fotos hinzufügen oder über große Shows berichten, erreichen sie ihre Leser so, wie Printmagazine es nie können werden: Persönlich. Face-to-face. Klar jammern darüber die professionellen Fashion-Editors: Entzaubert bloß nicht unseren Elfenbeinturm, die Mode! Aber wir dürfen endlich mitmachen. Das ist die Botschaft, die Blogs rüberbringen sollen: Was Mode ist, bestimmt jeder selbst. An jetzt und für immer. Lang leben die Blogs!
Liebe Grüße,
Lilly
marisa | 09.02.10 · 20:00 Uhr (#)
egal, ob mainstream, avantgarde oder revoluzzer: hautpsache es gibt auch über die modeberichterstattung eine möglichst grosse, bunte vielfalt. Nehmt doch nicht alles so ernst hier. Mode ist was extrem kreatives, macht Spass, aber ist bei Gottes Namen auch ein Business. Das war schon immer so. Und wird auch so bleiben. Und der Neidfaktor in diesem Business ist leider leider überproportional ausgeprägt. also, lasst die mädels machen und gönnt ihnen auch die goodies, denn dieser job ist keine zuckerschlecken.
nichtsdestotrotz haben gewisse schwarzmaler hier wohl auch recht, es gibt einfach zu viele, zu ähnliche modeblogs heutzutage. und so beginnt wohl auch hier bereits ein wandel, der nicht aufzuhalten ist. bin jedenfalls gespannt, was neues kommen wird....
http://derstandard.at/1263707056212/Bloggen-verliert-bei-Juengeren-an-Reiz
Monika | 10.02.10 · 10:51 Uhr (#)
ich finde es sehr spannend,was ihr euch so von magazinen erwartet, denn ich will in der vogue KEINEN kritischen artikel über einen designer lesen! es interessiert mich nicht, welche meinung sich die redaktion gebildet hat. für mich sind die inspirationen vom interesse. natürlich auch, wie der designer diese in seinen modellen transportiert und welche zusammenhänge er während seiner arbeit entdeckte. es ist viel spannender zu sehen, ob man kreationen versteht, wie es vorhergesehen wurde, oder ob diese für einen selbst noch einen tieferen sinn bieten.
ich erwarte mir von einem modemagazin den zugang zu fotos. ich möchte eine neutrale berichterstattung, die mir einblicke bietet, die ich selbst nicht hautnah miterleben kann. nicht mehr, nicht weniger.
Kathrin | 11.02.10 · 12:51 Uhr (#)
Ich bin angestellte Print-Redakteurin und liebe es, in unserem eigenen Privatblog (Modepilot) das zu schreiben, was ich denke. Wenn ich bei einer Modenschau bin und anschließend im Blog schreibe, dass die Kollektion uninspiriert und schlecht geschneidert ist, dann bekomme ich im besten Fall einen Anruf vom Designer. Klar: Ich riskiere, nicht mehr zur Show eingeladen zu werden, aber das passierte bislang noch nicht. Und, wenn dann kann ich dennoch meine Meinung zur Kollektion äußern und darum geht es mir in allererster Linie. Und, wenn mir Hermès einen Kelly-Bag schenkt, dann schreibe ich, dass sich jeder einen kaufen sollte (auch auf dem Blog) - das geschah bislang zwar noch nicht, aber ich arbeite daran.