von Jessie in Kategorie: Fotografie 25Kommentare

Werbekampagnen "zu früh" auf Blogs

dreehemingwaygianfrancoferre1.jpg In den letzten Tagen gab es hier so einige neue Werbekampagnen der grossen Designhäuser zu sehen, die in den kommenden Wochen in den Magazinen geschaltet werden. Leider passt diese kostenlose Werbung, die wir, hinsichtlich Fotograf, Model und Wirkung der Kampagne gern diskutieren, einigen grossen Marken gar nicht. wwd berichtet:

"Images from the spring-summer campaigns from the likes of Dior, Balenciaga, Celine and others have been circulating on Modelinia, Fashionologie and other sites this week, ahead of their appearances in February magazines, causing puzzlement and consternation at some design houses."

Leider wird nicht weiter erklärt, wieso sich Marken gegen die Verbreitung des eigenen Logos wehren. Geht es um generelle Copyright-Verletzungen, die nicht einreissen dürfen? Sicher, die Aussenkommunikation einer Marke kann leiden, wenn die Bilder bereits seit Tagen im Netz kursieren und später erst die offizielle Pressemitteilung versendet wird. Aber letztlich handelt es sich hier auch nur wieder um kostenfreien Werbedruck.

Auch das Blog vom Love Magazine wird angekreidet:

Fingers have also been pointed at the new blog of Love magazine, which acknowledged some ads -- including those of Loewe and Givenchy -- were posted with the blessing of designers, while others were snatched from fellow blogs. "This was a genuine human error, made in enthusiasm, and it was certainly never our intention to upset anyone, in particular designers we hold in such high esteem," Love editor in chief Katie Grand said, assuring "practical steps have been taken to ensure no unauthorized campaign content can appear on the blog at any point in the future.

Klar, dass die Chefredakteurin schnell Schadensbegrenzung betreiben will, da sie letztlich auf die Werbekunden im Heft angewiesen ist. Aber wir wissen ja selber, wie es ist: Wenn einmal etwas im Netz auftaucht, ist die Verbreitung nicht mehr zu stoppen. Wer hat eine weitere logische Erklärung für das Verhalten dieser Labels parat?

Rechts zu sehen: Dree Hemingway, die neben Valentino nun auch noch das Aushängeschild von Gianranco Ferré ist. Hoffen wir mal, dass die Italiener damit einverstanden sind, so schamlos Werbung zu betreiben.

Tags: designer, dree hemingway, gianfranco ferre, kampagne, label, werbekamapagne

25 Kommentare

  • aminata

    hm ja, zwickmuehle, nech.
    da haben ja aber die magazine ein problem und nciht die designer? versteh ich nicht. gibt schon schlimmeres...

  • katja

    so daneben. werbung ja, aber nur zu unseren bedingungen. die sollen mal froh sein wenn sie von den genannten blogs künftig nicht boykottiert werden. wahrscheinlich haben die mehr leser als die magazine in denen die ads erscheinen.

  • Renée

    Die Angst der Unternehmen vor dem Internet...

  • mia

    Kampagnen werden immer PR-gerecht getimed und außerdem ist es für die Printwelt natürlich blöd, wenn sie wie Altpapier aussieht, weil man sich an den Fotos online schon sattgesehen hat. Glaube nicht, dass es in Zukunft nicht mehr geschehen wird. Dafür gibt es zu viele Maulwürfe. Und das ist auch gut so :)

  • Marie

    also ich könnte mir vorstellen, dass unternehmen damit probleme haben, weil blogs die für sie "falschen" zielgruppen erreichen und die marken ihren exklusivitätsgrad dadurch verlieren. also nach dem motto "blogleserinen sind zu jung, gehören nicht zu unserem kundenstamm und können sich die marke eh nicht leisten".

  • Nadine

    Das halt immer so ne schwierige Sache!

  • Nina

    Ach ja, kommt mir irgendwie bekannt vor.

  • trashqueen

    ist aber seitens derer berechtigt, find ich.

  • Play

    Wir leben im Internet-Zeitalter. Adapt or die.

  • Kristina

    Eigentlich ist es doch eigentlich der ihre Schuld wenn sie Sachen auf ihrer Internetseite posten. Die wissen ja sicherlich dass viele Leute auf die Internetseiten gehen und da können die das nicht vermeiden dass die neuen Kampagnen auf Blogs erscheinen.

  • Castlequeen

    Come on, die müssen echt viel Zeit haben, wenn sie aus so 'ner Mücke gleich 'nen Elefanten machen ;-)

  • eva

    ich finde es eher rätselhaft, warum du, jessie, diese haltung nicht verstehen kannst -
    es geht um den kontext, worin die werbung eingebettet wird, was ja letztlich zum image der marke beiträgt.
    blöde blogs+ darin ungefragt publizierte werbung = hinterlässt einen leicht cheapes image der marke

    capisce?

  • Judith

    den Gedanken hatte ich auch, Eva.
    wenn eine Kampagne vorerst in Blogs erscheint, kann die Marke noch so viel Aufregung um ihre eigene Veröffentlichung machen, die Werbung wurde schon gesehen und erregt deutlich weniger Aufmerksamkeit..BEdauerlich, ich finde wie und wann in welchem Kontext ein Label seine Kampagnen präsentiert sollte man ihnen schon lassen, das gehört einfach dazu, für Marketing etc. arbeiten extra Spezialisten in den Firmen, an diesen Qualitätsgrad können Blogerinnen wohl schwer ankommen.

    Was die schlauen Designer aber wissen, dass sie die Blogs nicht unterschätzen dürfen, denn renomierte Designer lesen sie täglich und woher kommt die Inspiration heute? Nicht mehr von den Laufstegen in Paris, nein, von der Straße..Weil Streetstyle seit den 80ern nunmal die Mode bestimmt.
    (dazu gab es einen hochinteressanten Beitrag "Power to the people" vom Modejournalisten der FAZ im Rahmen der Fashion@society)

  • Emmie Poésie

    Ich habe mal eine ganz praktische Frage. Wenn das Anzeigen sind, die erst in den kommenden Wochen in den Magazinen geschaltet werden sollen, wie sind sie denn dann schon ins Internet gelangt?

    Burberry hat ja beispieslweise die ganzen Fotos der neuen Kampagne mit Emma Watson auf ihrer Internetseite, da muss man sich ja nicht wundern, wenn die dann auch in Blogs auftauchen. Oder sind damit eher Kampagnen gemeint, die von den oben angesprochenen "Maulwürfen" ins Netz gesetzt wurden? In dem Fall kann ich es schon nachvollziehen wenn Firmen über sowas nicht glücklich sind...

  • frauke

    Judith, ich stimme dir zu bis auf die Tatsache, dass Jeroen van Rooijen nicht für die FAZ sondern NZZ/Z schreibt;)

  • Kristina

    Die sollen sich nicht so aufregen schließlich erscheinen die Kampagnen z.B. die mit Emma Watson von Burberry auch schon im Fernsehen und dagegen können Sie doch auch nichts machen.

  • Patricia

    Ich lasse mir die Fotos, die ich poste, von den Marken absegnen. Und da dazu weniger die großen Labels bereit sind, eher die jungen Designer, habe ich hauptsächlich Fotos der Newcomer auf dem Blog. Mir gefällt's, wenn Blogger Jungdesigner unterstützen, die eh keine großen Printkampagnen starten.

  • Lilly Rose

    Hei,

    ich würde es meinem Empfinden nach daran festmachen,
    ob die Fotos bereits auf deren Homepage verfügbar sind (jeder darf sie sehen, meiner Meinung nach auch Blogleser) oder ob sie nach aussen geschmuggelt
    werden und nicht freigegeben sind.
    Und wie zum Kuckuck soll man diese Tatsache jeweils unterscheiden??
    Mich wundert nur, dass die sich über zusätzliche Werbung so aufregen.
    Deren Zielgruppe wird sich die Magazine schon kaufen, keine Sorge.

    Lilly

  • Vera

    Da brennt mir die nächste Frage auf den Nägeln: Wie sieht es eigentlich im Netz mit den Fotorechten aus?
    Bisheriger Kenntnisstand: Rein rechtlich muss sich doch streng genommen jeder Blogger das OK. des Fotografen und/oder Labels besorgen, wenn er/sie etwas postet. Egal ob das Foto schon vorher im Netz kursiert. Macht ihr das? H&M soll angeblich auch nicht amüsiert sein, dass Bilder der Werbekampagnen etc. für Blogzwecke benutzt werden.Und da gilt das Argument "falsche Zielgruppe" ja eben nicht, wo doch mit Blogs wirklich treffergenau die Zielgruppe von H&M erreicht wird. Legal sind im Grunde nur solche Fotos von Creative Commons-Seiten, oder? (es sei denn, man produziert eigene oder beschäftigt sich wissenschaftlich, analytisch mit einem Buchcover o.ä.). Auf den Commons-Seiten findet man aber kaum die neuesten Laufstegbilder.

  • Sylvia

    Ich kann die Design-Häuser schon verstehen. Schließlich wollen sie Ihre Kampagnen steuern, und diese Möglichkeit wird Ihnen aus der Hand genommen. Aber sie sollten lieber vor Ihrer eigenen Tür kehren, und eben diese Maulwürfe versuchen unter Kontrolle zu bekommen, was ohne Frage nicht leicht sein dürfte.

  • Patricia

    @Vera:Mit H&M habe ich gute Erfahrungen gemacht. Aber ich poste nur Fotos, die sie dafür zur Verfügung stellen - zum Beispiel war ich mit den Fotos zur Jimmy-Choo-Kollektion dadurch später dran, als andere Blogger-Kolleginnen, die sich Fotos aus dem Netz laden.

  • FacebookClaudia Seibl

    ach ja... ich finde persönlich irgendwie, dass die designer in zeiten der wirtschaftskrise froh sein könnten, kostenlose werbung durch die blogs zu bekommen... aber gut, in so einen konzern kann man ja auch nicht reinschauen, die werden schon irgendwie ihre gründe haben...

  • Freya

    Die Printmedien sind gerade in einer Art Metamorphose und müssen sich neue Ziele setzen, um Kunden der heutigen Gesellschaft gerecht zu werden. Dazu gehört eben auch, Kampagnen speziell für die Internetpräsentation und Kampagnen für die Printpublikation zu erstellen um langfristig nicht unterzugehen. Ansonsten verstehe ich die Haltung der Designer/Unternehmen nicht wirklich - je öfter man bestimmte Werbung sieht, desto eher ist der Wiedererkennungseffekt mit der Marke gegeben. Auch sogenannte Exklusivpublikationen haben letztendlich eine Masse an Lesern - die hohen Auflagen bestätigen dies. Wer einen elitären Zirkel ansprechen will, mit einer Handvoll verlesenen Kunden, der darf eben nichts publizieren. Und am Rande: Die aktuellen bzw. bald erscheinenden Kampagnen sind genauso nichts sagend wie die C&A-Werbung.

  • mary

    Diese Kritik finde ich auch überaus merkwürdig - aber sie ist nachvollziehbar wenn man sich anschaut, welche probleme marken mit dem zunehmenden kontrollverlust haben. anstatt sich an der neu entstandenen konversation zu beteiligen, nehmen sie damit vorlieb sich in ihren alten elfenbeinturm zu verziehen und auf spatzen zu schießen.
    einerseits ist das verständlich, wenn man auf der ansicht beharrt, eine marke könne sich ihr image schaffen, ohne auf die meinung des konsumenten rücksicht zu nehmen, das hat schließlich in den letzten jahrzehnten immer funktioniert. aber wenn man die augen offen hält, ist das natürlich recht illusorisch und führt immer dazu, dass sie von unerwarteter seite noch mehr kritik bekommen und ihr image bröckelt.

    es gibt durchaus kreativere wege mit diesem "problem" umzugehen.

  • Boris

    "Wer hat eine weitere logische Erklärung für das Verhalten dieser Labels parat?"

    Ich sehe das eigentlich auch aus einer sehr kritischen Position heraus, wie die WWD. Das hören vor allem Blogger nicht wirklich gerne, aber wer sind den die "Leser" von Modeblogs? Sicher nicht die jenigen die in Masse eine Kernkundschaft der grossen Labels darstellen. Da werden Blogs meiner meinung nach (noch von gewissen) überbewertet. Blog sidn meiner Meinung nach noch ein Hype, ein Trend, der sich auch noch nach Jahren ettablieren muss.

    Ich gehe mal davon aus, dass ihr die Bilder, die ihr publiziert absegnet. In der vergangen heit hatte ich leider sehr schlechte Erfahrungen, was dies angeht mit Bloggern weltweit, die sehr skrupellos einfach Bilder "klauen". Es kostet uns als Magazin relativ viel Geld von den Schauen High-End Bilder zu haben, die zum Teil auch für andere Magazine wesentlich schneller zru Verfügung stehen als die Bilder direkt von der Designer PR.

    Diese Urheberrecvhts verletzungen zu verfolgen ist ein serh mühsames Thema, ich hätte aber keine Skrupel einem Blogger ne Rechnung über 2000€ für geklaute Bilder zu stellen.

    Über meine PR Kontakte weis ich auch, dass es leider oft auch der Fall ist, dass Blogger sich nicht an Sperrfristen für die Publikation halten. Schwarze Schfe gibt es immer, und man wird das sicher nicht wirklich in den Griff bekommen, aber diese Leute schaden der "Szene" mehr als es nützt, sehr aktuell zu sein.

    Gruss aus NY
    Boris

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