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  1. Montag, 25. Januar 10 | 13:23 Uhr | Jessie | 10 Kommentare | Kategorie: Blogwatch

    Rückblick und Pressespiegel Berlin Fashion Week

    Tags: bebelplatz, berlin, berlin fashion week, mbfwb, rückblick

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    Vier Tage, wenig Schlaf, 33 Schauen, unzählige Präsentationen, Shoppingevents und Parties: Die 6. Berlin Fashion Week bei eisigen Temperaturen wäre überstanden, noch sind wir uns aber nicht ganz sicher, welchen Eindruck die völlige Reizüberflutung hinterlassen hat.

    Wir wagen einen Rückblick samt Pressespiegel.

    Artikel der Tageszeitungen

    • "Wie Berliner Modemacher den Erfolg suchen" beschreibt die Berliner Morgenpost u.A. am Beispiel von Frida Weyer.
    • "Ein Ende am Anfang" titelt die FAZ und spricht über ein ausgedünntes Programm
    • "Vernetzte Mode" über Blogs und die Schnelligkeit im Internet (Frankfurter Rundschau)
    • Auch Heise hat dann gleich mal auf die Eroberung durch Blogs hingewiesen, die Kommentatoren haben dafür aber wenig Verständnis.
    • Gross, grösser, Grössenwahn: Der Spiegel lässt sich über Michalskys grosse Style Nite aus, die Zeit spricht von der Michalsky Fashion Week.
    • Von Endzeitstimmung spricht ein User bei jetzt.de. Man kann es aber auch übertreiben, vergessen werden Off-Veranstaltungen komplett.
    • Und dann doch noch Hoffnung bei der Zeit: Die Modewoche ist erwachsen geworden und Berlin profitiert von ihr: "Modisches Muss".

    Generelle Presse über die Berlin Fashion Week

    Selbstverständlich gibt es nur Schlagzeilen, wenn Liliana Matthäus nicht ins Zelt darf, eine Ochsenknecht ihren neuen Macker präsentiert, Barbara Meier ihren Schuh verliert (sogar Perez Hilton schreibt darüber!) oder Boss die Hollywood-Prominenz einfliegt. Am Sonntagabend berichten Exclusiv und Co dann auch noch einmal ausschliesslich über oben genannte Themen. Mode? Nebensächlich. Zwar macht Kanye West in Paris ebenso sehr Schlagzeilen, allerdings schaffen es die grossen Medien im Ausland dann, sich mit beiden Aspekten beschäftigen. In Deutschland müssen wir noch einiges dazu lernen, aber dazu fehlt es noch an der Grundvoraussetzung: Mode wird gar nicht als kultureller Bestandteil unserer Gesellschaft angesehen.

    Modewoche bald nicht mehr am Bebelplatz?

    Der Bebelplatz war 1933 der Schauplatz der Bücherverbrennungen der Nazis. Das daran erinnernde Mahnmal (siehe Headerbild) des israelischen Künstlers Micha Ullman liegt unter den Fashion-Week-Zelten, Politiker fordern nun aber, in Zukunft keine „nichtkulturellen Veranstaltungen" mehr dort auszutragen. Der Fokus schreibt also ganz treffend: "Mode und damit auch die Kreationen des Designnachwuchses fallen für die Gegner der Fashion Week in die gleiche Kategorie wie Weihnachtsmärkte und Eislaufbahnen."

    Das spricht doch für sich... Wo es dann im Juli hingeht, steht also noch in den Sternen - ein neuer Standort ist noch nicht gefunden. Lesenswert dazu: "Mercedes überrollt Denkmal" bei der TAZ.

    Weitere Schauen

    Vom Großteil der rund 33 Schauen am Bebelplatz haben wir berichtet, jedoch auch einige Schauen mit Absicht ausgelassen. Alle Bilder gibt es bei der ELLE! Ein paar Shows sollten aber trotzdem noch Erwähnung finden...

    Stefan Eckert: Ganz schön elegant, der Herr! Die Süddeutsche hat ein Interview mit ihm geführt.

    Style Nite: Wir haben es probiert, aber modisch konnten alle drei Labels (Michalsky, Lala Berlin und Kaviar Gauche) nicht zu 100% überzeugen, was wir einfach auf verschiedene Geschmäcker schieben. Lala Berlin macht weiterhin gute Stricksachen, zeigte aber auch gruselige Prints:

    Kaviar Gauche hatte keinen roten Faden und kopierte bislang Gesehens: Balmain von vor zwei Jahren, 80er-Schulterpolster zwei Saisons zu spät, Glitzerboots wie bei Isabel Marant und Lamellenhosen von Givenchy. Und wo waren eigentlich die Taschen?

    Einzig Michalsky war irgendwie gut drauf und konnte viel mehr überzeugen als im Sommer zuvor:

    Diesel hat ein Riesenfass aufgemacht und in der Arena gezeigt. Viel Show, wenig Mode. Highlight war wohl, dass der Laufsteg am Ende hochgefahren wurde und Jethro Cave mitgelaufen ist. Das Video vom Finale:

    Lena Hoschek: Nicht so unser Ding, aber Tessa von Flannel Apparel hat einen feinen Text dazu verfasst.

    c.neeon zeigten im WMF, Stil in Berlin und die de:bug haben ein Video dazu gedreht:

    Bei Marcel Ostertag waren wir zu spät dran und da die Show hoffnungslos überbucht war, mussten wir stehen und konnten kaum etwas sehen. Schlechte Orga, durchwachsene Kollektion, die immer mehr auf die Münchner Society passt. In der Frontrow sassen mehr Kandidatinnen von Germanys next Topmodel als Moderedakteure.

    Nicht gesehen, aber bereut:

    Hausach Couture, weil Humor in guten Designs verpackt wurde.

    Arrondissement Aq1, weil die Designerin Christina Arend den Premium Young Designer Award S/S 2010 völlig zurecht gewonnen hat und starke Silhouetten präsentierte.


    Michael Sontag
    , der Meister der klaren Linie, konnte genau so sehr wie im Sommer überzeugen.

    Esther Perbandt, deren Präsentation zeitlich nicht in unsere Schedule passen wollte, hat sich besonders auf den Hals konzentriert und tolle Ketten und Schals kreiert. Lisa von _lalila hat die Bilder.

    "Modeblogs: Hype or Future"?


    (Film: Mary Scherpe)

    Merklich spürbar: Die Abwesenheit von Suzy Menkes. Die internationale Presse hielt sich dieses Mal bedeckt, keiner interessierte sich ausgiebig für das, was da gerade so in unserer Hauptstadt passiert. Frau Menkes gab sich lediglich in dem Video zum Fashion Blogger Panel bei der Premium "Hype or Future" die Ehre, worin auch wir neben The Coveted und dem Facehunter vorkommen. Das Video wiederum wurde auch im Ausland wahr genommen.

    Modewochen sind im Sommer einfach eine angenehmere Angelegenheit - und vielleicht schaffen es bis dahin ja auch noch einmal eine Suzy oder Cathy Horyn zu uns... Ihr findet all unsere Artikel unter diesem Tag, ausserdem könnt ihr noch einmal in Ruhe unsere Videos und Interview bei Vimeo durchklicken.

    Shopping-Tipp

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  2. 10 Kommentare

    • anne | 25.01.10 · 14:04 Uhr (#)

      hm. also ich fand marcel ostertag großartig. um es salopp zu sagen: genau mein scheiß´.
      mit der schublade "münchner society" möchte ich mich dennoch bitte nicht identifizieren.. geschmäcker sind eben verschieden, gott sei dank.

      Aber ein allumfassender, informativer rückblick. danke sehr gelungen.

       
    • Mauri | 25.01.10 · 14:26 Uhr (#)

      Glaubt mir, sowohl Hausach als auch AQ1 habt ihr verpasst!
      Beide waren wirklich fantastisch !

      Und im ''Junge Designer auf der Fashionweek'' Video hab ich mich sogar wiedergefunden, danke für den Link !

       
    • Karen | 25.01.10 · 14:43 Uhr (#)

      Wirklich eine wunderbare Zusammenfassung der letzten vier Tage!
      Das Titelfoto (Mahnmal Bücherverbrennung) habe ich irgendwie auch im Kopf behalten.

       
    • Marcel | 25.01.10 · 14:51 Uhr (#)

      Das erste Foto ist wirklich der Brüller. Schade, dass ich Nataliya Piro nicht getroffen habe, die hätte ich gern mal gesehen.

       
    • Sanne | 25.01.10 · 15:02 Uhr (#)

      Michalsky ist so ein ekelhafter Koks Bauer...

       
    • eva.ricarda | 25.01.10 · 15:17 Uhr (#)

      vielen dank für den umfassenden rückblick. für nicht anwesende ein guter überblick, besonders begeistert von den bildern von hausach couture, eigenwillig großartig.

       
    • Suse | 25.01.10 · 15:42 Uhr (#)

      Besten Dank! Fand vor allem den Pressespiegel und die Analyse der allgemeinen Berichterstattung interessant.

       
    • Patricia | 25.01.10 · 16:37 Uhr (#)

      Ich war ja nicht vor Ort und kann mir nur anhand der vielen Fotos ein Bild machen. Aber mir fehlt das Wilde bei der Berliner Fashionweek. Wo bleiben die Skandale?

       
    • dennis | 25.01.10 · 16:54 Uhr (#)

      @anne: ich fand marcel ostertag auch super. aber mal ehrlich, ein bisschen "münchnerisch" war´s schon. in jedem fall mehr münchnerisch als berlinerisch, das muss man zugeben :)

       
    • Manya | 25.01.10 · 21:23 Uhr (#)

      Wo der SKANDAL bleibt? Ist doch klar, Julia und Jessie durften beim garstigen Ostertag nicht in die Frontrow. Anscheinend gehen die dort nicht nach journalistischer Brillanz und Modefachwissen sondern nach Beinlänge, Saubazis die.

       
     
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