Kampagnen: YSL, Versace, Mulberry, Ferragamo
Nach der ersten Liga im Universum der Frühjahrskampagnen für 2010 vervollständigen wir nun die Runde nun mit dem zweiten Teil. Abgesehen von dem weiterhin niedrigen Kreativitätslevel wissen wir aber nun, dass es der ELLE in England so schlecht nicht gehen kann, da sich das Spektrum der Labels durchaus sehen lassen kann.
Wir lernen ausserdem, dass es in Zeiten wie diesen selbst in der Modeindustrie, der man ja Experientalismus zum Selbsterhalt nachsagt oder in diesem Fall schon fast empfehlen möchte, ganz schwierig ist, sich neu zu erfinden. YSL trumpft zwar im Gesamten, aber Versace, Mulberry und Salvatore Ferragamo pullern so lieblos vor sich her. Was macht ihr denn da, Freunde?
Nummer eins ist leider auch schon der Gewinner, denn Natalia Vodianova schafft es in Zusammenwirken mit dem 80ies Hintergrund auf den Bildern von Inez van Lamsweerde & Vinoodh Matadin so scharf auszusehen, dass ich fast vergesse, welche Produkte sich noch an ihr befinden. Schöne Beine hat die junge Mama, das war mir gar nicht so bewusst. Für den Überraschungseffekt des ganzen Motivs gibt es 39 Pluspunkte. Und ne eins in der Gesamtbewertung.
Wer es heute eilig hat, dem erlaube ich, mit dem Lesen nun hier aufzuhören. Es wird nun nämlich ganz unspannend. Versace holt Georgia May Jagger herbei, nachdem sie sich bei Hudson schon so ausgeluscht hat und steckt sie in eines dieser neonfarbenen Schlauch-Kleider, die von Natur aus schon eine geringere Halbwertszeit haben als Polonium. Bad Taste gepaart mit Lieblosigkeit: pfui!
Bei Mulberry fühle ich mich zwar künstlerisch leicht aus der Reserve gelockt, aber irgendwie will sich kein warmes gefühl beim Anblick von Sasha Pivovarova and Viktoriya Sasonkina. Dem Hairstylisten möchte ich unverzüglich ein Arbeitsverbot erteilen und ihn am liebsten nie wieder eine Schere in die Hand geben. Das darf man doch nicht machen, mein Lieber, solche zarten Püppchen so grausam entstellen.... Na ja, immerhin sind die Taschen ganz toll und das Pony vom Karussell, das zwischen den beiden Ladies hervorguckt, find ich auch gar nicht mal so übel. So als grobe Idee.
Noch viel langweiliger als Raquel Zimmermann bei Chloe ist Claudia Schiffer auf dem Sessel bei Salvatore Ferragamo. Italienisches Stilbewusstsein kann ja dezent und sophisticated sein, aber unser Vorzeige-Topmodel hat sowieso schon so arge Probleme mit dem faden Image, dass sich hier einfach ein ganz grosses Fettnäpfchen aufgetan hat. Hier fehlt der Pfeffer und das liegt bei dem zarten Setting in weiss leider ohne Frage in der Verantwortung des Models hier mal ein bisschen Remmi Demmi reinzubringen. So ein Feger wie Mariacarla Boscono hätte sich meiner Meinung nach viel besser in das gepolsterte Interieur gekuschelt! Wenn das die Richtung des neuen Ex-Männermoden-Designers Massimiliano Giornetti ist, der die Nachfolge der tollen Christina Ortiz antritt, dann sag ich aber "Gute Nacht, Marie".
(Alle Scans via The Fashion Spot, hochgeladen von "Northern Star")










Vera
YSL sieht aus wie die Versace im letzten Jahr.
Versace wie die letzten (meisten) von Prada und LV.
Salvatore Ferragamo finde ich auch überraschend langweilig, vor allem nach den schönen Kampagnen aus dem letzten Jahr.
Mulberry dagegen finde ich ganz zauberhaft. die blassen Damen vor dem blassen Hintergrund - und trotzdem funktioniert die Kombi mit den braunen Accessoires.
Birthe
Na, Versace hat mich jetz auch nicht vom Hocker gehauen, finde es aber um Längen besser als die letzen Kampagnen mit Gisele und Kate *gähn'
Lilly
Hei :D
Mir gefällt das letzte am Besten (Salvatore Ferragamo). Mit den anderen Kampagnen kann ich nicht so viel anfangen. Die Geschmäcker sind eben verschieden.
Lg,
Lilly
Vera
ich hab da auch mehr an die Versace Herbst-Kampagne von 2008 gedacht.
also die mit Natalia Vodianova. da gabs eben auch dieses Spiel mit den Schatten.