Filmtipp: Lila, Lila
Literaturverfilmungen können ja oft auch gehörig in die Hose gehen, aber im Falle von "Lila, Lila" ist dem Schweizer Regisseur Alain Gsponer die Umsetzung gut gelungen. Nicht zuletzt die Hauptdarsteller Daniel Brühl und Hannah Herzsprung zaubern die nötige Magie zur Belebung des Skriptes bei, und wir bedanken uns jetzt schonmal beim Bestsellerautor Martin Suter, dass sich seine Geschichte vorher 300.000 Mal verkauft hat und dies Anlass genug war, die Verfilmung über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu erkämpfen.
Kurz zusammengefasst geht es um unvorhersehbare Konsequenzen, daraus resultierende Gefühle und falsche (und dann vielleicht doch richtige) Identitäten. Und auch wenn der Meister gar nicht der war, der er zu sein schien, erweist sich sein vorgegebenes Image vielleicht am Ende doch als gar nicht soweit hergeholt. Was uns lehrt: Notlügen sind in Ausnahmefällen ein Umweg und nicht immer ein Vergehen.
Gut, ich gebe zu, dass dieser Film in die Kategorie "vorhersehbar" fällt. Nachdem wir gestern von der Preview von "Lila, Lila" nach Hause kamen, stiess genau diese Eigenschaft des eben Gesehenen einer guten Freundin von mir auf. Doch das fand ich gar nicht mal so schlimm. Ich wusste, bevor ich den Kinoraum betrat, dass ich mein Herz für Daniel Brühl höher schlagen wird, weil er einen Schriftsteller spielt. Und das so unglaublich gut dazu.
Denn am besten gelingen Dinge wohl immer, wenn man authentisch bleibt. Und das ist genau die Krux der 108 Minuten: Der ganze Plot basiert auf Lügen (Daniel hat das Buch, für das er im Film gefeiert wird, nämlich gar nicht geschrieben). Ich bildete mir ein, das Problem, nur für seinen Beruf oder seinen damit verbundenen Status geliebt zu werden, spricht genau aus der Seele so mancher Schauspielerherzen. Und deswegen brillierte Herr Brühl so unangefochten. Auf Anhieb fällt mir keine Rolle ein, die besser zu ihm passen könnte. Zurückhaltend, uninteressiert am Hype, wartend bis man ihm Beachtung schenkt, unaufdringlich.
Hannah Herzsprung hingegen verzauberte mich in ihrer beigen Seidenbluse und mit ihrem Literaturwissenschaftsstudentinnen-Halbzopf in den ersten zwei Minuten, was mir aber auch eigentlich schon vorher klar war. Ich hatte mir gewünscht, dass sie phantastisch spielt - und das tat sie. Fordernd, durchsetzungsstark und überrumpelnd bildet sie die perfekte Ergänzung zu ihrem stillen Gegenüber. Einzig der Anatgonist Jackie Stocker (Henry Hübchen) nervte mich, aber auch das war so gedacht und deswegen darf ich ihn hier im Rückblick auch ohne schlechtes Gewissen auslassen.
Der Roman, um den es sich im Film dreht beginnt mit dem Satz: "Dies ist die Geschichte von Peter und Sophie. Lieber Gott, bitte lass sie nicht traurig enden." Zu schade, dass wir die Geschichte des Liebespaares in den 50ern, die den Autor so berühmt macht, nie ganz zu lesen bekommen. Wir hätten so gerne mitgeweint.
Die romantische Komödie (hach was für ein schreckliches Wort) ist ab dem kommenden Donnerstag (17.12.) in den Kinos zu sehen und wir werden heute Abend für euch von der Premiere berichten. Empfehlenswert ist übrigens auch das Hörbuch, das Daniel Brühl zum Warmwerden in 2005 schonmal lesen durfte. Erhältlich bei Audible (auch über iTunes).
Der Vollständigkeit halber hier der Trailer zu "Lila, Lila":




nina
hervorsehbar- vorhersehbar
florence
das tolle buch ist von martin suter. der übrigens auch eine ganze reihe anderen sehr lesenswerter bücher geschrieben hat. schöne unterhaltung für die feiertage.
@nina und @florence: Danke, wir hatten ein wenig zu wenig Schlaf und blamen den Vollmond...
coco
wie fein...
und den werde ich wahrscheinlich schon bereits morgen sehen!
:)
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Larissa
Oh, da freu ich mich drauf! das buch hat mir sehr gefallen und wie florence gesagt hat, sind auch die anderen bücher von martin suter äusserst empfehlenswert.
danke für den artikel!
Linda
ich sass in der reihe hinter euch:) netter film
anna
ja, das buch ist äußerst empfehlenswert.. martin suter is klasse!!!
Katha
Habe letztens ein Interview mit Herrn Brühl bei MTV Home gesehen - der Typ war furchtbar unsympathisch...leider..aber das muss dem Film natürlich keinen Abruch tun :-)