Das Plastiki geht auf Tour!
Im Voraus entschuldige ich mich jetzt schonmal dafür, dass der Modebezug in diesem Artikel relativ gering ist. Ausser vielleicht, dass David de Rothschild den schrecklichsten Kleidungsstil hat, der mir bei einem Mann je unter die Augen gekommen ist. Blümchenhemd, bordeauxfarbener Pullunder und Skatergürtel: So ungefähr sah er aus, als ich ihn vor zwei Jahren auf der DLD-Konferenz in München das erste Mal traf. Damals erzählte er mir bereits von deiner Idee, bald mit einem aus Plastikflaschen gebauten Floss namens Plastiki über den Pazifik zu schippern, um ein "schwarzes Loch" anzusteuern, in dem tief im Ozean eine Unmenge Müll abgeladen wird.
Der Idealist und Umweltschützer hat es mit seinem Team am Donnerstag letzter Woche endlich geschafft, das Konstrukt ins Wasser zu lassen. Am Pier von San Francisco geht die Odysee los und wird, wenn alles nach Plan läuft, in drei Monaten vorbei sein.
Das Echo in der Presse war gewaltig und bei The Guardian, CNN und National Geographic gab's die besten Berichte. Auch bei der Videodokumentation lässt sich das Team selbst nicht lumpen und beschert uns eine Fülle an Material.
The Plastiki Exhibition:
What is the Plastiki?
How Big Is the Plastiki?
Die vorbildliche Echtzeit-Dokumentation des Projekts gibt es bei Twitter (David de Rothschild, Plastiki), Facebook, Youtube und MySpace. Das hauseigene Plastiki kann man sich zum Selberbauen auch in Miniaturformat nach Hause schicken lassen, wenn man es vorher im Shop bestellt hat. Dann fassen wir zusammen und merken uns für die Zukunft: Cooler Typ, coole Idee, cooles Projekt.
Wenn wir uns dann noch im Alltag daran erinnern, dass Einwegflaschen böse sind uns es immer eine Alternative gibt, noch besser. Machen wir dann nur noch das Licht an, wenn's nötig ist, lassen das Auto öfter mal stehen und bringen Einkaufstüten im Supermarkt selber mit, dann hat sich die ganze Segelfahrt von David doch mehr als gelohnt (kann man auch alles nochmal nachlesen im Global Warming Survival Handbook).
Eingepackt in dicke Jacken, wünsche ich der Besatzung alles Beste und vor allem heiles Zurückkehren. Und dass am Ende des Projektes noch viel mehr Menschen von dem umweltbewussten Aktivismus motiviert sind.
Zusatzinfo: Plastiki kommt übrigens von Kon-Tiki, dem Floss mit dem der Norweger Thor Heyerdahl 1947 über den Pazifik segelte.









Mia
Ein Typ, der sein Erbe nicht in Champagnerflaschen umsetzt. Ich finde ihn toll. Und da kann er anhaben was er will.
Sarah
Super Projekt, danke für den Hinweis, auch wenn es nix mit Mode zu tun hat: es interessiert! Soll ja schonmal vorkommen ;) ich persönlich bin ganz großer Fan von David, daher Danke für den Artikel.
bina
Ein wirklich sehr interessantes Projekt- danke für den Hinweis!! Mehr davon bitte!
Jenny
Bin begeistert..
blica
leider sind halt nicht nur plastikflaschen böse, sondern auch unsere (ich nehme mich da nicht aus) doch sehr ambivalente konsumhaltung... licht abschalten, auto stehen lassen und jutetaschen-wiederverwendung im supermarkt sind ja durchaus nobel, tun aber zugegebenermaßen auch wesentlich weniger weh als auf billigfliegereien oder gar (klamotten)konsum zu verzichten...