von Julia in Kategorie: Lifestyle 1Kommentar

Art Basel Miami Beach: Der dritte und vierte Tag

Header_Basel_Tag34.jpg Auch die schönste Party geht auch mal vorbei. Nach vier ereignisreichen Tagen wurden gestern Abend die Stände bei der Art Basel Miami Beach (ABMB) wieder abgebaut. Die Bilanz war gemischt; der gemeinsame Tenor war aber, dass die Kauflust nach der kleinen Talsohle zwar wieder zaghaft entfacht ist, aber noch lange nicht wieder dort ist, wo sie einmal war.

Tortz Reizüberflutung und Schlafdefizit versuche ich, euch die wichtigsten Infos zur Messe zusammenzufassen...

Neben den sog. Blue Chips (teuerstes Kunstwerk war Giacomettis Bronzestatue "Trois hommes qui marchent" für 19,5 Millionen Dollar bei Galerie Landau Fine Arts) sah ich vor allem Kunst von mittlerer Dimension à la cash and carry (ganz grob um die 100.000 Dollar). Die Anpassung an die kleiner gewordenen Budgets hat demnach schonmal ganz vorbildlich geklappt, nur einige organisatorische Neuerungen sorgten vereinzelnd noch für Magengrummeln. Das häufigste Geflüster, das im Vorbeigehen zu hören war, bezog sich auf die Auseinandersetzung mit der "perfekten Route" durch das enge Labyrinth der Aussteller.

Das neue Konzept der beiden Direktoren Marc Spiegler und Annette Schönholzer wurde kritisch beäugt und so schreibt die Kunstzeitschrift monopol:

"Die Art Basel Miami Beach wurde auf 265 Galerien erweitert, die Ausstellungsfläche um ein Drittel vergrößert und die "Art Positions" - ein Programm, bei dem sich junge Galerien sonst in Containern am Strand präsentierten - wurde in die Halle geholt. Sich zurechtzufinden mit den drei Sektoren "Art Positions", den "Art Kabinetten" (in denen kuratierte Einzelpräsentationen der Galerien stattfinden) und dem "Art-Nova"-Programm mit junger Kunst, ist nicht immer einfach."

Der Innovationsansatz wird die ABMB meines Erachtens stärken und damit hoffentlich die laute Kritik des letztens Jahres vollends im Keim ersticken können.

Mehr zur Kunst findet ihr bei: FAZ, Tagesspiegel, NY Times, Artnet, monopol und The Moment.

Und hier noch ein Rundgangvideo von Vernissage TV.

Mein Spickzettel zur Art Basel Miami Beach 2009:

  • Wichtige deutsche Galerien, die dabei waren: Eigen + Art, Contemporary Fine Arts, Hans Mayer, Jablonka, Hetzler, Daniel Buchholz
  • Wichtige Franzosen: Perrotin, Rech, Daniel Templon
  • Wichtige New Yorker: Gagosian, Marian Goodman, Lehman Maupin, Deitch, Rosen, Team
  • Wer kaufte wen? Vieles ging aufgrund des günstigen Dollars nach Europa und die Südamerikaner verkauften zum grössten Teil an und unter sich selbst.
  • Magnetische Anziehung: Bei Gagosian war immer am meisten los, wie auch schon bei der Frieze Art Fair in London.
  • Aufsehenerregenster Stand: neugerriemschneider mit einer Holzhüttenkonstruktion
  • Künstler, die auffallend oft repräsentiert wurden: Tony Craigg mit seinen vom Winde verwehten Skulpturen und Thomas Houseago mit seinen übergrossen Figuren aus Gips.
  • Skandal der Woche: Kurz vor Beginn der Messe mussten aufgrund eines Rechtsstreits Werke der Züricher Galerie Gmurzynska von den Behörden entfernt werden. Danach ging's aber friedlch weiter.
  • Durchaltevermögen: Am Sonntag war die Luft schon raus, die Chefs liessen ihren Mitarbeitern den Vortritt und die Hängungen waren teils schon auf B-Ware heruntergeschraubt.
  • Enttäuschung der Woche: Das Panel mit Ryan McGinley wurde kurzfristig abgesagt.

Soviel zu den Fakten, mehr zu den persönlichen Eindrücken bekommt ihr morgen früh!

Tags: art basel miami beach, kunst, messe
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1 Kommentar

  • JuliAntonia

    o ich bin gespannt auf deinen persönlichen eindruck...selbst so "kleine" messen wie das berliner artforum sind immer ne ganz schöne overdose...da fallen mir auch immer nur wenige dinge wirklich ins auge (und herz) und nachher wundert man sich welche tolle arbeiten einfach in der masse untergegangen sind, wenn man sie dann nochmal einzeln sieht.

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