von Julia in Kategorie: Mode 34Kommentare

Mode in Zeiten der DDR

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Zugegebenermassen kann ich mich schwer für die echten Gefühle der Wiedervereinigung erwärmen, weil der Fall der Mauer passierte, als ich noch zu klein war und zu der Zeit im tiefsten Nordrhein-Westfalen wohnte. Erst mit meinem Umzug nach Berlin bin ich erstmals mit den anderen Gepflogenheiten in Ostdeutschland konfrontiert und erwische mich seitdem dabei, über scheinbar unüberbrückbare Eigenheiten zu schmunzeln.

Da Mode ein essentieller Bestandteil einer Kultur ist, stürzen wir uns heute auf die Kleidungsgewohnheiten der Damen, die zwischen August 1961 und dem 9. November 1989 um ihre Individualität kämpfen mussten und sich doch zu helfen wussten.

Das modische Gesamtbild der damaligen DDR wurde vorrangig geprägt von der textilen Massenfertigung, was in sich schon aussagekräftig genug ist, um jegliche Hoffnung auf ansehnliche Outfits im kleinsten Keim zu ersticken. Da aber die Mode ein Lebensbereich ohne Regeln ist, stellte auch Michael Michalsky fest, dass der Vibe der damaligen Zeit in einer heimlichen Wiederauflage in Form von Leggins, gebleichten Jeans im Moon-Washed-Look und Sweatshirts mit Fledermausärmeln heimlich wieder Einzug in die Gegenwart hält. Darüberhinaus herrschte in den neuen Bundesländern der Trend der "Eintönigkeit". Wer aus dem grauen Einheitsbrei ausbrechen wollte, der musste selbermachen. Von Extravaganz hielt man damals nicht viel und war demnach auch nicht erhältlich. Zeitschriften mit Nähtipps für DIY-Talente fanden grossen Anklang.

Der wunderbare Artikel "Mode in der DDR" erklärt:

Das Ideal dieses Lebensgefühls war die freie Frau, berufstätig, unabhängig und selbstbewusst. Die Frau in der DDR sollte sich damit klar von dem "westlichen Frauenverständnis" abheben.

Die Frauen befanden sich also im Zwiespalt zwischen der persönlichen Note des eigenen Looks und der Bequemlichkeit, sich via Einheitslook dem ganzen Stress zu entziehen.

Solche, die Lust hatten auf Abwechslung, freuten sich, als endlich das Modemagazin "Sibylle" unter den Ladentisch geschmuggelt wurde. Damit gab das Redaktionsteam rund um Dorothea Melis neue Impulse für das Innenleben der weiblichen Kleiderschränke, das bis dato ein tristes Dasein pflegte. 1970 wurde dann endlich das volkseigene Produktions- und Handelsunternehmen "Exquisit" gegründet, das Bekleidungserzeugnissen mit hohem Gebrauchswert und moderner Gestaltung im oberen Preisgenre herstellte. Die fetzigen Roben wurden meist von Roger Melis für die "Sibylle" fotografiert und setzen damit heute ein wunderbares Zeichen der Zeit. Seine und andere Bilder (meist in Schwarz-Weiss) wurden bis vor kurzem in der Ausstellung "In Grenzen frei. Mode, Fotografie, Underground in der DDR 1979-89" im Kunstgewerbemuseum in Berlin ausgestellt. Dort fanden sich auch die Aufnahmen des Berghain-Türstehers Sven Marquardt, der aber vor allem die Subkultur der DDR dokumentierte.

Hier nochmal ein Video zu der Ausstellung, welche die Subkultur der DDR beleuchtet:

Mehr zum Thema gibt es im dazu erschienenen Bildband "Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR", der hier näher beschrieben wird.

Und wer heute Abend in Berlin ist, dem wollen wir der Vollständigkeit halber die Events rund um das Brandenburger Tor wärmstens ans Herz legen.

Tags: ddr, fotografie, mode, roger melis, sven marquardt
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34 Kommentare

  • marielle

    toller artikel! dein schreibstil tat mir gerade sehr gut!
    (und deswegen lass dich nicht ärgern von vielleicht noch kommenden kommentaren)

    sorry, dass ich zu diesem zeitpunkt nichts zum inhalt zu sagen hab.

  • katha whisper

    das oberste foto ist unglaublich gut.

  • Lilly


    Toller Artikel! Leider wird das Video bei mir nicht angezeigt.
    Gibt es nicht auch so einen Film, wo die Frauen in der DDR
    rebellieren, um eine Modenschau auf die Beine zu stellen
    und nebenher ihre eigenen Outfits nähen?

    Lilly

  • alma

    Toller Artikel!
    Aber Wiedervereinigung wird mit e hinter dem i geschrieben^^:-)!

  • Bianca

    schöner artikel!
    gerade um die underground-mode-szene ostberlins besser zu verstehen, kann ich nur den film "ein traum in erdbeerfolie" wärmstens empfehlen. ein wirkliches schmankerl, bei dem man auch öfters schmunzeln muss. vorallem, da man auch sieht, was aus den leuten aus dieser szene, heute geworden ist! sehr feiner film!

    aber muss vll anmerken, dass nicht alles so sehr trist war. es wurde einfach in noch viel größerem maße selbst geschneidert und gestrickt, als es heute der fall ist.

  • pro

    hihihi, widervereinigung - wem ist da wohl was zuwider? freud lässt grüßen!

  • Rene Schaller

    du hast eines der schönsten bilder gefunden, das mädchen im wasser ist grossartig. vorallem ist es zeitlos und unglaublich modern.

  • Liesa

    eh alte, der erste absatz geht gar nicht!
    du fällst irgendwann, da sei dir sicher!

  • Julia

    Danke euch für den Hinweis, hab ich korrigiert. Freud´sch war es nicht, wir sind ja froh, dass sich "zusammengfügt hat, was zusammen gehört". Hier noch der Link zum Video:
    http://www.youtube.com/watch?v=sIdYi61SgUQ

  • Julia

    @Liesa: Und wenn schon. Julia wird schon wissen, wie man wieder aufsteht.
    Nur weil man ne freche Schnauze hat heißt das übrigens nicht, dass man nicht auch selbst mal darauf fällt...

  • pauline

    Schöner Artikel. Naja ich kann mir nicht vorstellen, dass es soo schlimmer einheitsbrei gewesen war.. heutzutage tragen auch viele leute das gleiche (H&M; Newyorker), weils halt in kleinstädten nix anderes gibt.

    Meine Mutter hat auch einiges selbstgenäht aber an son Nähzeug heran zukommen war auch schon schwer und teuer.. das gleiche beim Exquisit, weil das arg überteuert war und bekanntlich waren nicht alle von Reichtum gesegnet.

    Um ehrlich zu sein, ich finde die alten Klamotten meiner Mutter von schrecklich bis furchteinflösend alles außer schick. Die Stoffe waren auch ekelhaft.. ein glück, kommt nur der Schnitt wieder zurück und nicht alles..

    aber wieso rede ich hier neunmalklug? Ich war nie dabei.

  • Romy

    Ich versuch es einmal mit konstruktiver Kritik.

    Die Überlegungen kamen mir, bevor ich die anderen Kommentare gelesen hatte.

    Was mich beim Lesen des Artikels gestört hat und mich beim Lesen von Julia's Artikeln häufiger stört, dass sie mir das Gefühl vermitteln, dass die Verfasserin nicht objektiv an das Thema rangeht, sondern in die ein oder andere Richtung 'Stimmung macht' und das sie mir ab und zu fast etwas arrogant wirken. Klar, ist es auch guter Journalismus zu polarisieren, aber wenn das die Intention ist, dann fehlt mir hier der argumentative Unterbau.

    Solche Aussagen, Zitat: "mit den anderen Gepflogenheiten in Ostdeutschland konfrontiert und erwische mich seitdem dabei, über scheinbar unüberbrückbare Eigenheiten zu schmunzeln", kommen im Zusammenhang mit der Art, wie der restliche Text geschrieben ist, überheblich rüber. Gerade bei so einem nach wie vor 'schwierigen' Thema, sollte man etwas mehr Sensibilität walten lassen.

    Manchmal ist ewtas Feedback ja ganz gut um zu schauen, wie das eigene Wirken ankommt - was man daraus macht, ist jedem selbst überlassen.

    Lieber Gruß
    Romy

  • amanda james

    leute, es ist mode! nix anderes. wir hatten nich so viel, also hat mans selber gemacht. punkt aus. klar hat man sich sachen vom "westen" abgeschaut(auch die bravo gabs bei uns-rübergeschmuggelt), aber was man dann daraus machte, war einem selbst überlassen. und ganz ehrlich soviele gute sachen gabs eben nicht. nur wenn man beziehungen hatte hat man was tolles bekommen-aber das ist heutzutage ja auch nicht anders. ich weiß noch, daß meine oma mir viele sachen hat nähen lassen. und ich hab die sachen auch gerne getragen, eben weil die nicht jeder hatte. die sybille hatte meine familie auch, um dann zur schon erwähnten schneiderin zu gehen und das schneidern zu lassen. exquisit war, wie der name schon sagt, echt teuer. und das konnte sich eben nicht jeder leisten.

    und was julias schreibstil angeht- sie äußert ihre meinung-und ich denke das darf sie wohl auch, oder? klar,auch ich hab kurz innerlich gezuckt beim:"und erwische mich seitdem dabei, über scheinbar unüberbrückbare Eigenheiten zu schmunzeln. " aber da ist vllt die formulierung etwas unglücklich gewählt.

    ich jedenfalls finds immer cool , daß die mode der ddr auch erwähnt wird. und das eben nicht in einem abfälligen ton, sondern durchaus positiv(ich glaube, modepilot hat auch mal was erwähnt...)

  • Thomas

    Romy! Du hast so recht!!! Der beste Kommentar hier seit langem!

    Klar ist es Julias Recht hier zu schreiben was sie denkt, aber es kommt oftmals einfach nur seltsam rüber! Seltsam arrogant vom Mädchen aus NRW! Dieses Berlin, was Julia so liebt hat sie auch den "doofen Ossis" zu verdanken. Auch da fängt gewisser Rassismus an, Frau Knolle!

  • mala

    Ich find gar nicht schlecht oder uninteressant, was Du schreibst. Klar haben wir alle unsere Vorurteile und jeder eine eigene Meinung, die kann man auch äußern. Aber man muss ein bisschen gucken, dass es nicht herablassend rüberkommt. Und das ist Dir hier, wie auch in einigen Deiner Artikeln in letzter Zeit leider nicht gelungen. Wie Romy und auch sicher einige andere, denke ich, dass Dir ein bisschen mehr Objektivität in manchen Punkten gut tun würde, grad bei sowas.

  • ts

    dann solltest du deine tiefsten nordrheinwestfälischen eigenheiten vielleicht mal ablegen um nicht mehr über dich selbst schmunzeln zu müssen! wenn deine journalistischen ergüsse nicht diplomatisch verfassen kannst, kann man deine dörfliche herkunft auch ohne deinen hinweis erraten.

    aber ich versteh das sowieso alles, denn als ich 1993 nach westdeutschland kam, musste ich mich auch stark an das seltsame verhalten der hamburger gewöhnen. puuh, nur weil sie wessis sind, müssen sie sich jawohl nicht so bizarr verhalten!

  • ana

    "...mit den anderen Gepflogenheiten in Ostdeutschland konfrontiert und erwische mich seitdem dabei, über scheinbar unüberbrückbare Eigenheiten zu schmunzeln."

    in diesem satz ist nichts rassistisches oder überhebliches. es ist das wörtchen "scheinbar", dass den unterschied ausmacht.

    dadurch gibt julis zu vestehen, dass diese unüberbrückbaren differenzen oberflächlich betrachtet unüberbrückbar sind, wagt man aber einen blick hinter die fassade, so wird man von gegenteil überzeugt.

    manche überpolitisch korrekten sollten deswegen auch mal ein blick über den tellerrand hinaus wagen, bevor sie sich in ihrer schnelllebigen überkorrekten art in etwas verrennen, was da so nicht ist und steht!
    es sind die worte, die eine aussage machen! alle worte!

    gerade dieser satz hat mir gezeigt, dass julia sich sehr mit ihm und seiner aussage auseinandergesetzt hat und dem thema ost-west-unterschied in der einzig möglichen und richtigen weise begegnet: nämlich mit einem schmunzeln!

  • ana

    @ ts:

    schlechter unkonstruktiver beitrag!

    und da regst du dich über julia auf?

    lies dir GENAU durch, WAS du und WIE du es geschrieben hast!

    "...deine dörfliche herkunft ..." peinlich, peinlich, schlecht.

    @julia:

    manchmal muss dein beruf ganz schön schwer sein!
    lass dich nicht unterkrigen, aber ich denke, du stehst da bestimmt drüber.

  • Viola

    Julia ist doch ein cleveres Dingens! Sie merkt dass es mir Lesmads langsam bergab geht. Neue, interessantere Blogs schießen unaufhaltsam wie Pilze aus den Boden. Beim Alexa-Ranking gehts stetig bergab. Also hält man Leute mit provokativen Texten und hoffentlich vielen Kommentaren an der Stange! Was denkt Ihr, warum Schnati so einen naiven, kindlichen Schreibstil hat? Die Leser SOLLEN sich aufregen und immer wiederkehren, damit es vom Glam-Publisher ordentlich Money Money gibt, denn das berechnet sich nur nach Zugriffszahlen. Schlechte Presse ist immer besser als gute Presse!

  • ts

    dörfliche herkunft. dörflicher ursprung. whatever, sie sagte "im tiefsten Nordrhein-Westfalen" und ich habs gedeutet. ich verstehe auch immer noch nicht, warum man "unüberbrückbar" überhaupt schreibt, wenn man doch sagen will, dass dies jedoch nur oberflächlich sei.

    weiter, sie sagt ja nicht "differenzen" zwischen ossis und wessis, sie sagt "eigenheiten" - der berliner? (nicht notgedrungen ostdeutscher?!), oder ihre eigenen? ist nicht klar?

    aber ist ja auch kein ding, solange man trotzdem versteht, wie sie es meint und damit scheint ihr ein problem zu haben: eine westdeutsche vom dorf kommt nach berlin und schmunzelt dort über die eigenheiten und gepflogenheiten in "ostdeutschland". gottseidank hat sie es trotz all des "stresses", mit dem die frauen in der ddr - vor allem hinsichtlich der mode - kämpfen mussten und den sie anscheinend heute noch selbst spüren kann, sich selbst ein bild gemacht, das sie ihren landsleuten vorsetzen kann.

    go girl, du schaffst das, lass dich nicht unterkriegen da!

  • Julia

    Nochmal für alle: Ein "abfälliges" Schmunzeln interpretiert ihr hier hinein und ich sagte im vorherigen Kommentar bereits, dass ich ein Befürworter der Vereinigung bin. Was sollte denn noch deutlicher zeigen als ein freiwilliger Umzug, dass ich als "Wessie" das "Ossi"-Flair super spannend finde und ich werde euch nicht den Gefallen tun, mich überheblich diesem Völkchen zu verhalten. Und wenn das mit einer Sachen nichts zu tun hat, dann mit Rassismus. Leute, ehrlich...
    Und zu dem Vorwurf der Hetzerei: In Blogs sollte es neben einer gewissen Aktualität der Themen auch vor allem um Meinungen gehen. Aber das muss ich euch nach über zwei Jahren Les Mads doch bitte nicht nochmal erklären. Ihr seid more than welcome to join, manchmal zwar etwas durchdachter als das hier oft der Fall ist, aber ordentlich diskutieren ist ja erlernbar.

  • Julia

    Es ist so, dass Julia nicht im Osten wohnt oder dahingegangen ist. In dem Berlin, wo sie wohnt wohnen keine Ossis mehr. Das ist der Bereich von mehr oder weniger erfolgreicher westdeutscher Klientel. Bestes Beipspiel Prenzlauer Berg. 80% Nicht-Berliner, vornehmlich aus BW. Das Berlin der heutigen Zeit ist ein Ort vieler Menschen, vornehmlicher reicher Wessi-Kinder, die noch einmal Abenteuer Großstadt erleben wollen, bevor sie die elterliche Firma in der westdeutschen Provinz übernehmen sollen.

  • Julia

    @Julia: Aber woher weisst du denn wohl, wieviele Ossis sich hier in meinem Umkreis befinden? Das würde mich mal interessieren...

  • t.

    naja julia, umzug nach mitte sagt da ja doch schon einiges darüber aus, oder?

  • Julia

    @t.: Erstens fänden wir es ganz ganz toll, wenn ihr euch zumindest mit einem "normalen" Namen hier zu Wort meldet. Und zweitens: wieviele Ossis nun letztendlich in Mitte zu finden sind, mag doch keiner von euch wahrheitsgetreu wiedergeben können.

  • Rob

    Die alten Trends kommen wieder! Ich habe momentan das Gefühl, dass modetechnisch irgendwie eine größere "Individualisierung" im Gange ist. Trends werden neu kombiniert und individuell weiterentwickelt. Das war natürlich schon immer so, aber mir scheint das Ausmaß größer als früher.

    Naja, wahrscheinlich war ich in letzter Zeit einfach zu oft in Berlin. ;-) Das passt übrigens sehr gut zu dem, was am Beginn des Artikels beschrieben wird:

    "Erst mit meinem Umzug nach Berlin bin ich erstmals mit den anderen Gepflogenheiten in Ostdeutschland konfrontiert und erwische mich seitdem dabei, über scheinbar unüberbrückbare Eigenheiten zu schmunzeln."

  • anna

    @ romy etc.: mir ist ebenfalls auchgefallen, dass julias letzte artikel ziemlich (gewollt? gesucht?) polemisch wirken, und auch immer mal wieder überheblich bis abschätzig (z.b. über kunst, friedhof-story etc.) das ist für mich nicht dasselbe, wie eine meinung zu äussern.
    eine diskussion erübrigt sich hier dann auch mit den eher gehässigen als sachlichen kommentaren der autorin.

  • Anne

    mode aus ddr zeiten ist ein sehr spannendes thema. sybille und pramo sind 1a zeitschriften, die auch heute noch mit ihren schnitten punkten kann. wenn schon nicht eins zu eins umgesetzt, dann zumindest als schnittgrundlage. und gerade weil es nicht viel und schon gar nicht alles gab, machten eben viele frauen kleidung für die ganze familie selbst. mitunter mit sehr einfallsreichtum, über den ich heute staune. not macht nicht umsonst erfinderisch. das ist vielleicht einer der spannendsten aspekte, wenn es um mode aus ddr-zeiten geht.

    allerdings stimme ich romy zu.

    ich finde es etwas verwegen, von einem "freiwilligen umzug nach ostdeutschland" zu sprechen. ich würde berlin nicht gerade als flaggschiff ostdeutschland bezeichnen. ich bin aber beruhigt, dass es freiwillig geschah. vielleicht klappt da ja auch mal ein freiwilliger ausflug nach brandenburg. oder mecklenburg. oder thüringen.
    völkchen ist in diesem zusammenhang leider auch nicht so glücklich gewählt. wir sind kein völkchen. und ihr seid nicht die besucher, die freiwillig vorbeischauen. wir sind alle eins. auch wenn das kitschig klingt. ist mir egal. gerade bei sensiblen themen bist du manchmal wie der elefant im porzellanladen. polemik und meinung schön und gut. aber man bekommt dann immer wieder den eindruck, dass du extra so schreibst, um viele zugriffe und kommentare abzubekommen. und das hinterlässt immer wieder einen faden beigeschmack.

  • teresa

    liebe julia vom kommentar um 12:28uhr, egal wie zweideutig oder ungeschickt lesmads-julias forumlierung gewählt war, deine "reiche-bw-kinder auf abenteuersuche"-pauschalisierung ist hier die wahre frechheit.
    wer meint, eine stadt wie berlin gehöre nur den dort geborenen, sollte sich lieber mal über die eigene gesinnung gedanken machen, anstatt hier auf lappalien rumzureiten.

  • Julia

    @anna: Das Lustigste an den Kommentaren ist ja immer, dass auf die Beiträge, bei denen wir uns eine Diskussion von euch wünschen, selten was in Fahrt kommt, siehe Kunst und Friedhof. Am meisten stören oft Nebensätze, was einen Autor in dem Sinne ein bisschen verwundert, als dass wir den Kern des Textes dann verfehlt sehen. Wir wollen euch doch auch hier auf der Seite zum Austausch anregen, nur mit der Sachlichkeit hapert´s manchmal eben ein bisschen. Das ärgert uns ab und an ein wenig, aber im Grunde sind eure Kommentare ein wesentlicher Bestandteil der Seite (weshalb wir auch nicht moderieren), den wir so ja auch wollen und uns freuen, wenn die Leser an den Inhalten so direkt teilhaben. Absichtlich polemisch bin ich nicht, aber ich mag mich auch mal mit anderen Sachen auseinandersetzen als mit schönen Editorials, die beim Betrachter nur ein "Oh, ist das schön" entlocken.

  • Anne

    @Jule: Der Kern des Artikels hat sich mir einwandfrei erschlossen. Und ich habe mich auch dazu geäußert. Was mein eigentliches Anliegen war. Trotz des interessanten Themas wurde ich durch die bereits genannten Textstellen abgelenkt udn war etwas irritiert. Und das lag ganz einfach an der Wortwahl. Also habe ich dazu dann auch noch kurz etwas gesagt. Falls das nicht sachlich genug war, lag es eventuell an den nicht so sachlichen Textpassagen. Und jeder Autor ist sich doch beim Schreiben des Lesers bewusst. Deshalb die Vermutung der Polemik. Aber wenn dem nicht so ist, dann merke ich mir das. Und werde dann versuchen, diese Stellen in deinen Artikeln/ Beiträgen zu umschiffen bzw. auszublenden.

  • Jan aus Berlin

    @ teresa

    Überheblichkeit, Pauschalisierung und Frechheit sind die drei Grundtugenden eines Berliners. Beim Berliner-Sein geht es im Kern darum, einen Canon von preußisch-calvinistischen Grundüberzeugungen zu erlernen und basierend darauf, den Rest der Welt in harten, schnellen Urteilen zu negieren.

    Das ist nicht nett, aber das ist so! Wieso reiche Kinder aus Baden-Württemberg zu Recht den Hass gelernter Berliner auf sich ziehen, kann natürlich nicht verstehen, wer eben gerade erst aus einem katholischen Karnevalsdorf hinzugezogen ist. Allein weil sich Julia erdreistet, als jemand der (schon des jungen Alters wegen) die DDR nie gesehen hat, über deren Mode berichten zu wollen, wird sie sich jedwede Anfeindungen gefallen lassen müssen.

    Nehmen wir nur diesen einen Satz: "Die Frauen befanden sich also im Zwiespalt zwischen der persönlichen Note des eigenen Looks und der Bequemlichkeit, sich via Einheitslook dem ganzen Stress zu entziehen."

    So so, du kennst also die Zwiespalte der Frauen im Osten. Welcher Stress soll das denn bitte gewesen sein, dem man sich mit welchem Einheitslook entziehen konnte? Ich bin verdammt neugierig! Nicht das es nicht schon genug Wessis geben würde, die den Ossis die DDR erklären wollen, aber bezogen auf Mode sind mir solche Besserwessis wirklich neu. Aber mach nur weiter so, dann wirst du noch ganz andere Eigenheiten der Ostdeutschen kennen lernen.

  • ts nochmal

    herrlich. bei diesem satz scheint sie echt den überaussetzer gehabt zu haben. obwohl, da fällt mir doch der angela merkel post ein... hach julia...

    naja, trotzdem schön, dass man nicht allein ist mit dem gedanken der aufrüttelnden kritik.

    warum machst du nicht einfach einen outfitpost mehr anstatt immer solch kapitalistisch wertvolle reden zu schreiben, die bei dem nachdenkenden teil eures leservölkchens ständig bitter aufstoßen?

  • our youth

    interessanter artikel. mehr davon.

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