Rodarte für Target: Die Bilder
Langsam aber sicher sind die Bilder im Netz überall zu sehen, ich möchte trotzdem noch mal ein paar Gedanken zur Kollektion von Rodarte für das amerikanische Kaufhaus Target in den Raum werfen. Um eine breitere Zielgruppe zu erreichen und einen Markennamen noch besser zu etablieren, haben schon so manche grosse Designer mit der Kette kollaboriert, zuletzt beispielsweise Anna Sui. Der Schritt in eine derartige Richtung bringt aber auch viele Fragen mit sich: Wann kann ein solches Experiment gewagt werden, wie verändert es das Image eines (Jung-)Designers, ist Mainstream der Erfolgsgarant für ein Label oder welche Kette passt eigentlich zu wem.
Hätte man mich gefragt, ob Rodarte, die begabten autodidaktischen Mulleavy-Schwestern, die in kürzester Zeit zu den gefeiertsten Designerinnen aufgestiegen sind, jemals mit einer Billigkette arbeiten würden, so hätte ich doch energisch mit dem Kopf geschüttelt und auf das Phänomen ihrer Einzigartigkeit verwiesen. Nun konnte auch der hoch dotierte Swiss Textile Award nicht davon abhalten, Rodarte massentauglich zu machen. Verständlich ist es dann aber doch: Kleider im Wert von 3.000 Euro gehen sicher nicht so problemlos über die Ladentheke. Die bis zu 80 Dollar kostenden Target-Designs hingegen schon. Insofern ein nachvollziehbarer Schritt, der den Markennamen in weitere Teile des Landes transportieren wird.
Es kann viel darüber philosophiert werden, was eine derartige Kollektion auslöst. Letztlich geht es aber nur um die geschneiderten Kleider und die erste Preview zeigt recht unspektakuläre Designs. Leomuster, die gefährlich nah an billig sind, pinke Tüllröcke, lieblos hingeklatschte Schleifen, Spitzenstrumphosen, die gern bis zum Bauchnabel gezogen werden, grungy Bikerboots und lange Strickjacken, die bei H&M jedes Jahr wieder aufgelegt werden - das ist also die Vision von Rodarte?
Denn genau hier ist der Haken: In günstigen Materialien wirken die Schitte nicht mehr genial, sondern schlecht abgekupfert. Die Magie und der Glanz gehen verloren, Spitzenstrumpfhosen und Partykleidchen aus Tüll gibt es schon seit letztem Jahr an jeder Ecke; der Wiedererkennungswert ist gleich null. Ich würde aus dieser Kollektion nichts freiwillig anziehen, egal ob Rodarte drauf steht oder nicht. Aber wen wird das schon gross jucken? Ich bin mir sicher, dass die Läden am 20. Dezember von hungrigen Modejunkies leergefegt werden. Wer also Interesse hat, sollte um diesen Zeitpunkt herum bei Ebay stöbern...
Alle Bilder gibt es bei NYMag.






Mia
finde die zusammenstellung der teile sehr schlecht. das versaut den ersten eindruck komplett und hilft nicht dabei die einzelnen teile sondiert zu betrachten. das kleid oben rechts sieht aus, als wäre es von orsay.
laura
Ich gebe dir völlig Recht. Wenn ich mir die wunderbaren Bilder von der Fashionweek anschaue, diese unglaublich innovative Kollektion, diese begeisternden Stücke - und dann diesen....H&M-Abklatsch, ist das einfach nur furchtbar enttäuschend. Das Problem ist glaube ich auch, dass diese Kollektion, wenn sie preiswerter gestaltet wird, auch massentauglicher werden muss, schließlich soll sich das ja auch verkaufen. Und damit geht das ganz Spezielle verloren. Also wirklich, das was man von Rodarte eigentlich kennt scheint da so meilenweit entfernt...schade :(
nati
Jessie, ich kann deiner Einschätzung nur zustimmen! Die einzelnen Teile sind wirklich nicht schön! Letztendlich wird es wohl dem Markenimage von einer Marketing Perspektive nicht schaden, aber es ist schade gutes Talent auf so etwas zu veschwenden!
Lg nati
melda
vorallem das zu gelbe leo-dress sieht echt schlecht aus. würde auch nichts von dieser kollektion bestellen wollen.