London: Frieze Art Fair 2009
Im Auftrag der Mode erklomm ich gestern Morgen in London pünktlich um 11 Uhr die heiligen Hallen der Frieze Art Fair. Nach dem Panel zum Einstieg (Thema: "Klischees gegenüber Contemporary Art") ging dann für mich die Jagd los: Wo hatten sich all die stylischen Londoner versteckt?
Sie hatten mich knallhart im Stich gelassen! Also blieb ich alleine mit der Kunst zurück. Es gab ungelogen nur eine einzige Erscheinung auf der ganzen vollgepackten Messe, die mir stylingtechnisch den Atem raubte. Der restliche Dresscode war "hauptsache individuell" und damit meine ich "individuell". Kein Einheitsbrei weit und breit, aber dafür gab es allerhand zu sehen - vorrangig jedoch an den Wänden und nicht an Körpern.
Das Feld der Mode schieben wir also für einen kurzen Moment beiseite und saugen die Kunst ein. Laut war es und vollgestopft, sowohl mit Besuchern als auch mit eindrucksvollen Werken. Schnell den Kopf zusammengehalten, kommt hier der Spickzettel falls jemand fragen sollte, was gerade auf der Frieze Art Fair so passiert:
- Artist to know: John Baldessari. Erlebt gerade den Überflug und wurde durch mehrere Galerien präsentiert, stellte sich mittags auf einem Frieze Talk den Fragen der Leser des Art Review Magazins und wird parallel im Londoner Tate Modern ausgestellt ("Pure Beauty")
- Weitere Künstler, die an mehreren Ständen zu sehen waren: Tracey Emin, Marc Quinn, Wolfgang Tillmans
- VIPs, die sich die Ehre gaben: u.a. Gwyneth Paltrow, Lily Allen (Beide kamen ungeschminkt. Ich sag's ja, neue Prioritäten!)
- Galerien, die am liebsten nur die grossen Namen bei sich versammeln: Gagosian, White Cube (beide London), Lehman Maupin (New York)
- Berliner Galerien: u.a. Eigen + Art, CFA, Sprueth Magers
- Trend: neben Neon und viel Farbe, war Silber, Glitzer und Metall ein gern gesehenes Element woraus die Kunstwerke hergestellt wurden
- Die Auszeichnung für den besten Stand bekam Salon 94 aus New York
Wem das noch nicht genug ist und wer es nicht bis Sonntag zur Messe schafft, der kann entweder das Quiz beim Guardian machen oder sich die Liste der 100 mächtigsten Mitspieler der Kunstszene durchlesen.

