Ausstellung: Thomas Demand "Nationalgalerie" in Berlin
Zum "mal eben schnell durchlaufen" war die Ausstellung "Nationalgalerie" von Thomas Demand sicherlich nichts, da es keinen Audioguide gab und die neben den Fotografien stehenden Texte von Botho Strauß nicht selbsterklärend waren, sondern noch mehr zum Nachdenken anregten. Das Prinzip der Bilder wiederum ist beeindruckend und leuchtet auf Anhieb klar ein: Demand rekonstruiert Schauplätze der Deutschen anhand von lebensgroßen Skulpturen und zerstört diese sogleich, nachdem er sein Foto im Kasten hat. Welches Ereignis genau stattgefunden hat, wird nirgendwo erwähnt. So appelliert er genau an das innere Unwohlsein, welches ich eben dort hatte: Wie schnell wir doch vergessen, was die Nachrichten und Medien uns tagtäglich um die Augen und Ohren schmeißen.
Wer es bis zum 17. Januar in die Neue Nationalgalerie zu den 20 unfreundlichen Sicherheitsmännern schaffen sollte, der nimmt vielleicht noch einen der tollen Vorträge mit. Heute Abend um 19.30 Uhr spricht zum Beispiel Daniel Kehlmann über "Denken in Modellen" oder im Januar gibt es Rem Koolhaas zu "Utopia and its reconstruction".





Betsi
Ich war vor zwei Wochen in der Ausstellung. Ich war ziemlich begeistert von seinen Fotos, die Texte regen wirklich zum Nachdenken an (ab und zu aber auch in die falsche Richtung bzw. stiftet Verwirrung). Ein guter Tip ist es aber auf jeden Fall und ich würde jedem "Kunst"-Begeisterten diese Ausstellung empfehlen.
stella
ich finde seine idee ganz großartig, hab mich schon auf die ausstellung gefreut!
sarah
würde so gerne hin!!
aber berlin ist leider etwas weit weg :(
Rosa
sorry aber nicht lebensgroß sondern im kleinformat....
@Rosa: Hier ein Auszug aus dem Pressetext: "Spezifische Spuren des abgebildeten Geschehens werden im dreidimensionalen, lebensgroßen Nachbau systematisch eliminiert, ebenso wie die auf den Ursprungsfotografien vorhandenen Menschen."