NY Fashion Week: 3.1. Phillip Lim SS2010
Ungefähr eine Stunde vor der Show von 3.1. Phillip Lim poppten bei Facebook die ersten Fotos der Vorbereitungen auf. Das Holzkonstrukt der letzten Saison wurde abgelöst von einem roten Catwalk aus Lack und einem verspiegelten Ausgang.
Wäre es nicht Lim gewesen hätte ich Schlimmes geahnt, es fehlte fast nur noch der Duft von Latex und zuviel Schwarz wäre in einer Katastrophe für die Augen geendet. Doch schon bei den ersten Klängen von Phoenix legten sich jegliche Zweifel und der Chef tat einfach, was er gut kann: Er zeigte Entwürfe, die unverkennbar seine Handschrift trugen, fusionierte Asien mit Italien und balancierte mit Elementen aus Wolle, Gold und Organza.
Letzteres war auffällig häufig gefaltet, gecreppt oder geschwungen und mit Vorliebe zu knielangen Kleider geschneidert und mit betonter Taille akzentuiert. Trotz aller Femininität gab es auch maskuline Kombis mit Tafthosen, meist gekoppelt mit Wollpullis, Blazer oder bauchfreien Hemden. Ab und an sahen wir untereinander platzierte Schleifenbindung im Rücken, hier und da glitzerte es oder überraschten die verblassten Farben (Kiwi!). Es schien wie ein wildes Potpourri aus den 20er Jahren, Rodarte und "The Royal Tenenbaums".
Einmal meinte ich, kurz einen Trenchcoat aus rotem Lack gesehen zu haben, aber das habe ich ganz schnell wieder vergessen, spätestens als aus dem Lautsprechern The Xx ertönte oder ich damit beschäftigt war, Ranya, Ali, Abbey oder Iris anzustarren. Fast habe ich auch die roten Haarspangen gar nicht bemerkt und die Schuhe von Christian Louboutin sind mir fast nur ins Auge gesprungen, weil sie manchen Models Probleme beim Laufen bereiteten. Wie auch immer Herr Lim das gemacht hat, hierbei pfeiffe ich auf den roten Faden. Es war Chaos, es ist Lim und es war prima so.
Das Finale der Show SS 2010 von 3.1. Phillip Lim:












