Mailand Fashion Week: Max Mara, Etro, Fendi
Aus den gestern zu Ende gegangenem Potpourri an Schauen in Mailand haben wir uns etwas schwer getan, die schönsten Rosinen rauszupicken. Neben Jil Sander, Missoni und Bottega Veneta hatten viele Designer recht offensichtlich vor dem Lüften des Vorhangs diverse Kämpfe ausgetragen - mit der wirtschaftlichen Lage, ihrer Inspiration oder den neuen Ansprüchen der Kundschaft.
Max Mara zeigte edles Cashmere, Etro liess transparente Musterdrucke über den Laufsteg wehen und Fendi zeigte, dass auch Karl Lagerfeld vom Pfad abkommen kann.
Edelste Wolle, in die Form eines Wintermantels, der meist wie ein Trenchcoat aussieht - das ist das Markenzeichen von Max Mara. An Tradition und Qualität anlehnend, brauchen sich die Designer gar nicht dem Zwang unterwerfen, innovativ sein müssen und können sich gemütlich in ihrer Pole Position ausruhen. Auch wenn die Mitstreiter es diese Saison sehr schwer mit ihrem eigentlichen Auftrag hatten (Neues war selten gesehen), rettet das Designerteam um Max Mara noch oben drauf den Ruf der italienischen Modelandschaft und erfindet sich neu. Im gewohnten Farbspektrum der Mocca- und Cappuchinofarben blitzen tiefe Ausschnitte an sexy Blusen, ranken sich Hosenröcke in Crepe-Stil um lange Modelbeine. Mantelkleider taten der weiblichen Silhouette keinen Abbruch und wo nötig wurde mit Gürteln die Taille betont. Note: eins. Setzen, danke.
Die aufblühende Knospe im Hintergrund des Laufstegs hätte uns schon Vorwarnung genug sein müssen. Veronica Etro liess einen Überschuss an klebriger Romantik auf ihre Entwürfe rieseln, der eigentlich nur im Hochsommer in der Toskana erlaubt ist und in nördlichen Gefilden wohl zögerlich Anklang finden wird. Da Digitalfotos aber bekannterweise nicht in der Lage sind, Opulenz im Detail abzubilden, müssen wir nachsehen, dass die überragende Qualität der Kleidungsstücke hier nicht annähernd vermittelt werden kann. Für meinen Geschmack zuviel Gesticktes und Bedrucktes, vielleicht ist Etro dann doch mehr was für den akzentuierenden Schal oder den bunten Rock zur weissen Bluse.
Cathy Horyn war ganz entzürnt über Karl Lagerfelds Anlehnung an die Boudoir-Szenerie und beschwerte sich über das giant pair of old pantyhose, das er über Mailand für Fendi regnen liess. Doch so schlimm war es doch gar nicht. Lingerie hat doch immer was Intimes (Inspiration: Der Film "Emmanuelle") und befriedigt den Voyeurismus in uns allen. Ein bisschen Pastell und transparenter Stoff hat noch niemanden im Sommer geschadet, das wussten auch schon Chloe und Jade Arnsdorf. Und wenn dir das alles nicht gefiel, Cathy, dann kannst du vielleicht wenigstens Gefallen an den bestickten Großmuttertaschen finden, die jede von uns schonmal haben wollte.
Fendi SS 2010 in Videoformat:
















Caroline
Tolle Zusammenfassung!
Danke vielmals Julia!
lg
caroline