von Julia in Kategorie: Designer 1Kommentar

London FW: Richard Nicholl SS2010

Header_RichardNicoll.jpg Manchmal soll es halt einfach nicht so sein. Und vielleicht überkam Richard Nicoll einfach die Sonntagabenddepression oder die Muse hat ihn nicht geküsst. Gründe für das kleine Maleurchen gibt es sicher viele, woran es genau lag, werden wir nie erfahren.

Die Kollegen drüben bei The Cut berichten sogar, Gäste hätten den Raum verlassen, weil sie mit dem "Ergebnis" nicht zufrieden waren. Sarah Mower von Style.com hebt die "schönen, grauen Farben" hervor und lobt die Tageslichttragbarkeit, "die den meisten Designern heute fehlt". Schon mit der letzten Winterkollektion stiess Nicoll bei den Kritikern auf Unverständnis, als er Mäntel, Hosen und Tops komplett in cremefarben tauchte.

Vor einem Jahr noch wäre ich nach der Sommerkollektion Fan geworden, doch auch ich gebe dieses Jahr zu: Die Tahiti-Prints machen mir gravierende Probleme! Der sonst für seine Anti-Stringenz zwischen den Saisons bekannte Designer sagt selber, er habe dieses Mal alles konsolidiert, was er bisher geschaffen habe. Für Nicolls Verhältnisse also Neuland.

Zwar finde ich schön, wie Richard selbst beschreibt, dass er eine urbane Kollektion schaffen wollte, die trotzdem Elemente des Eskapismus beinhaltet. Hierfür wählte er die besagten exotischen Drucke und Blockfarben (unter denen ich mir ein bisschen was anderes vorgestellt hatte) und spielte mit Haremshosen (Leisure) und strengem Dutt (Strenge). Mit der Frisur sahen viele Models Tilda Swinton komischerweise so ähnlich, dass es mich direkt wieder an den Kinoklassiker "The Beach" erinnerte - und zack, da war ich schon wieder gedanklich in Französisch-Polynesien angekommen. Einzig die Quastenbommel irritierten mich bei meinem Gedankenausflug, geht die Schleifenbindung vor der Brust auch mit dem Strandsarong ganz gut zusammen.

Fazit: Jeder kreative Kopf macht schwere Phasen durch und ich glaube, hier haben wir es mit einer solchen zu tun. Was dagegen helfen kann: Auszeit nehmen, Drogen weglassen und ganz ganz viele DVDs gucken.

Die komplette Grausamkeit hat elle.de.

Tags: laufsteg, london, london fashion week, richard nicoll, ss10
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1 Kommentar

  • elv

    Auch wenn die gesamte Kollektion reichlich anstrengend ist, finde ich die Kombination aus grau und so einem Stahlblau wirklich nice.

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