von Julia in Kategorie: Lifestyle 3Kommentare

Künstlerwatch: Helle Mardahl

Verabredungen zum Mittagessen dienen oft nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern im Bestfall auch der Erinnerung an in Vergessenheit geratene Blogthemen. Von der Universalkünstlerin Helle Mardahl wurde mir das letzte Mal abends bei Sekt und Champagner vorgeschwärmt und ich bin froh, mich jetzt doch wieder an das Wunderkind erinnern zu können.

Die 33-jährige Dänin hat klassisch am Central Saint Martins College in London Modedesign studiert und bekam dann recht zügig den Förderpreis "Statens Kunstfonds", der sie drei Jahre lang Kollektionen fertigen lassen konnte. Doch schnell merkte sie, dass ihr Verständnis von Kreativität über das Bedrucken von Textilien hinausging und wagte sich an (eindimensionale) Malerei und (mehrdimensionale) Skulpturen. Das spielerische Gegenüberstellen von Schwarz-Weiss und Farbe oder das Einbauen der märchenhaften Figuren in brutal wirkende Kollagen zeichnen ihre Handschrift aus.

Nach Kooperationen mit dem dänischen Möbelhaus Muuto sowie weiteren Ausflügen fernab der Modewelt, war sie letztendlich nicht mehr nur dem einen Bereich zuzuordnen und behielt dennoch sehr vorbildlich ihren eigenen, roten Faden bei. In einem Interview mit der De:Bug sagte sie: "Ich will weder Modedesignerin noch Künstlerin sein, sondern eine Zwischenfigur", zu Recht wie ich finde, hätte das alleinige Bedrucken der Jerseystoffe auf Dauer doch ihr Spektrum beschränkt.

Bemerkenswerte Eckpunkte ihrer Karriere stellen vor allem die Solo-Ausstellungen in Kopenhagen ("The Royal Orgy of Consumption", WAS) und New York ("The Largest Possible Audience", LaViolaBank Gallery) dar, ergänzt um die Installation "Falling Into The Unknown" im San Carlos Museum in Mexiko City und das Projekt mit Stine Goya.

Selbst für abschliessende Thesen eines Reviews gibt sie Gutes von sich, so dass ich den Review mit folgendem Zitat beenden kann und in freudiger Erwartung ihrer nächsten Erscheinung in Berlin entgegenfiebere: "Fashion helps to move around the art, in a not arty way."

Hier noch ein Portrait über Helle Mardahl, leider auf dänisch:

Tags: design, helle mardahl, kunst, künstlerwatch, mode

3 Kommentare

  • FacebookLeila Hackenberg

    Jute neue Sparte. Das Blog ist wirklich besser geworden, seit dem du mehr oder überhaupt wieder schreibst.

  • Eva

    Schade. Solche Artikel fehlen mir hier jetzt (1 Jahr später) irgendwie!

  • hannah*

    Mir fehlen sie auch sehr - der künstlerische Blick auf die Dinge fehlt ein bisschen ;(.

Kommentar schreiben

Netiquette: Bitte hinterlasst beim Kommentieren Euren vollen Namen und eine gültige Email-Adresse. Auch unsere Kontaktdaten sind öffentlich. Eure Email-Adresse wird allerdings nicht auf LesMads.de veröffentlicht. Kommentare sollten sich auf das jeweilige Thema des Eintrags beziehen. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne vollen Namen und Kontaktdaten oder thematischen Bezug zu löschen. Natürlich könnt Ihr uns auch einfach direkt eine Email schreiben.

Facebook-Nutzer? Dann hier klicken, um dich anzumelden.

Burda Style ChuhChuh Elle InStyle OK COOL