Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft
Dass die Französinnen in Sachen Stil und Begehrlichkeit allen Nationen vorne wegrennen, ist ja nichts Neues. Auch habe ich bei der Vorpremiere des Films "Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft" nichts anderes als die Abbildung dieses Phänomens erwartet. Mit Audrey Tautou in der Hauptrolle und der Entstehungsgeschichte der Firma und Marke Chanel als Basisplot war die wohlige Kinounterhaltung für meinen gestrigen Abend eine sichere Angelegenheit. Wir hatten uns ja schon gut mit der Doku vorbereitet und wurden doch nicht gelangweilt.
Die im Jahr 1883 geborene Gabrielle Bonheur Chasnel hat die Modewelt beeinflusst wie keine andere. Dass ihr starker Charakter dabei von Vorteil war, wird im Film sehr deutlich. Die 105 Minuten konzentrieren sich besonders auf die Zeit vor ihrem Erfolg und können mit eindrucksvollen Bildern im Schloßgarten brillieren, anstatt die Meisterin beim Kreieren der von Schwarz dominierten Kollektion zu filmen.
Der Werdegang von der Näherin im Hinterhaus, die mit ihrer Schwester in Kneipen zur Erheiterung der Männer Liedchen trällert, zur erfolgreichen Designerin wurde geprägt von Cocos Durchsetzungskraft und Eigenwilligkeit. Mit dem Pariser Industriellensohn Etienne Balsan führt sie eine bemerkenswert tiefe Freundschaft, die ihr Leben essentiell prägt. Durch ihn lernt sie ihre große Liebe Arthur („Boy") Capel kennen. Er bringt sie das erste Mal ans Meer (man erinnere sich an die Cruise Collection 2010 in Venedig) und lockt sie aus ihrer kontrollierten Reserve. Mit seinem schicksalhaften Tod in 1922 beginnt Coco Chanel zur Verarbeitung der Trauer mit ihren ersten Entwürfen, die sie in ihrem Hutatelier fertigen lässt.
Die Regisseurin Anne Fontaine hat ein eindringliches Portrait der Meisterin geschaffen, das uns lehrt, dass ChiChi und Korsetts noch nie tres chic waren und dass es sich lohnt, festgefahrenen Strukturen (wie damals die Verschwendung der Bourgeoise) abzuschwören, ohne dabei die Eleganz zu verlieren.





nordfischbaby
Habe mir den Film auch gestern angeschaut - eine richtig schönes Zeitportrait. Mir gefällt der Stil - ich finde hier und da sollte man sich von Coco Chanels Entwürfen und Brüchen mit den Regeln eine Scheibe abschneiden und wieder lockerer werden. Absolut sehenswerter Film.
kat
war coco die personifisierung des rouge lippenstifts, des abbildes, dass bis heute DAS sinnbildliche symbol darstellt, so wird genau dieser aspekt bei diesem film total vernachlässigt. coco ging nie ohne den roten lippenstift ausser haus! nie! warum wird in diesem film dann so auf rosa naturlippen gesetzt? shame!
JULES
buchtipp: "die kunst, chanel zu sein".
claude
der film steht fest auf dem plan für nächste woche, popcorn inklusive versteht sich!
stadtpiratin
ohh ich bin so gespannt auf den film! da ich am wochenende in die alte heimat unterwegs bin klingt das nach einem guten mutter-tochter-programmpunkt. schade finde ich nur bereits im voraus, dass chanels vergangenheit nur von der einen, kämpferischen und bewunderungswürdigen seite beleuchtet wird - dabei ist ihre ambivalenz auch in puncto nazis ein wichtiger teil ihrer biographie.
Sylvie
muss UNBEDINGT rein!!! macht echt Vorfreude
Mode Fan
Werde ich mir auf jeden Fall anschauen, hatte noch nicht daon gehört! Danke!
Nicole
Wenn ich richtig infomiert bin, ist ihr Geburtsname 'Chanel'. 'Chasnel' soll lediglich ein Schreibfehler in der Geburtsurkunde gewesen sein.
Madeleine
ich bin schon sehr gespannt auf den film und suche noch nach dem richtigen tag fürs kino ;-)