Modeblogger bei ZDF aspekte Online
Beim Bloggertreffen am vergangenen Samstag bekamen wir Besuch vom Team des ZDF, das einen Beitrag für den Onlinekanal der Sendung aspekte gedreht hat. Wie Mary bei Quite Contrary schon treffend anmerkte, wundern wir uns immer noch, dass beim Thema "Online vs. Print" gerade im Modejournalismus jedes Mal wieder Erklärungsbedarf besteht.
Das Allheilmittel namens "Mittelweg" liegt doch so unglaublich nahe und das Phänomen der "Friedlichen Koexistenz" hat damals im Geschichtsunterricht auch schon so einleuchtend geklungen...



RIKE
auch wenn ich keinen modeblog fuehre, wuerde ich mich ueber eine detailliertere nachberichterstattung zum bloggertreffen immer noch freuen. bisher habe ich -abgesehen von ein paar fotos- nicht wirklich viel dazu gefunden. wurde die gefuehrte diskussion von euch oder anderseitig (online) dokumentiert?
Mary
Ich habe in dem oben verlinkten Artikel mal einen Aspekt aufgegriffen und in den Kommentaren zu meinem kurzen Posting zum Bloggertreffen auch noch mal versucht zu erklären, warum eine detailliertere Nachberichterstattung schwierig scheint.
leila
Schöner Beitrag und ich finde du, Julia, hast dich super in diesem Interview verkauft. Eine schöne Vertretung der und für die deutschen Bloggerschaft.
Su
obwohl ich ja im online bereich arbeite und dort an vielen fronten kämpfe, werde ich print für immer lieben. die hochwertigkeit ist eine ganz andere.
ich kann mir ein leben ohne gedruckte magazine nicht vorstellen.
Lara
ich finde der beitrag ist super geworden und julia hat tolle sachen gesagt!!!
gut dass man mich nicht sieht :D 10 stunden durch berlin irren-ja da sieht man dann schon mal bisschn fertig aus :D
lisa
Das finde ich mal einen richtig guten Beitrag. Habe das Gefühl dass da nichts/wenig "verdreht" wurde, wie es ja sonst oft der Fall ist; außerdem wirkt ihr beide mal wieder richtig sympathisch und die Moderatoren interessiert, wenn es auch nicht "ihre Welt" ist.
Den Mittelweg den Julia beschreibt halte ich für die Lösung und die einzige Antwort die man auf diese Art von Fragen geben kann/sollte. Friedliche Koexistenz, bereichernde Ergänzung.
Jérôme
Sehr, sehr gut gesprochen, Julia. Die Ernsthaftigkeit, mit der wir Blogger unserer Arbeit nachgehen, kommt rüber.
Like it.
BelleOnEarth
Ich finde den Beitrag auch sehr gelungen und vor allem mal etwas ausführlicher. Und die Wünsche die Julia für die Zukunft hat, dass es mehr Blogs geben soll und mehr Akzeptanz gefallen mir auch. Und man sieht mich im Video ;-) hihihi wie witzig
Jen
Es ist aber etwas vermessen zu glauben, dass Print und Internet ohne Probleme koexistieren können bzw. dass so ein Format wie LesMads keine Konkurrenz für Modemagazine bedeutet.
Ich kenne nur noch sehr wenige Frauen, die sich Modemagazine kaufen, weil man alles schneller im Internet lesen und sehen kann. Es gibt direkte Kauflinks, Modestrecken aus teuren Magazinen werden abfotografiert und eingescannt, Rezensionen verlinkt, Videos gepostet – wozu da noch 5–20 Euro ausgeben? Die Wenigsten empfinden Fashion als enorm wichtig, den meisten reicht doch die Kurzinformation mit schönen Bildern. Hintergrundberichte liest nur ein geringer Prozentsatz, und die Magazine, die auf lange Stories gesetzt haben, haben diese schnell wieder eingestellt aus Mangel an Resonanz.
Mein Gatte arbeitet in einem großen Verlag und ich höre jeden Tag neue Hiobsbotschaften, welche Magazine eingestellt, runtergekürzt oder dramatisch verändert werden müssen. Hinzu kommt, dass die Journalisten und Grafiker und alle anderen Zulieferer immer miserabler bezahlt werden bei erheblicher Mehrarbeit. Fotografen und Illustratoren werden oft gar nicht mehr bezahlt, sondern bekommen die Referenz "gratis" – etwas, worum sogar gebuhlt wird. Und Anzeigenkunden? Von wegen. Viele haben nichtmal das Interesse, umsonst geschaltet zu werden, und es wird ansonsten gefeilscht und gehandelt, was das Zeug hält.
Dem Printmarkt geht es insgesamt sehr schlecht, aber Mode- und Lifestylemagazine sind die ersten, die fallen. Und daran ist die kostenlose, schnell konsumierbare Bloggerszene mitschuld, auch, wenn es nicht die Intention der Schreiber ist.
Marie
Das Problem der meisten Magazine (z.B. Glamour, Instyle, Amica etc.) ist doch, dass es sich nicht um kritischen Modejournalismus handelt sondern nur um Werbung. Im Prinzip sind diese Magazine nur noch Werbeprospekte / Versandkataloge für die man auch noch bezahlen soll. Selbst Produkttests fallen nicht negativ aus, weil die Firmen natürlich dafür bezahlen.
Hier besteht eben (noch) der große Unterschied zu den meisten Mode-/Streetstyle-Blogs. Auch an Les Mads und der schrecklichen "Bebe-WG Berichterstattung" merkt man natürlich, dass der Kommerz auch an den Blogs nicht vorbeizieht. Doch ich komme mir definitiv weniger verarscht vor, als von diesen Magazinen. Deswegen tut es mir um diese wirklich nicht leid, falls es sie nicht mehr geben sollte. (Um die Mitarbeiter, die dann arbeitslos werden, natürlich schon).
Das Interview hat mir übrigens auch sehr gut gefallen!
raffaela
was meiner meinung nach viele nicht verstehen wollen, ist dass "unabhängige" blogs nicht gesponserte printmedien ersetzen könne. der markt lebt von werbung, und solange in der kreise keine unbezahlbaren ads im print mehr bezahlt werden können, fliesst das geld logischerweise in die blogs. für mich ist absolut absehbar dass es nicht mehr lange geht, bis sich die ganzen pr-agenturen an die blogs wenden, weil klein-modemädchen-von-nebenan sich doll über einen geschenkten lippenstipft von freun und gern etwas drüber berichten. was ist schon das verhältnis von den ausgaben für blogs versus gedruckte anzeigen?
es wird nicht lange dauern bis das "unabhängig" in "gesponsert" ändern wird und nocht emhr viel von deisen blogs übrig bleibt.
ich find, es sollte immernoch bedacht und geschätzt werden, was es alles braucht für ein magazin: eine professionelle redaktion, die auf ebensolcher ebene mit pr kommuniziert sowie viel mehr zeit geld investiert als ein blog. ich mag die beiträge hier, die möglichkeit, nur ein bild und ein satz zu posten - aber das ist für mich noch lange nicht vergleichbar, mit dem, was ich in redaktionen erlebt habe.
mary
natürlich verändern online medien die printwelt. meine these ist ja, sie machen sie besser. denn magazine können und müssen sich nun darauf verlegen, ihre relevanz über den erscheinungsmonat hinaus zu behalten. an dieser stelle ist platz für mehr kreativität und individualität - wie mit magazinen wie LOVE, Purple, Lurve, Mono.Kultur usw usf ständig und stetig bewiesen wird.
Rene Schaller
ich fand den beitrag sehr interessant, spannend vor allem deswegen weil das medium fernsehen vollkommen ausser acht gelassen wird. mode als kulturgut findet nur in geschriebener form statt, seis als klassisches magazin oder eben blog. das fernsehen hat sich dem vollkommen entzogen und berichtet nur noch über das geschehen am rande des laufstegs.
ich denke die leute würden sich mehr für mode interessieren wenn ihr wieder ein größerer stellenwert eingeräumt werden würde, sie zum einen als wirtschaftsfaktor und zum anderen als teil des zeitgeistes wieder mehr präsent werden würde.
vor dreißig jahren scheute man sich nicht vor sendungen wie 'neues vom kleidermarkt', und auch in diesem kamen celebritys zu wort, aber es hatte eine andere qualität als die zwei minuten beiträge in denen man doch wieder nur boris, lily und co. zu sehen bekommt.
am ende ist platz für alle, man muss nur mode aus wieder als teil der kultur betrachten.
anne
meine hochachtung für diesen beitrag, wie jérome schon anmerkte, gibst du julia, die ernsthaftigkeit die hinter dem bloggen steht sehr gut wieder. deine antworten wirken sehr professionell, man merkt, dass das ganze nicht nur ein hobby von euch ist. respekt. der beitrag verkörpert perfekt wie groß und immer größer die bedeutung der modeblogs wird. doch trotzdem ich selber einen schreibe und andere unzählige lese, würde ich niemals aufhören ein magazin zu kaufen. auch wenn ich einige infos schon monate vorher im netz gelesen und editorials eingescannt gesehen habe. so ein hochglanzmagazin hat etwas ganz eigenes, dieses aufzuschlagen ist nicht damit zu vergleichen einen blog zu lesen.
außerdem muss ich rene recht geben. seit jahren gibt es kein gescheites modemagazin mehr im fernsehen, nicht mal auf mtv o.ä. an reine fashionsender ist erst gar nicht zu denken (ich kann jedenfalls keinen empfangen) damit hinken wir in europa ganz schön hinterher. selbst in der türkei gibt es einen sender "fashion one" auf dem die kollektionen der saison rauf und runter laufen..