Dash Snow: Ein Rückblick
Too much of a thing can be bad for you. Dash Snow findet nach einer Überdosis Drogen "the end of living... the beginning of survival". Dies war der Titel seiner 2007 in der Berliner Galerie Contemporary Fine Arts präsentierten Ausstellung. Nach dem investigativen Artikel "Chasing Dash Snow" von Ariel Levy im New York Magazine genoß der Künstler große Bekanntheit, die zum einen natürlich auf seine spezielle Kunst zurückzuführen war, aber vor allem durch seinen Lebensstil als "Warhold Child" noch unterstützt wurde.
Als Sohn reicher Eltern beginnt er mit 13 Fotos zu schiessen uns später in der Graffiti-Szene als SACER bei der Irak Crew seinen anarchistischen Freiheitsdrang auszuleben.
"It's funny to me that Dash has become like a rock star, but he's so paranoid. That comes from graffiti culture--like, you want everybody to know who you are and you're going to write your name all over the city, but you can't let anyone know who you really are. It's, like, this idea of being notorious" sagt sein Seelenverwandter Ryan McGinley, mit dem er in Lofts abhängt und sich gegenseitig inspiriert. Die Abkömmlinge der Bowery School haben (zusammen mit Kumpel Dan Colen) eines ganz clever erkannt, als sie sich in der Szene positionierten: Je mehr sie selber das Leben leben, was sie auf ihren Motiven ablichten, desto echter wirkt das Ganze.
Sex, Drogen, gesellschaftlicher Abgrund und antisoziales Verhalten knipst Snow so schmerzfrei, dass der Zuschauer stets das Gefühl hat, durchs Schlüsselloch zu linsen. Die "voyeuristic observation" als Fundament für Schnappschüsse, die vor allem Stimmungen, Momente und die Orte des Geschehens in den Vordergrund rücken und dabei ein "against the odds survialism" an den Tag legen. So sagt McGinley: "Dash is wild, a wild kid. I have my moments? But for me, it's always sort of about creating a fantasy. It's, like, the life I wish that I was living. For Dash, it's really the life." (via NY Mag)
Zum Schluss hat es aber doch bei der Rehab im März nicht gereicht, diese Mixtur aus anarchistischem Freiheitsdrang und Geltungssucht im Künstlerkörper entgegen der musischen (und anständigen) Gene seiner als Kunstsammlerin berühmt gewordenen Großmutter Christophe de Menil positiv auf sich wirken zu lassen. An den Folgen seiner eigenen Rebellion gegen das Bodenständige zu sterben hieft ihn aber für mich noch lange nicht in den Märtyrerhimmel. Eher verdient er die Anerkennung für ein vorbildliches Vermarktungsmodell, beeindruckende Kreativität und ein Gespür für Zeitgeist. So beschreibt er seinen ersten Kontakt mit der Kunst so, dass er die Polaroids nur schoss, damit er sich am nächsten Morgen nach dem Rausch erinnern kann, was passiert ist und wo er letztendlich war.
Bemerkenswert auch seine Ignoranz gegenüber Kontakten und big players in der Szene, für die manch seiner Kollegen ihr Equipment hergegeben hätten. Seine erste Ausstellung in der Rivington Arms Gallery (von Melissa Bent and Mirabelle Marden) passierte also eher aus Zufall und mit anfänglichem Gezeter. Doch Snow hatte genau das, wonach sich die Kunstwelt die Finger leckt: "That magic flash of insanity, framed and for sale" gepaart mit einem Stylemix aus Jim Morrisson und Jesus.
Neben den abenteuerlichen Nachttouren, in denen er permanent gegen Gesetze vertsiess, bewies er sich bei Tag doch von Zeit zu Zeit in bodenständigen Perfomances. Er entwarf mit RVCA eine T-Shirt Kollektion, ließ sich für die Kampagne von Adriano Goldschmied ablichten und brachte zusammen mit seiner Freundin Jade die kleine Tochter Secret zur Welt, mit denen er in den letzten Monaten häufig auf Olivier Zahms Purple Blog auf Vernissagen auftauchte. Zu gut erinnere ich mich noch an die Fotostrecke im Purple Magazin Nr. 10, die mir wie kaum eine andere im Gedächtnis geblieben ist. Im Kreis der Familie klickt Terry Richardson einen in Frauenkleidern posenden Dash Snow, der sich so unglaublich wunderbar selbst verkaufen kann, dass man ihm gar nicht auf die Idee kommt zu fragen, warum er seine Kunstwerke mit eigenem Sperma veredeln muss oder seine Collagen blutverschmierte Junkies beinhalten.
Aktuell kann man Kunstwerke von Snow in der Gruppenausstellung "A Story Without A Name" bei Peres Projects sehen. Terence Koh trauert und der Rest der Onlinemedien ist in Aufruhr (V Magazine, Interview, NY Mag). Oh Dash, mögest du selig ruhen.











Marcel
Live fast, die young.
alexis
Sorry, aber Dir sollte man das Schreiben echt verbieten! Rechtschreibung und Ausdruck - 5-! Und dann solche Perlen hier: "und brachte zusammen mit seiner Freundin Jade die kleine Tochter Secret zur Welt". Na, das hätte ich aber gern gesehen :)
mia
bisschen weniger lange sätze wären schon hilfreich, glaube ich und nicht krampfhaft versuchen, möglichst kompliziert zu schreiben... man kommt kaum mit..
ansonsten interessanter artikel
ana lucia
Snow fotografiert "so schmerzfrei, dass der Zuschauer stets das Gefühl hat, durchs Schlüsselloch zu linsen" - nicht durchs Schlüsselloch, sondern das Gefühl dabei zu sein.
ana lucia
... ich kannte bis vor Kurzem nur seine Skulpturen... seine Fotos erinnern an Nan Goldin und das Sperma an Terence Koh.
eulen
Fragen über Fragen: "er in Lofts abhängt"? anständige Gene? was sind bodenständige Performances? (tshirts designen wohl kaum). vorbildliches vermarktungsmodell? usw.
die kunstwelt leckt sich die finger? wohl eher die medien ... ihr seid da leider keine ausnahme. oder habt ihr vorher schon mal berichtet?
form und inhalt: mir stehen alle haare zu berg.
x
@eulen: http://streetbonersandtvcarnage.com/blog/dash-snow-1981-2009-4/
das kann man wohl auch auf die restlichen medien übertragen.
mich erschreckt es auch immer wieder aufs neue, wie alle auf einmal aufmerksam werden, weil jemand gestorben ist. und dann so tun, als ob sie denjenigen schon ewig kennen.
schade, sowas hat dash snow nicht verdient.
samo
also ich finde julia ist eigentlich ziemlich begabt im schreiben und mit abstand die beste darin von den dreien!
mia
wer so kompliziert und gewollt mit fremdworten und verworrenen satzkonstruktionen umgeht, löst bei den einen bewunderung aus(@samo), während anderen die leselust genommen wird... so ist es leider
ich persönlich lese lieber klar formulierte und präzise genaue texte...
syn ecstasy
ja, und Dreams Die Hard. Wird Dash Snow zur Ikone der 2000-Jahre? http://www.synecstasy.com/2009/07/17/dreams-die-hard/
Jens
"Eher verdient er die Anerkennung für ein vorbildliches Vermarktungsmodell"
- meinst du das ernst oder ist das purer zynismus? in beiden fällen finde ich es ziemlich zum kotzen!
elisabetha
"Eher verdient er die Anerkennung für ein vorbildliches Vermarktungsmodell"
... der Satz versetzte mir auch mal kurz einen Schlag in die Magengrube;
erstens ist eine derartige Aussage (egal wie gemeint) im Angesicht des Todes eines Menschen, (egal was und wie er es gemacht hat), ziemlich geschmacklos und zweitens sollte man über Dinge die man nicht verstanden hat, nicht schreiben