TOMS Schuhe: One for One
Für die Berufsbezeichnung auf seiner Visitenkarte hätte Blake Mycoskie schon einen Preis für Einzigartigkeit verdient, denn der Job des "Chief Shoe Giver" wird sicher eine neue Branche ins Leben rufen. Denn vielleicht ist es das "Social Entrepreneurism", welches große Chancen hat, neue Karrieren entstehen zu lassen.
"One for One" ist der Leitspruch seiner Firma TOMS Shoes, die für jedes verkaufte Paar Schuhe das gleiche Exemplar für ein Kind in Argentinien, Äthiopien oder Südafrika zur Verfügung stellt. Übermütig? Naiv? Die anfängliche Skepsis, ob das Charity-Modell funktioniert, vor der Blake sich rechtfertigen musste, wird spätestens Ende diesen Jahres verflogen sein, wenn das 300.000te Paar beim Shoe Drop in die besagten Gebiete ausgehändigt wurde.
Der besagte Surfer aus Kalifornien reiste 2006 zum Polospielen nach Argentinien und sah die meisten Kinder dort barfuss herumlaufen. Der Weg zur Schule, zum Brunnen, zum Arzt oder Freunden kann durch Bakterien und Scherben gesundheitliche Konsequenzen haben. Aus dem Urlaub zurück, kam Mycoskie die Idee zu Shoes for a better tomorrow.
Die Vision zieht mittlerweile ihre Kreise: Firmen wie AT&T drehen mit Blake einen Werbespot, Künstler wie Tyler Ramsey und Filmemacher Kenneth Kokin schliessen sich dem Projekt an und Celebrities wie Keira Knightley, werden zu Friends of TOMS. Mit einer möglichen Übernahme durch Nike oder Reebok kann er sich allerdings nicht anfreunden.
Mein erstes Paar TOMS ist beige, die Cord-Version und die schwarzen sind als nächstes dran. Die Espandrilles-ähnlichen Schuhe sind super bequem und lassen bei mir Kindheitserinnerungen aufkommen. Während ich noch überlege, ob ich das graue T-Shirt mit in den Warenkorb lege, frage ich mich, ob der Shoe Drop nur mit Teammitgliedern durchgeführt wird... Blake, count me in!!!!
TOMS Shoe Drop:
Blake bei der Clinton Global Initiative University:
Aufmerksamkeit erregen: One Day Without Shoes
Den instant news stream gibt es bei MySpace, Twitter und auf Blakes Blog.










Jen
Oh, mehr von sowas! Außer EDUN gibt es ja bisher kaum fashionable Öko/Charity Mode. Danke für den Tipp!
Nicole
Danke für den Tipp. Ich finde Fashion und Charity immer eine großartige Kombination. So können auch diejenigen, die nicht so viel Geld haben, etwas tun. Außerdem gebe ich mein Geld lieber für Dinge aus, die auch etwas bewirken wie z.B. H&M Fashion Against Aids oder Bullets4Peace.
Jen
ich seh gerade, die verschicken nicht nach Deutschland? Julia, wie hast du die denn bestellen können?
henriettesbimmelbahn
Und was ist dann mit afrikanischen Schuhmachern? Die können doch dann gar nichts mehr verkaufen, wenn ein westliches Label Schuhe einfach verschenkt?
Genau dasselbe wie wenn man den Afrikanischen Markt mit Hähnchenabfällen überschwemmt...
anne
@henriette: die schuhe werden nur in gebieten verteilt wo die leute so arm sind, dass sie sich nicht leisten koennen schuhe zu kaufen. ich bezweifele dass es in den orten ueberhaupt schuhmacher gibt. die meisten kinder in den doerfern laufen den ganzen tag ohne schuhe herum.
henriettesbimmelbahn
@anne: aber wenn es keine Anreize gibt, Schuhmacher zu werden weil gar kein Markt da ist, dann bleiben die Menschen in diesen Gebieten doch auf ewig abhängig von westlichen Almosen.
Wäre es nicht besser Einheimische mit dem Geld zu Schuhmachern auszubilden?
@henriette: Mittlerweile werden die Schuhe teilweise vor Ort produziert und die Fabriken durch die Einnahmen unterstuetzt oder aufgebaut.
@Jen: Vor dem grossen deutschen Markteintritt in 2010 kann man die Schuhe in Hamburg bei Feldenkirchen und Thomas i-Punkt kaufen. Mehrere Quellen frage ich gerade bei Nina nach, die so nett war, mir ein Paar auf Anfrage zu schicken.
Karen
Das ganze ist in erster Linie eine geniale Marketing Idee. Auf Charity springen die Leute immer an, das liegt im Trend und da shoppt es sich mit besserem Gewissen. Celebrities sorgen, vermutlich kostenlos, für den übrigen Hype. Die Gewinnmarge wird bei einem Schuhpreis von 50 Euro für so einen einfachen Schuh trotz Spende immer noch hoch genug sein. Im Übrigen ist es absolute Augenwischerei zu glauben, dass sich durch den Verkauf von T-Shirts oder Schuhen so komplexe Probleme wie die HIV-Krise in Afrika oder die mangelnden Zukunftschancen der (indigenen) Landbevölkerung in Südamerika lösen oder wesentlich verbessern lassen. Wer das, wie Bono, Mycoskie und Co., behauptet verhält sich meiner Ansicht nach absolut fahrlässig.
finelli
@Jen schau mal bei frontlineshop rein...
@finelli: Danke für den Tipp! Die Auswahl beim Frontline Shop ist recht ergiebig!
Fair shopping fairy
@ Jen und alle anderen die es interessiert: auf meinem Blog findet ihr mehr als 50 Fair Trade Modelabels.
zeki
Leider sind die Schuhe alle MADE IN CHINA!
TOMS Schuhe
@zeki, ja das stimmt, die Schuhe sind in China hergestellt. Aber die Schuhe sind unter absoluten fairen Bedingungen hergestellt. Da brauchst du keine Angst haben. Wäre aber schon mal interessant in so eine TOMS Schuhe Fabrik zu schauen ;)