Dienstag, 23. Juni 09 | 14:30 Uhr | Julia | 3 Kommentare | Kategorie: Lifestyle
Etsy im Test: Mehr als nur Do-It-Yourself
Für geplante 45 Minuten war das kurze Meet-Up mit Maria und Liz von Etsy damals in Berlin angesetzt und ich verliess mit heiss gelaufenem Kopf nach zwei Stunden das Café. So viele Infos, Anregungen, Fragen und Eindrücke, die hier nun kurz und prägnant als versteckte Juwelen des Start-Ups präsentiert werden.
Die wenigen unter euch, die noch keine obligatorische Stunde in der riesigen Auswahl der Seite verbracht haben, finden auf dem hauseigenen Blog "The Storque" heute unsere Lieblingsstücke.
"In unserer Zentrale in New York sind alle so jung wie du, wir gehören definitiv zu den Dinosauriern", grinsen mich die beiden an und wissen gar nicht, wieviel vorbildliche Energie und glänzendes Understatement sie damit an den Tag legen. Genau das hatte mich an Etsy am meisten beeindruckt, denn dahinter steckt soviel mehr als das "Ebay with a soul". Auf meine Frage, warum ich meine getragenen Kleider, Shirts und Hosen nicht in unserem Lesmads-Shop veraufen dürfen, bekomme ich einen leicht entsetzen Blick und die höfliche Antwort, dass das "Mindestalter von 20 Jahren" pro Item genau deshalb gilt, weil wir es hier mit einer Verkaufsplattform für Einzelstücke zu tun haben. Das meiste, was angeboten wird, gibt es womöglich kein ein zweites Mal. Also nix für alte Bestände von Zara und H&M. Nach dem kurzen Moment der egoistischen Enttäuschung, hatte auch ich die vorzeigbaren Geschäftsidee kapiert.
Ein wenig skeptisch bin ich noch, als die Ladies mir erklären, es ginge ihnen hauptsächlich darum, den Produzenten und Konsumenten entgegen des Trends der Massenfertigung wieder näher aneinander rücken zu lassen. Gesagt, getan: In den "Virtual Labs" können sich angemeldete User in Video-Chatrooms zu vorher festgelegten Themen austauschen. Interessens-spezifische Gruppen tauschen sich über die Community-Funktionen aus und ersetzen sich so gegenseitig Bastelgruppen und Nähkurse. Die ausführlichen Tool-Kits für Verkäufer beinhalten neben Tipps zum Preis-Festlegen, dem richtigen Fotografieren der Produkte und liebevollen Verpackungstipps auch eine umfangreiche Auswahl an Widgets ala "My Product was featured on Etsy.com".
Doch auch die Käufer bleiben beim Support nicht auf der Strecke: die Suchfunktion ist so perfektioniert, dass man neben der Artikelbezeichnung auch Themen (z.B. Sailor/türkis/Filz) und Standort (Geo-Locator) eingeben kann. Um die Welt der handwerklich Geschickten ein wenig greifbarer zu machen, widmet sich ein Teil des Teams den eigens produzierten Videos. In Deutschland vielleicht weniger denkbar, haben in der Tat zahlreiche Mitglieder ihre normalen Jobs gekündigt und sich mit ihrem Abverkauf selbständig gemacht.
Hier für einen Vorgeschmack das Video:
Shopping-Tipp
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RIKE | 23.06.09 · 16:03 Uhr (#)
gerade zum thema "shop local" sollte mmn auch das deutsche daWanda nicht unerwaehnt bleiben. das aber nur am rande.
anhang: vielleicht ist die diskussion rund um "Etsy.com Peddles a False Feminist Fantasy" (stw. traum "job kuendigen, dank etsy&co") fuer den einen oder die andere ebenfalls lesenswert ... die diskussion ging unter anderem auf "handemadezwonull" weiter (http://handmadezwonull.blogspot.com/2009/06/handmade-und-die-traumblase.html) ... ein lesenswerter blog, rund ums, genau: handgemachte, im uebrigen ...
Taily | 24.06.09 · 20:59 Uhr (#)
Hmm, ganz verstanden habe ich das System noch nicht, werden bei Itsy selbstgebastelte Sachen angeboten, über die man sich auch noch Austauschen kann oder / auch gebrauchte Sachen, die mind. 20 Jahre als seine müssen...? Werd mir die Seite auf jeden Fall anschauen, weil das doch nach einer sehr interessanten Geschäftsidee klingt.
Fr.Jona&son | 26.06.09 · 17:13 Uhr (#)
Etsy ist eine große Verkaufsplattform für Kreative.
Ich starte auch bald einen Shop.
Eines ist gewiß: Wer Einzelstücke/JKleinserien, etc selbst produziert, kann beim Versuch über einen lokalen Shop zu verkaufen ordentlich durch die Finger sehen.
Über das Web spart man sich die Handelsspanne des Verkäufers und kann einigermaßen fair bezahlt werden.
Daß Etsy auch seine Schattenseiten hat, ist klar. So habe ich gelesen, daß sich viele Shopbetreiberinnen durch diverse Trainings, wie sie besser verkaufen können, ziemlich unter Druck gesetzt fühlen.
Und daß schon welche ihren Lebensunterhalt damit bestreiten, das kann ich mir nur teilweise vorstellen.
Ich werde eine Mischung aus Recycling-Oberteilen aus Seide, Röcke/Kleider aus Biodenim, kleine Boleros, etc anbieten sowie tolle Vintagesachen. In der nächsten Zeit bei Interesse bitte reinsehen unter:http://www.etsy.com/shop.php?user_id=6386987