Die 53. Kunstbiennale in Venedig geht los
Mehrere Tage dümpelt die 53. Biennale in Venedig schon vor sich her und hatte mit der Eröffnungsfeier der Ausstellung im Palazzo Grassi an der Punta della Dogana einen herrlich VIP-geladenen Opener.
Das anschliessende Dinner der Missoni-Familie sorgte für ein buntes Fotoalbum an bekannten und gern gesehenen Gesichtern, was mich fast meine gefühlten 37 Tabs zu der gezeigten Kunst der Hauptveranstaltung vergessen ließ. Ein Versuch der wichtigsten Take-Aways, die Grund genug sein dürften bis zum 22. November mal in Venedig vorbeizuschauen, gibt es in der folgenden Liste.
Auch wenn man den Pinaults eine clevere Marketing-Strategie für ihr Markenimperium PPR unterstellen mag, ist Francois Pinault als Besitzer von Christie´s vielleicht ein Fan von schnelllebigen Luxusmarken, aber in der Szene doch als feine Nase in Sachen Kunstgespür bekannt. "Mapping the studio: Artists from the Francois Pinault Collection" ist demnach mit präsentierten Künstlern wie Jeff Koons, Sigmar Polke, Cindy Sherman, Richard Prince, Cy Twombly, Takashi Murakami and Jake & Dinos Chapman fast schon alleine eine Reise wert.
Auf dem Campus der Biennale machen vor allem folgende Pavillions von sich reden:
- Der Deutsche: Die Kooperation des britischen Liam Gillick und seinem Kurator Nicolaus Schafhausen wurde kontrovers diskutiert. Die "Auseinandersetzung mit der Moderne, die hier gegen die monumentale, historisch belastete Nazi-Architektur des Pavillons in Stellung gebracht werde" hatte vielen nicht geschmeckt und wurde auch durch eine kunstvoll platzierte Katze nicht wieder gut gemacht
- Der Nordische: Das Künstler-Duo Michael Elmgreen & Ingar Dragset haben mit ihrer Installation "The Collectors" die Wohnungen von Kunstsammlern mit echten Werken nachgestellt und zeigen in einer Art Krimi-Location den schwulen Hausherren mit dem Kopf nach unten tot im Pool schwimmend. Ihre Arbeit erhielt eine "honourable mention" in Papierform, von Löwen keine Spur
- Der Britische: Der mit dem Turner Prize in 1999 ausgezeichnete Steve McQueen wird gefeiert wie der nächste Jesus. Sein Film über die Giardini im Winter begeisterte wieder
- Der Amerikanische: Altmeister Bruce Naumann tat genau das, was er am besten konnte, nämlich seine besten Werke der letzten 40 Jahre zusammenzustellen
Bei soviel Bestrahlung der "Grossen", tut sich vor allem für die Underdogs eine große Chance auf, wie Ana im Interview Magazin aufzählt (Australien, Holland, Island). Bei ttt am Sonntag im Ersten löste der argentinische Pavillion große Begeisterung aus. Bei den unterschiedlichen Reviews der weltgrößten Kunstausstellung zum Thema "Weltenmachen" (Die ZEIT, art Magazin, ...) sind sich die meisten jedoch in einem einig: Die dieses Jahr vorgezogene Verleihung des Goldenen Löwen an Bruce Naumann (Verdacht auf Würdigung des Lebenswerkes anstatt der besten nationalen Konzeption) und Tobias Rehberger ("Bester Künstler" für die Gestaltung der Cafeteria) roch mehr nach Klüngel als adäquater Auszeichnung der kreativsten Umsetzung.
Der Kurator Daniel Birnbaum hier nochmal im Interview:










goldstücke
der weiße Jumpsuit von Stella McCartney ist zwar simpel aber einfach wundervoll...
mel
der eh schon zu kleine typ da trägt einen rock, oder? naja... man muss ja nicht alles gut finden :)
aber ich mag es einfach wie du schreibst julia!!
paul
"der eh schon zu kleine typ da"
haha
Patricia
Danke für den Überblick. Mich macht es neugierig, dass es den Preis für ein Kunstwerk mit Funktion gab wie es die Bar von Tobias Rehberger ist. Das kommt dem menschlichen Bedürfnis sehr entgegen, neben dem Augenschmaus auch Futter für den Bauch zu bekommen.
Hannah
Also ich kann den russischen Pavillion nur empfehlen.
Wirklioch beeindruckend.
Außerdem sind überall in der Stadt noch kleinere Ausstellungen.