TV: Julia Stegner zu Gast bei Johannes B. Kerner
Bei Johannes B. Kerner war gestern Abend das 24-jährige deutsche Model und Gesicht der Berlin Fashion Week, Julia Stegner zu Besuch. Sie trug kaum Make-up und die schwarze Balmain-Jacke mit den fabelhaften big shoulders - auch beim Bambi erschien sie in einer Robe von Christoph Decarnin. Neben den Comedians Mario Barth und Dieter Tappert sowie Schauspieler Ulrich Tukur machte sie zu dem Thema "Mit Leidenschaft bei der Sache" durchaus eine gute Figur.
Zu Beginn wurde sie natürlich gleich auf Germany's next Topmodel angesprochen. Da bekommt man beinahe Mitleid, schließlich wird diese Frage scheinbar allen erfolgreichen deutschen Models gestellt (siehe Toni Garrn bei Wetten,dass). Anfangs versucht sie sich noch aus der Schlinge zu ziehen ("Geschmäcker sind nun mal verschieden"), kommt aber gemeinsam mit Kerner zu dem Schluß, dass die Mädels aus der Sendung nie auf den Laufstegen in Mailand und Paris zu sehen sind und es schlichtweg Unterhaltung ist. Außerdem fügt Julia hinzu, dass bei Shootings nicht immer zwingend gemacht werden muss, was verlangt wird und führt ein Beispiel von "Americas next Topmodel" an, als die Anwärterinnen im Sarg in einem Loch fotografiert werden sollten. "Wenn ich das nicht machen will, muss ich auch nicht." Kerner schießt gleich die nächste Klischee-Frage hinterher:
"Was muss ein Model haben?" Ganz klar, nicht nur Schönheit ist gefragt, auch Charakter und Ausstrahlung sind heute Bestandteil des Erfolges. Nicht zu schweigen von dem Gewicht. Julia sagt, sie sei "recht kräftig im Gegensatz zu ihren Kolleginnen", die teilweise nur die Hälfte von ihr sind.
Durch eine Not-Operation nahm Julia vor wenigen Jahren selber 12 Kilo ab, woraufhin ihr ein Manager bestätigte: "You look amazing". Dabei war von ihr lediglich ein Knochengerüst übrig. Gut, dass Juia scheinbar genug Selbstbewusstsein entwickelt hat, sich von derartigen Aussagen nicht beeinflussen zu lassen. Dass das nicht allen gelingt, sehen wir schließlich auf den Laufstegen. Passend dazu fiel mir wieder die Debatte um Jungmodel Ali Michael ein, die vergangene Saison mit der Begründung, sie sei zu dick, aus Mailand nach Hause geschickt wurde. Der Castingdirektor Douglas Perrett äußerte sich dazu völlig unangebracht:
"The fashion reality is that a new batch of girls are in town, younger and hungrier. My question: Would Ali Michael come out with her eating disorder if she had an amazing show season?" Leider ist er ein wichtiger Model-Scout der Branche.
Zurück zu Kerner, der gerade bei Unicef angekommen ist, wofür Julia Stegner als Botschafterin gemeinsam mit der Vogue bereits zum zweiten Mal nach Sierra Leone gefahren ist - ohne Kamerateam, da sie vermeiden wollte, als "Prominente, die Charity als Eigenwerbung verstehen", zu gelten. Dabei entstand 2007 diese Fotostrecke:
Die Eindrücke sind so überwältigend, dass sie sich fragt: "Worüber regen wir uns eigentlich auf?"
Die ganze Sendung findet ihr in der ZDF Mediathek.












Elenell
Schöne Zusammenfassung, finde ich und eine angenehm kritische Sicht auf die ewige Gewichtsdiskussion. Habe das Interview leider nicht gesehen. Werde das aber gleich nachholen. Was mir auffällt ist, dass sie immer mehr Claudia gleicht.
Sachar
Kerner, Beckmann, Kerner, Beckmann... Ja, was denn nun? Kerner. Und seien wir fair: So schlimme Fragen wie Beckmann stellt keiner - auch nicht Kerner.
yasemin
Habe die Sendung zwar nicht gesehen, aber zum Thema Magermodels habe ich das Gefühl, dass auf den aktuellen Schauen etwas weiblichere Models rumliefen. Einerseits kommt das bestimmt durch die reaktivierten Models aus den 90ern, die besonders in London zu sehen waren, andereseits werden die Models die einige Jahre erfolgreich im Geschäft sind, scheinbar auch etwas selbstbewusster. Sasha Pivavora und Coco Rocha haben im Vergleich zu den Newcomern fast "dicke" Beine. Gefällt mir tausendmal besser! Hoffe, das setzt sich irgendwann wieder durch...
...und dabei sehen sich die beiden nicht mal ähnlich. Danke, Saschar!
melli
sehr sympathisch.
liaR
sie macht sich ganz gut. und das, obwohl die arme doch tatsächlich neben mario barth sitzen musste. hilfe.
Julian
Wirkt sehr sympathisch und natürlich...allein schon weil sie Leberwurstbrote mag! ^^
kathrynsky
schöner post!!!
caro
sie hat doch im stern/spiegel/bild (?) schon vor längerer zeit sehr deutlich gesagt, dass die mädels von gntm zum scheitern verurteilt sind
Sarah
die schulterpolster waren sicher eher protektoren gegen mario barth, der geht echt so gar nicht. ich war froh, dass ich genau eingeschlatet hab, als frau stegner ins bild kam.
karinamaus
klar. julia stegner ist ja sooooo gesund und sooooo vital und soooooo normal, ihre knochigen zahnstocherbeinchen sind der beste beweis...aber die bösen kolleginnen, die sind alle voll magersüchtig und krank, nur sie, die rund-gesunde sauberfrau julia, die ist natürlich voll kritisch und voll anti-magerwahn und sowieso und überhaupt - supi! die saubermann-image-klausel im maybelline-vertrag lässt grüßen...albern.
Sachar
Jessie, stimmt, tun sie wirklich nicht, aber ich heiße ja auch nicht Saschar, wie Du schreibst, sondern Sachar. Ist in der Tat ein sehr ungewöhnlicher Name, aber nun habe ich ihn ja, er hat Arbeit gemacht, nun bleibt er.