von Jessie in Kategorie: Shopping 8Kommentare

Condé Nast launcht STYLE.DE

Letzte Woche landete eine Pressemitteilung in unserem Postfach, die uns hellhörig werden ließ: Condé Nast launcht derzeit die Beta-Version von style.de. Das Pendant zu style.com, welches wir in Deutschland noch immer schmerzlich vermissen? Falsch gedacht, es handelt sich um ein neues E-Commerce-Portal, sprich eine Bündelung aller Online-Shopping-Angebote der Verlags-Websiten. Dazu gehören bekanntlich die Vogue, Glamour oder auch Vanity Fair.

Die Website vereint also redaktionelle Texte mit Shoppingtipps und Kombinationsmöglichkeiten, die einen Klick weiter bei den Kooperationspartnern eingekauft werden können. Gefällt mir das von Kate Hudson getragene Business-Outfit, so könnte ein Ähnliches schon bald in meinem Warenkorb landen. Die Idee ist zwar nicht neu, die Technik scheint aber wesentlich ausgereifter als bei Konkurrenzangeboten. Wir haben uns das Ganze mal näher angesehen.

Wer nicht gleich in dem Produktangebot schnuppern mag, kann sich von redaktionellen Tipps, sogenannten "Style Diarys" und "Star Looks" inspirieren lassen und wird gleichzeitig über tragbare Laufsteg-Trends aufgeklärt oder erhält Stilberatungsangebote zu Mode- und Beautyfragen. Das sieht beispielsweise so aus:

"Paris Hilton beweist modisches Gespür mit ihrem neu interpretierten Preppy-Look."

lookvonparishilton.png

Kein Wunder, dass Deutschland als modisches Entwicklungsland gilt, wenn Paris Hilton als Stilikone verschrien wird! Besser ist da schon die Rubrik, die sich auf Laufsteg-Trends fokussiert und erklärt, wie zum Beispiel der Jumpsuit getragen wird.

styledejumpsuit.png

Toni Garrn machts vor, style.de empfiehlt dazu üppigen Schmuck oder auch mal einen Bandeau-BH darunter, damit es sexy aussieht. Die Produktliste zeigt Versionen von YSL, Miu Miu oder Missoni an, doch die können wir uns nicht leisten...

Was die Seite außerdem anbietet:

Mit einer „visuellen Produktsuche" kann der User ausgehend von einem Kleidungsstück, das ihm gefällt, ähnliche Artikel finden, die in Farbe und Form übereinstimmen. Die Suchergebnisse werden grafisch in einer Modewolke dargestellt. Weitere Filtermöglichkeiten wie Farbe, Preis, Marke und eine Freitextsuche erleichtern die Auswahl zusätzlich.

Wenn ich also die "Egg-Shape-Variante" favorisiere, kann ich die Silhouette anklicken und alle weiteren Angebote dazu finden. Gefällt mir Schwarz, so wird mir alles ausgespuckt, was der Shop in der Farbe zu bieten hat. Eingebettet ist zudem der Labelfinder, der die Markensuche (wo finde ich Vagabond-Schuhe in meiner Stadt?) in Großstädten vereinfacht. Von Berlin ausgehend wurde TheLabelFinder aufgebaut und enthält mittlerweise fast alle deutschen Städte. Im Sommer 2009 wird Deutschland komplett abgedeckt sein und auch internationale Städte werden nach und nach integriert.

Möglich gemacht wird die Seite bislang durch den Kooperationspartner Stylight. Diese Plattform wiederum hat bereits ein riesige Produktdatenbank mit -und nun wird es spannend- Ed Hardy, Dior, Miss Sixty oder Tom Taylor. Sprich: die Technik ist hilfreich und gut und auch einige der Laufstegtrends (nicht die Star-Style-Geschichten!) sind durchaus ausbaufähig. Der Knackpunkt aber liegt in dem angebotenen Markensortiment, welches sehr mainstreamig und langweilig ist.

styledelooks.png

Nun ist style.de natürlich auf der dringenden Suche nach Werbepartnern, wie die Pressemitteilung verlauten lässt:

Die neue Seite, die sich derzeit noch in der Beta-Phase befindet, eröffnet den Werbekunden vielschichtige Möglichkeiten im Umfeld der etablierten CondéNet-Marken mit ihren eigenen Online-Anwendungen, Shops und Produkten vertreten zu sein. „ Unsere Mode-Kompetenz, kombiniert mit den richtigen Partnern, macht aus STYLE.de die Anlaufstelle zum Thema Online-Fashion-Shopping", sagt Marc Hoenke, Country Manager von CondéNet.

Der Haken: die Seite ist sehr kommerziell aufgemacht und hinkt produkttechnisch Websites wie net-a-porter oder kleineren Onlineboutiquen mit außergewöhnlichem Sortiment völlig hinterher. Außerdem erhält der Leser keine Original-Tipps: Miss Olsen hat gestern einen schwarzen Blazer getragen, so bekomme ich in der Rubrik "Star Style" nicht das Original angeboten, sondern ähnliche Versionen, die mit dem Original nicht ansatzweise mithalten können. Tipp: Besser mal bei Who What wear Daily nachschauen, wie man es richtig macht!

Style.de überzeugt zwar mit einem guten Ansatz und einfach zu bedienender Technik, dafür harpert es an dem wichtigsten Bestandteil, dem Sortiment, sowie einigen merkwürdigen Stylingtipps. Wie gefällt euch die Beta-Version? Hat sie Potenzial und wird in euren Lesezeichen abgespeichert oder ist die Relevanz gleich null?

Tags: conde nast, style.de, test

8 Kommentare

  • Patricia

    Ich vermisse auf der Startseite gute Teasertexte. Bevor ich etwas anklicke, hätte ich gerne einen Appetizer. So sieht es aus, wie die Startseite eines normalen Online-Shops.

  • mary

    ich finde ja: schlechter inhalt, schlechtes design - fühle mich regelrecht veralbert auch in der zielgruppe für den newsletter gelandet zu sein. style.de betont doch nur noch einmal die bedeutung der typisch-deutschen gleichung mode=konsum.

  • Jana

    War abzusehen, das sowas kommt. Die ELLE hat ja schon seit letzten Sommer einen Stylefinder in dem man sich durch die Sachen von net-a-porter, stylebop und Co klicken kann.

  • Max

    So sieht es aus, wenn ein Verlag, der in Deutschland soeben ein Magazin eingestellt hat, versucht, hierzulande zumindest in den sog. Neuen Medien zu reüssieren.

    Und das soll tatsächlich demselben Hause entstammen, wie die noch immer mehr als genießbare AD?
    Nicht zu fassen.

    Max
    THE LOOKBOOK
    www.maximilianlaufer.blogspot.com

  • Marcel

    Ich bin immer noch der Meinung, dass sie sich designtechnisch viel mehr an Style.com hätten orientieren sollen. So wirkt die Seite einfach schon beim Relaunch veraltet und allein um diesen hässlichen Header sollten sie sich mal Gedanken machen.

  • Alex

    Diese ganze "Ich sehe einen 'Star' und will mich genauso stylen"-Geschichte ist doch nur was für phantasielose Wesen ... Kinners, LANGWEILIG!!!

  • liaR

    Gähn. Um mitzubekommen, dass Peep-Toes und hochkrempelte Jeans-Hotpants total am Start sind, brauch ich wirklich kein style.de.
    Bisschen mehr Klasse statt Masse, Leute!

  • Susann

    Mh, ich hätte auch mehr erwartet. Auf der Startseite der deutschen Vogue war ein Artikel darüber, aber die Erwartungen konnten nicht wirklich erfüllt werden.

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