Der große Rückblick: Berlin Fashion Week
Schon zum vierten Mal waren wir nun bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Nur zu gut erinnere ich mich an die erste Show von Puma in einem heißen und völlig überfüllten Zelt durch das Brandenburger Tor hindurch oder die ersten, von uns hibbelig erwarteten Aftershowparties in beeindruckenden Hinterhöfen. Mit der Zeit und nach Reisen zu internationalen Modewochen wurde die Begeisterung natürlich ein wenig gedämpft, Vorfreude kam spätestens in Berlin-Tegel dann doch auf.
Nach sechs langen Tagen ohne vernünftiges Essen, zu viel kostenlosem Sekt, dem ständigen Run zwischen Bebelplatz, Büro, der nächsten Off-Location und Afterparty bleiben nicht nur tiefe Augenringe und ein kaputter Rücken. Auch der allgemeine modische Eindruck ist rückblickend eher mau. Das Fehlen innovativer Ideen und die vorherrschende Farblosigkeit hinterlassen uns skeptisch. Nicht, dass alles schlecht gewesen sei, vielmehr ist es die Unaufgeregtheit, die konservative Machart oder der ständige Druck, international ernst bzw. erst einmal übrhaupt wahr genommen zu werden. Ganz klar: Fashion Weeks sind im Sommer einfach schöner. Die Atmosphäre, die Laune und das Wetter sind eben doch ganz klarer Bestandteil eines Erfolgsfaktors... Wagen wir einen kleinen Rückblick.
Die Leute:
Der erste Eindruck bei Lala Berlin: lauter gut gekleidete Menschen, frische Gesichter und viel mehr zu gucken als bei der Veranstaltung im Juli. Da konnte es passieren, dass das Publikum interessanter war als die Show. Signifikant auch, welche Zuschauer bei welcher Show sitzen. Bernhard Willhelm war wohl mit das prägendste Ereignis. Frische Streetstyles findet ihr bei Stil in Berlin, Facehunter und Lea.
Die Prominenz:
Das Blitzlichtgewitter in der Front Row sorgt bei jeder Show für die Extraportion Prestige für die Designer. So richtig international wurde es aber nur bei der Eröffnungsshow von Boss Black. Da kamen zum Beispiel Emile Hirsch oder Milla Jovovich. Auch ansehnlich bei Joop: Clemens Schick. Ansonsten lag der Fokus gefühlt nicht mehr ganz so stark auf der C-Prominenz (Soap-Darsteller waren nicht mehr en masse unterwegs). Obwohl: Was machte Jimi Blue mit Mutter Ochsenknecht überall?
Die Schauen und das Rahmenprogramm:
Was abseits des Bebelplatzes passiert, ist dann doch spannender, wie schon unser Programmbericht im Vorfeld aufzeigte. Ich habe daraus gelernt, meine Zeit in Zukunft nicht nur in die insgesamt 25 Laufstegschauen zu stecken, sondern viel mehr Showrooms und Präsentationen zu besuchen (wie etwa die projektGalerie und Co). Denn wenn man eines nicht vergessen darf: was in den Zelten gezeigt wird, spiegelt lange nicht automatisch die deutsche Designlandschaft wieder. Glückliche Fügungen wie Sponsoren oder Nachwuchspreise sind ein wichtiger Weg zum Erfolg. Wie sonst kommt es, dass beispielsweise die plüschigen Fellschuhe von Ugg aus Australien, Lac et Mel mit dem vielleicht schlimmsten Werbeplakat aller Zeiten oder Eastpak mit von der Partie sind? Gern könnten diese Labels gegen die wirklichen Talente von der Beck's Fashion Experience oder Designer for Tomorrow eingetauscht werden. Da steckt wahres Potenzial drin.
Wir haben einige Schauen leider nicht besuchen können oder wollen, die passenden Berichte und Bilder dürft ihr aber dennoch nicht missen. So gelangt ihr zu:
Guido Maria Kretschmer, Kilian Kerner, H.Xan Koca, Markus Lupfer, Schumacher, 30PaarHaende. Der Report von Sisi Wasabi folgt noch von Julia. Alle anderen Einträge zu den Shows findet ihr unter diesem Tag.
Die Models:
Die wichtigsten Gesichter und auf beinahe jedem Laufsteg zu finden waren eindeutig Toni Garrn sowie Katrin Thormann. Die deutschen Lieblinge sind in New York, Paris und Mailand längst etabliert und somit neben dem Gesicht der Fashion Week, Julia Stegner, die Aushängeschilder. Der größte Name in Berlin war Natasha Poly bei Joop. Da kam Freude auf.
Highlights der Woche:
Mein persönliches Highlight: Joop! Dirk Schönberger bewies mit Aufmachung, Location und perfektem Purismus, dass er sich bei dem Label etabliert hat und wichtiger Bestandteil von Berlin ist. Zu meinem Bericht geht es hier, untenstehendes Video ist von Juli bei Hobnox!
Für den ein oder anderen Lacher in entspannter Atmosphäre sorgte Benhard Willhelm mit seiner beeindruckenden Installation, in welcher wir als Zuschauer Teil davon werden konnten. Ob die engen Skiklamotten später auf der Piste oder in den Metropolen gesichtet werden, bleibt allerdings abzuwarten.
Lala Berlin reiht sich ebenso in die Reihe der Lieblinge ein. Viel Strick und Leder, kurze Kleider, junge Schnitte. Genau wie Marcel Ostertag. Die Bandage-Fransen-Röcke sind ein Traum. Trage ich sofort, nur her damit. Auch der Abschluß der Berliner Modewoche gelang mit Felder Felder einwandfrei.
Weitere Videos und Impressionen gibt es bei Berlin Fashion TV und Hobnox.
Berlin in der Presse:
Die Süddeutsche schreibt über "Saloongirls oder: Die Suche nach Spaß", welchen Modepilot kritisch auseinander nimmt. Dafür ist der Artikel im Print ein wenig besser gewesen, wenn auch nicht allzu sehr auf die Mode an sich ausgelegt. Der Stern Online sieht nur Schwarz in: "Krisensichere Mode". Welt online berichtet von der am Besten besuchtesten Modewoche bislang und in der FAZ heisst es "Im Metallic-Mantel der Geschichte."





Amo
überhaupt nichts gegen euch!
aber blond, blond, blond! gibt es denn nur noch blonde und blauäugige frauen??! schrecklich!!
eure drei ausgesuchten bilder der models zeigen hervorragend, wie gleich die models sind! das könnten fast drillinge sein!
nichts individuelles mehr, echt langweilig!
mini
HA also der link auf jimi -- das ist doch WILSON GONZALEZZZZZ
tztz wie kannst du .... wo beide sich so mühe geben verschiedene bravoGIRL-typen darzustellen
jimi der heiße deutsche r&b-ich-kann-englisch-justin und wilson der extrem alternative rayban-und-enge-hosen-träger
hahah
mini
ansonsten finde ich den rückblick inkl. allen schwerpunkten sehr gelungen
:)
la comtesse
haha,also was die ochsenknecht da gemacht hat,hab ich mich auch gefragt.so eine schrecklich angezogene frau!!!
ansonsten hab ich mich auch gefragt,was diese eastpack show sollte,das war einfach nur peinlich.marcel ostertag, sisi wasabi, scherer gonzalez, kilian kerner und c.neeon fand ich dagegen wirklich gut,auch mit mehr oder weniger neuen ideen.da muss ich euch zustimmen,es gab wenig, was mich wirklich vom hocker gerissen hat.
aber ich denke mit diesen schauen ist berlin auf dem richtigen weg, aber es ist definitiv ein langer...vielleicht sollt man aber auch berlin nicht mit den anderen modestädten vergleichen,es hat doch irgendwie immer noch was eigenes.
jedenfalls muss ich mich jetzt auch erstmal erholen von den tagen...legen wir die füße hoch!!!
susi
naja maria carla und tanja d auch nicht ganz ohne
dernier-cris-tique
mädels, bei aller hochachtung, dass ihr auch mal kritik äußert: bei euren mode bestandsaufnahmen spielt oft die tragbarkeit der kleidung eine übergeordnete rolle, wie z.b. würde ich sofort anziehen oder hoffentlich bald in meinem kleiderschrank. mode ist doch mehr als das. ich würde mir wünschen, wenn ihr mit mehr sachverstand die dinge beschreiben, trends/entwicklungen einordnen würdet. bin mir sicher, dass ihr das gut könnt! für persönliches bietet euer blog doch andere möglichkeiten.
anne
ich habe nur eine show bei der fashion week gesehen und das war scherer-gonzaléz. diese fand ich super. jedenfalls von der atmosphäre bis hin zur kollektion. die couture-roben waren ein wahnsinn! es war jedoch meine erste show und demnach war es bei mir wahrscheinlich noch so, wie bei euch anfangs beschrieben: aufgeregend.
ich war von den models bei der scherer show jedoch enttäuscht, teilweise überlegte ich, ob es ein witz sein sollte, dass die an ihrem kleid so laienhaft rumzupften. vor allem enttäuscht war ich jedoch von toni garrn. bisher kannte ich nur wahnsinnig tolle bilder von ihr und war erschrocken von ihrer nicht vorhandenen oder nicht auf mich wirkenden ausstrahlung.
wie dem auch sei, euer bericht gibt einen super abriss über die gesamte zeit und alles was drumherum passierte. danke.
JayOne
Toni Garrn kommt immer gut, der steht fast alles.
Theresa
Wie gerne würde ich dorthin gehen. Ach, was für ein glück.
philip
it was a pleasure to assist the show of marcel ostertag....
feeling like to be in paris to hot coture show...
bravissimo
Metty
oh ja das schien echt vielversprechend zu sein!
mich interessiert auch woher diese ganze musik kommt, sowohl die im intro als auch die während der show. fashionable 8)
Matti
Viele verstehen nicht, dass es im Modebusiness zunächst um die nackten Verkaufszahlen geht, und nicht darum, wie viel Stoff ein Haute Couture Kleid hat (siehe scherer gonzalez). Der misslungene Versuch der Fashion Week einen auf LA und Paris zu machen hat vor allem im Ausland für schallendes Gelächter gesorgt. Weniger Party, mehr Business sollte die Devise für die kommenden Fashion Weeks in Berlin lauten. Denn die richtigen und wichtigen (internationalen!) Einkäufer kommen nicht nach Berlin, solange zu 60% untragbares Zeuch gezeigt wird. Das macht mich wahnsinnig! Aber was solls, Blogger glauben eh die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, auch ohne alle Shows gesehen zu haben und denken oft nicht daran, welche Konsequenzen ihre spontanen Ergüsse so haben. Was am meisten nervt, wenn die "Blogger" selber Mode machen und sich ein Urteil über andere anmaßen, ohne tatsächlich die "Eier" zu haben, etwas eigenes aufzubauen. Es ist eben einfach sich vor den Rechner zu setzen (so wie ich jetzt) und einfach drauf los zu schreiben.