Rückblick: MGMT-Konzert beim iTunes Festival
Verliebt habe ich mich gestern. In Andrew. Er spielt in einer Band. Sie nennen sich MGMT.
Schuld daran ist eigentlich iTunes, die gestern (für den Release des Albums "Oracular Spectacular") das Konzert präsentierten und darum baten, keine eigenen Aufzeichnungen der "Vorstellung" zu machen. So galt meine volle Konzentration des kleinen Wunders an sich.
Heute abend spielen sie in Köln! Was den Zauber aber gestern ausmachte und wie kein Musikvideo, das Image einer Band mehr unterstreichen kann als das bei "Time to Pretend" der Fall ist? See it here:
"Hi, we´re MGMT. We´re from New York." Schüchtern wagt sich Andrew Vanwyngarden, der Lead-Sänger von MGMT ans Mikro und läßt mich sofort denken: sexy man! So ungefähr habe ich ihn mir vorgestellt, den Rockstar meiner Träume. Ein Gesicht, das genauso gut in einem Biologiebuch zur Veranschaulichung des Kindchenschemas hätte abgedruckt sein können. Dazu die Locken, die sich unter dem Bandana verstecken. Ach ja, hautenge Jeans, schwarzes T-Shirt und zwei Ketten.
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Es geht los. Insgesamt stehen fünf Gestalten auf der Bühne und geben ein Ensemble von Hippie-Überbleibsel ab. Der zweite Frontman Ben Goldwasser hatte zu Recht noch ein Longsleeve übergezogen: Der Raum erinnerte mich mit seinem ansteigenden Podium im hinteren Teil stets an ein Kino. Die Tatsache, daß ich friedlich in der ersten Reihe stehen konnte, ohne auch nur Körperkontakt mit einem der Besucher zu haben, erinnerte mich daran, daß es mit mir ja nur 499 weitere Mithörer gab. Die Riesenbühne hatte ich nicht erwartet und fragte mich, wie die Band das wohl fand: kein Schweiß, nur ein überschaubares Trüppchen an sich gehenlassenden Fans. Dafür aber: Eins-A-Akustik und klar begrenzter Zeitrahmen, weil im Anschluß Morcheeba die Ehre hatte.
Auch ganz vorne mit dabei: Uns Robert Stadlober mit frisch blondierten Haaren und Melone auf dem Kopf. Er ging mit und war einer von vielen. Meine kleine Outfitanalyse des Publikums war natürlich auf den harten Kern der glücklichen Gewinner der Tickets beschränkt, die auch wirklich Fans waren. Pottschnitte, gelbe Klebepunkte unter den Augen, Stirnbänder und Röhrenjeans gab es zu vermerken. Allesamt atmen sie Indie-Luft und das irgendwie noch nicht mal nervend.
Sie waren auch das Trendbarometer der Songliste. Den Auftakt machte "Weekend Wars", was ein bißchen verfrüht war und sich noch wie ein Sprung ins kalte Wasser anfühlte. Nach unbekannten Liedern, die man noch nicht bei MySpace hören konnte, war die Nummer fünf dann "Pieces of What". Ein Highlight war ca. das achte Lied "Electric Feel". Krönender Abschluß dann "Time To Pretend". Keine Zugabe.
Erwähnte ich schon, daß ich schwer damit beschäftigt war, mir vorzustellen, daß die Jungs mit dem Joint in der Hand und den psychedelischen Klängen anderer Bands aus den 70ern ihre Musikfetzen zusammenzukleben während sie in ihrem Loft in Brooklyn sitzen? Diverse Szenen aus "Forrest Gump" liefen an meinem inneren Auge vorbei. Allein dafür war der Abend Entertainment genug. Sich in andere Jahrzehnte versetzt zu fühlen, weil gekonnt Elemente des Jetzt und des damals verbunden werden, bedarf doch irgendwie Talent. Danke dafür.


sonni
Oh wie toll. Ich bin auch schon seit längerem von der Musik fasziniert...
Glaubt ihr man kommt ins Luxor rein, wenn man noch keine Karte hat!?
Dann könnte ich endlich mal ein paar andere Leute von den Klängen überzeugen.
julia
sorry sonni! zu spät gesehen... hoffe, es hat trotzdem noch geklappt!
Fenke
ich war gestern auch beim konzert im luxor...
fand es aber ein wenig enttäuschend. ziemlich besoffen und bekiffte jungs geben keine so gute show ab. außerdem kommt der sound meiner meinung nach besser gut abgemischt im studio.
aber du hast recht, der sänger ist schon süß:-)
claude
ich hab sie gestern auch gesehen und fand sie großartig. völlig zugedröhnt, yes, aber die jungs haben super performed. andrew sah unglaublich gut aus. das luxor war einfach nur viel zu voll für veranstaltung, das war das einzige was genervt hat. prost.
vio
Hab scheinbar doch richtig entschieden.
Bin nämlich nicht hingegangen.
Hab nur schlechtes vom Köln-Konzert gehört.
Der Schlagzeuger hat Gitarre gespielt, und das wohl nicht sehr gut.
Fragt sich nur wo der eigentliche Gitarrist war....
Liu
Wie lange dauert denn das Konzert?