Ali Michael: Zu fett für den Laufsteg
Wer sich an das Model Ali Michael erinnert, wird auch die dazugehörige Geschichte kennen: Aufgrund "zu dicker Beine" wurde sie während der Fashion Week in Paris nach Hause geschickt, obwohl sie bereits einige große Schauen gelaufen war.
Der Fall sorgte für genug Aufmerksamkeit, dass sich Ali nun in der Today Show zu dem Thema äußert, was nicht unbedingt schön ist: Mit 16 stoppte sie das Essen, verlor Haare, ihre Periode setzte aus und völlige Kraftlosigkeit folgte. Das Video:
Auch wenn die Moderatorin Ann Curry ein wenig nervig ist und das "Durchschnittsgewicht der amerikanischen Frau" in diesem Kontext fraglich ist, hat Ali in meinen Augen einen wirklich guten Job gemacht. Sie wirkt erwachsen, intelligent und redegewandt. Ob dieses offene Interview tatsächlich irgendetwas bewirken wird bleibt fraglich, doch der erste Schritt dürfte getan sein (leider ist bei der geplanten Verbannung der Magermodels in Frankreich noch nicht viel geschehen). Ein ausführliches Interview gibt es außerdem bei der Teen Vogue.
Erste kirtische Meinungen kommen übrigens genau aus der Szene, die für Alis Magersucht verantwortlich ist: Der Castingdirektor Douglas Perrett (COACD) behauptet, dass sich die Mädels die Modelbranche doch schließlich selber aussuchen und somit auch für ihre Gesundheit verantwortlich sind. Zudem fragt er, ob Ali Michael mit ihrer Magersucht rausgerückt wäre, wenn sie eine super Saison gelaufen wäre. Diese Aussage ist so undurchdacht und unverschämt, dass ich Herrn Perrett von nun an nicht mehr ernst nehmen kann. Ein Glück, dass seine Leser genauso denken.





Kate
nestbeschmutzung wird in der modeindustrie leider knallhart bestraft. schade, so ein aufgewecktes und hübsches mädchen. go girl!
Mia
sehr mutig!
ich finde es toll, dass sie die körperlichen schäden anspricht, die viel zu oft verschwiegen werden.
Bettina
Unglaublich, v.a. der WErbebanner: 16 kilo in 4 Wochen. Passt ja super zu dem Thema :-)
Jessie
Bettina, wo? Das sind Google-Ads, über deren Inhalt wir nicht verfügen, falls du die meinst ;) Außerdem spricht der Eintrag jawohl eine andere Sprache!
leila H.
Das was in der Tat vollkommen absurd in diesem Interview ist folgendes :
Das Diät Verhalten der amerikanischen Durchschnittsfrau wird vom Magerwahn der europäischen Laufstegmodels abgeleitet. Das eine hat mit dem anderen meiner Meinung nach überhaupt nichts zu tun. Wer einmal in Amerika war (vor allem fernab der Großstädte), weiß dass der Durchschnittsamerikaner eindeutig zu viel wiegt. Die meisten Frauen dort (Männer übrigens auch) haben einen guten Rettungsring an Bauch und Beinen.
Dieser Mode/Model microkosmos ist einfach eine Sache für sich und die einige Models wiegen eindeutig zu wenig, das ist klar. Schön wäre es, wenn die Designer den ersten Schritt gehen würden und sich von diesem festgefahrenen Magertrend lösen würden.
Aber ich erinnere mich an ein Interview mit Lagerfeld und Sandra Maischberger, die genau bei diesem Thema nachharkte. Ich erinnere mich nicht an die genauen Antworten, aber kurz gefasst war es ein "ist mir doch scheiß egal, sollen so froh sein, wenn se die Jobs bekommen, wir spielen die Musik". und "ach die sind doch nicht mager, das ist eben unser Schönheitsideal, kann halt nicht jeder mithalten"...
und ja der genaue Wortlaut war stilistisch nicht sehr viel anders...
Dünn ist eine Sache ... So mager, dass die Schulterknochen spitz hervorstechen und man das Gefühl man könnte das Mädchen für ein Auschwitzfilm casten eine andere... Das hat auch nichts mehr mit Ästhetik zu tun ...
Finde ich