BFW: Auftakt mit Hugo
Da gibt man sich mal nicht ganz so international und versucht, sich mit verlangsamtem Tempo in die Liste New York, Mailand, Paris einzureihen und siehe da, es klappt schon viel besser. Beispielsweise führt der Laufsteg nicht mehr durch das prominente Brandenburger Tor, sondern durch Off-Locations.
Denn hohen Ansprüchen gerecht zu werden, ist nicht immer ganz einfach. Das musste die Berliner Modewoche im letzten Jahr einsehen. Positiv fällt nun die Betonung deutscher Labels und Designer auf, genau wie die Förderung neuer Talente (das beste Beispiel ist die Beck’s Fashion Experience). Offiziell wurde die Fashion Week gestern durch Hugo, dem jungen Label von Hugo Boss, auf dem Flughafengelände Tempelhof eröffnet und gibt sich streng, sachlich und auf das Wesentliche reduziert.
Bruno Pieters, der erstmals als Chefdesigner auftrat und der Marke ein „avantgardistischeres Image“ verpassen soll, hatte vor allen Dingen eines im Sinn: Bedecken statt freilegen. Und das möglichst mit grau, schwarz und dunkelblau.
Spiegel Online berichtet, dass "zu Psychothrillerklängen 30 leichenblass geschminkte Models auf einem Laufsteg aus metallisch glänzenden Platten (marschieren)", was in meinen Augen gar nicht mal so schlecht klingt. Schließlich passt die Inszenierung bestens zu der Kollektion: Rollkragenpullover (geradezu idealistisch!), hoch geschlossene Hosenanzüge für die Damen und- altbewährt, aber gut- weiße Hemden mit schmalen, schwarzen Krawatten. Für die Männer wird in fast jeder Lebenslage Strick vorgeschlagen, was im Herbst/Winter nun einmal logisch erscheint.
Insgesamt nichts Neues und doch klare Schnitte, deren Minimalismus geradezu inspiriert. Für einen Moment lässt das auch Schnick Schnack erblassen.
Vergessen sollte man auch hier nicht, wie überraschend hoch die Promi-Dichte beim größten, deutschen Label war, was allerdings dazu führte, daß in den Medien (leider) über fast nichts anderes gesprochen wurde: Boris Becker, Mika Häkkinen, Eva Padberg, Mario Testino sowie Til Schweiger, Moritz Bleibtreu, Barbara Schöneberger, Minh Khai und Jessica Schwarz. So wird jedenfalls das Erfolgsbarometer hochschießen.
Bilder via Spiegel Online.



horst
find ich ja tatsächlich alles ganz nett
dabei war ich noch nie ein großer Fan von HUGO
Gut, dass sie sich für "biedere Langeweile" und "hochgeschlossene Strenge" entschieden haben!