I dress up bright tonight
Hüpfend, das eine Bein im Schlafanzug, habe ich das Telefon in letzter Sekunde erreichen können.
Mit dem simplen Aufruf, zu dem Konzert von Robots in Disguise zu gehen, beugte ich mich meinem Schicksal, warf mich in Schale und ließ gekonnt außer Acht, das das Skript der Kommunikationslehre sehnsüchtig auf mich wartete…
Angekommen im Kölner Gloria fand ich eine eher kleine Runde von ca. 80 Menschen vor, was die Damen Sue Denim und Dee Plume (alter Schwede, allein die Namen..) jedoch nicht davon abhielt, mit viel TammTamm, Rumgehopse und Gekreische auf die Bühne zu kommen. Neben Ausflügen ins Publikum, nicht nachvollziehbaren Bewegungen, auf den Boden setzen und gleichzeitigem wieder aufspringen (ja, das geht scheinbar), war der Wahnsinn nach einer Stunde auch schon wieder vorbei. Klingt abgefahren?
War es auch! Dasselbe gilt für die Musik: Eine Mischung aus Electronica, Punk und Pop, die genau den Nerv der Zeit trifft. Wer „Turn it up“ mochte, wird „La nuit“ lieben; live war jedoch „Girl“ mein Favorit!
Meine anfängliche Befürchtung, gekünstelte Robots anzutreffen, löste sich demnach schnell in Luft auf. Den Voll-Hau nimmt man den beiden gerne ab. Oufit-technisch standen „die Verkappten“ diesem Eindruck übrigens in nichts nach: Sie trugen dünne Longsleeves mit Rollkragen, silbern und golden bedruckt und Skinny Jeans, auf deren Hintern in Glitzer „Robot“ stand: Ein insgesamt schniekes aber nicht allzu abgefahrenes Bühnenoutfit. Das Street- Outfit, welches ich nach der Show erspähte, ließ sich da schon viel eher sehen: Knallige Pop Farben, ein bisschen Retro hier, ein wenig 80er Vintage da und fertig ist der gekonnte Mix der britischen Mädels. Bühnenoutfit und weitere gekonnte Statements sind übrigens wunderbar in dem Video des hitverdächtigen Songs „Turn me on“ von 2005 zu sehen. Obwohl mich die Feststellung, mutiger bei der Wahl von Kleidung und Farbe zu sein, an diesem Abend also maßgeblich geprägt hatte, war am nächsten Morgen nicht mehr viel davon zu spüren.Rot? Gelb? Pink? Nee nee, braun sieht heut viel schicker aus.
Aber keine Sorge, irgendwann werde ich den Kampf gegen die Tristheit gewinnen, solange ich immer und immer wieder „I dress up bright tonight“ vor mich hin trällere...





